Richtig Rollenspielen!
31. Mai 2012, 09:19:36 *
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Autor Thema: Besser Spielen!  (Gelesen 448 mal)
Blechpirat
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Blechpirat


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« am: 13. Februar 2012, 16:52:30 »

Ich hatte da noch einen wohl abgehangenen Artikel, den ich jetzt endlich fertig geschrieben habe. Was will ich, Karsten, von meinen Spielern?
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Coldwyn
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« Antworten #1 am: 13. Februar 2012, 17:55:19 »

Als Kontrast: Lieber Spieler, was will ich, der Coldwyn, von dir?
Gruppenspiel: Lieber Spieler. Wenn du dich dransetzt deine Schneeflocke zu erstellen, schau bitte nicht mich mit hoffnungsvollen Augen an und schicke mir Charaktervorschläge, schicke die stattdessen deinen Mitspielern und rede mit denen. Mich brauchst du da erst einbeziehen wenn es irgendwo Unklarheiten oder Streitigkeiten gibt, bzw. für die Endabnahme.
Red beim Spiel nicht zuerst mit mir, rede mit deinen Mitspielern. Mir muss die Idee oder der Plan nicht gefallen sonder denen.
Ich bin ein Katzenmensch, ich bin es gewohnt angestarrt zu werden und dies zu ignorieren. Stell Fragen, noch besser Vordere, dann rede ich mit dir, auf treu-doofen Hundeblick werde ich aber nicht reagieren.

Regelwissen: Bitte setz dich hin und lerne die Regeln. Und dann lerne sie zu Verlernen. Die Regeln sind bei mir immer Ultima Ratio und kommen nur dann By the Book zum Einsatz wenn es zwingend notwendig ist.
Ich bin ein Katzenmensch, ich bin es gewohnt angestarrt zu werden und dies zu ignorieren. Stell Fragen, noch besser Vordere, dann rede ich mit dir, auf treu-doofen Hundeblick werde ich aber nicht reagieren.

Mach mich Arbeitslos: Wenn du eine gute Idee hast, bring sie ein. Wenn dir spontan ein Szenario einfällt, machs. Ich leihe dir jederzeit gerne meinen Hut.
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« Antworten #2 am: 13. Februar 2012, 19:22:38 »

Tja, im Gegensatz zu dir bin ich ein fieser Regelnazi.
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Coldwyn
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« Antworten #3 am: 13. Februar 2012, 19:26:16 »

Tja, im Gegensatz zu dir bin ich ein fieser Regelnazi.

Du spielst ja auch Fate, da kann man imho kein Regelnazi sein. Ich spiele regellastigere Systeme, da muss so eine Klarstellung geschehen.
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« Antworten #4 am: 13. Februar 2012, 19:51:21 »

Ich meine das ernst. Ich beachte Regeln verdammt streng!
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Coldwyn
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« Antworten #5 am: 13. Februar 2012, 19:59:08 »

Ich meine das ernst. Ich beachte Regeln verdammt streng!

Ich muss gestehen, ich habe das für einen Witz gehallten.
Ich sehe einen sehr großen Unterschied zwischen Regeln und Regelungen. Erstere nehme ich, wie gesagt, als Ultima Ratio, letztere haben bei mir festen Bestand. Ich tendiere also dazu, zu Beginn einer Kampagne mehr oder weniger beliebig ein Regelsystem auszusuchen, das zu passen scheint und dann im Lauf des Spiels daraus Regelungen für die einzelnen Situationen zu entwickeln, die dann in Stein gemeisselt werden.
Die eigentlichen Regeln sind etwas auf dass ich zurückgreife, wenn wir uns mal gar nicht einig werden sollten.
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« Antworten #6 am: 13. Februar 2012, 23:47:00 »

@coldwyn: sind dir noch nie "eigentliche Regeln" begegnet, die einfach unverändert passen?
Nicht, daß ich das Gefühl kennen würde.


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« Antworten #7 am: 14. Februar 2012, 12:57:13 »

Weißt du, als ich noch "umfangreiche" Rollenspiele (wie z.B. Interlock) gespielt habe, hab ich auch ständig mit Hausregeln gearbeitet. Was ich eben an FATE so großartig finde, ist das man es hart nach den Regeln spielen kann - und m.E. viel verliert, wenn man es nicht tut. Wobei FATE letztlich dann doch oft mehrere Anwendungsmöglichkeiten der Regeln bietet (wie ich hier beschrieben habe: http://www.faterpg.de/2012/01/12/lugen-und-tauschen-in-fate/) und man deshalb doch als SL eine Entscheidung zu den Regeln treffen muss. Evtl. ist PDQ da sogar noch eleganter.

