Wenn ein Spieler jedenfalls sowas macht wie in deinem Beispiel, dann ist nicht das soziale Konfliktsystem das Problem für seinen Charakter sondern der Spieler bricht die Spielregeln des gewählten Systems der Runde.
Es hat sich vermutlich schon zu stark eingebürgert, daß der Spieler Schuld ist, wenn das System etwas nicht tun kann, was der SC tun könnte.
Du kannst nicht auf meine Kritik, daß soziale Konfliktsysteme die Handlungen einschränken sagen, daß der Spieler schuld ist, wenn diese Regeln zugunsten dieser Handlung dann gebrochen werden müssen. Das ist doch ein Zugeständnis auf meine Kritik (jetzt mal völlig egal, obs ums töten geht oder nicht)!
@Beispiel:
Das Beispiel soll natürlich NICHT annehmen, daß das Ergebnis schon vorweggenommen ist. Auch wenn es bei starkem PE völlig legitim ist (!!) so etwas tun zu können, ging ich fairerweise natürlich vom klassischen Ansatz aus.
Vielleicht finden wir auch ein besseres, leichter verständliches Beispiel.
Z.b. ein Bösewicht sagt mitten im sozialen Konflikt: "So, jetzt gebe ich dir noch eine Chance, spuck den Abschusscode aus oder ich puste deinen [gefesselten] Kameraden weg".
Das gilt im übertragenen Sinne für alle Ereignisse, die einen "Sozialkampf" vorzeitig beenden.
Zum anderen kann man statt der unsouveränen Reaktion deines besagten Spielleiters auch in dem Moment einfach mal den sozialen Konflikt abbrechen (weil das ist mit der Ballerei ja effektiv eh der Fall) und zum Kampf übergehen.
ach, man kann die Regeln also abbrechen, sobald mansie nicht mehr anwenden kann, ist das ein Feature

?
Vielleicht verwechsle ich das auch nur wieder mit den Konflikten in The Shadows of Yesterday (DAS war wirklich abstrakt. Ich sag nur: Schrödingers Katze).
Aber grundsätzlich: Das kann man nicht direkt mit einem körperlichen Konflikt vergleichen, in dem ich einfach sage, daß mein SC jetzt nicht mehr geschlagen werden möchte. Soziale "Konflikte" kann ich aber häufig einfach beenden oder sabotieren, wenn es mir nicht passt, wie es läuft. Wenn ich das nun immer tue, wie du ja auch vorschlägst, dann hat es doch keinen Zweck den Konflikt anzufangen.
Es muss schon eine SEHR spezielle Situation sein, in der ein soziales Konfliktsystem passend erscheint.
Ich möchte es so ausdrücken: Jeder Versuch so etwas Komplexes wie eine Unterhaltung mit Spielregeln zu versehen, führt genau zu dem Ergebnis, was man im Rollenspiel auch bei körperlichen Konflikten sehen kann, sie werden beschnitten, eingeschränkt und vereinfacht.
Und zwar, weil es bei körperlichen Konflikten nunmal nicht anders geht. Jeder Versuch, etwas vergleichbares mit sozialen Konflikten zu machen, führt unweigerlich zu demselben Ergebnis. Wie kann man annehmen, daß es dort plötzlich naturgetreuer funktionieren kann? Um soziale Konflikte zu lösen, bediene ich mich daher lieber weniger Regeln (wie eine einfache Probe). Zudem benötigt FATE in der deutschen Version Acht DINA4 Seiten, um am Ende zum Schluss zu kommen "Joa, die Konsequenzen müssen halt irgendwie plausibel sein". Sorry, da bleibe ich lieber bei meinen 8 Seiten GURPS mit wesentlich mehr Details oder meinen Bierdeckelregeln mit ebensoviel Detail wie diese sozialen Konflikte.
p.S: Wushu lässt meines Wissens bei Mooks so etwas zu wie das Umlegen, so lange der Konflikt nicht aufgelöst wird (sprich, kille ich einen von 12 Mooks, springt notfalls ein neuer heraus).