Letztlich liegt das alles daran, dass ich als Spieler die Beachtung der Regeln als Macht empfinde. Wenn ich als Spieler die Regeln kenne, kann ich handeln - frei von der Willkür des SL. Ob ich über den drei Meter breiten Graben springen kann - das sagen mir die Regeln. Wenn der SL das nicht will, dass ich das kann - dann schummelt er. Ich will vorher wissen, wie gut meine Chancen für eine bestimmte Aktion sind, ich will planen können und meine Stärken ausspielen. Regeln sind für mich die Physik der Spielwelt! Wenn die Physik unzuverlässig ist (weil Regeln eher zufällig beachtet werden) dann kann ich nicht spielen.
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« Antworten #8 am: 14. Februar 2012, 15:57:18 »

@coldwyn: sind dir noch nie "eigentliche Regeln" begegnet, die einfach unverändert passen?

Im Endeffeckt: Nö. Irgendwann kommt immer die Stelle an denen es mit den regeln schiefgeht. Deswegen greife ich ja zu eher simplen Systemen und baue sukzesive auf denen auf.


Weißt du, als ich noch "umfangreiche" Rollenspiele (wie z.B. Interlock) gespielt habe, hab ich auch ständig mit Hausregeln gearbeitet. Was ich eben an FATE so großartig finde, ist das man es hart nach den Regeln spielen kann - und m.E. viel verliert, wenn man es nicht tut. Wobei FATE letztlich dann doch oft mehrere Anwendungsmöglichkeiten der Regeln bietet (wie ich hier beschrieben habe: http://www.faterpg.de/2012/01/12/lugen-und-tauschen-in-fate/) und man deshalb doch als SL eine Entscheidung zu den Regeln treffen muss. Evtl. ist PDQ da sogar noch eleganter.

Letztlich liegt das alles daran, dass ich als Spieler die Beachtung der Regeln als Macht empfinde. Wenn ich als Spieler die Regeln kenne, kann ich handeln - frei von der Willkür des SL. Ob ich über den drei Meter breiten Graben springen kann - das sagen mir die Regeln. Wenn der SL das nicht will, dass ich das kann - dann schummelt er. Ich will vorher wissen, wie gut meine Chancen für eine bestimmte Aktion sind, ich will planen können und meine Stärken ausspielen. Regeln sind für mich die Physik der Spielwelt! Wenn die Physik unzuverlässig ist (weil Regeln eher zufällig beachtet werden) dann kann ich nicht spielen.

Ich kann den Denkansatz dahinter gut verstehen und habe ihn auch sehr lange verfolgt. Ich nehme an, mein Werdegang war da wie bei vielen Anderen auch, also immer komplexere und konkretere Regelsysteme, eben, wie du so schön sagst die Physik der Spielwelt abbilden.
Davon bin ich aber mittlerweile zum Großteil abgekommen. Aber: Ich erlaube und begünstige Willkür in beiderlei Richtungen. Du hast Recht, Planungssicherheit muss zwingend gegeben sein, damit man als Spieler informierte Entscheidungen treffen kann, das ergibt sich aber daraus dass getroffene Regelungen fix bleiben und jederzeit einsehbar sind, zudem man immer die Option hat auf die Regeln zurück zu greifen wenn man sich nicht einigen kann.
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Xemides
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« Antworten #9 am: 14. Februar 2012, 20:09:57 »

Ich bin auch eher der Regelnazi, der die Regeln RAW verwendet, solange sie klar sind und mir gefallen. D.h. idR nutze ich wohl 90 oder mehr Prozent der Regeln wie sie da stehen. Oder ich schreibe Hausregeln und gebe diese bekannt bzw. spreche sie mit den Spielern ab.

Das geschieht aber selten im Spiel, da treffe ich mal eine Entscheidung damit es weitergeht, das ist dann aber eine Einzelfallentscheidung, die endgültige Regelung erfolgt nach dem Spiel.

Aber ich mags auch lieber komplexer.

« Letzte Änderung: 15. Februar 2012, 05:07:27 von Xemides » Gespeichert
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« Antworten #10 am: 15. Februar 2012, 01:02:52 »

Große Worte, die Begriffe "Physik" und "FATE" in einem Post zu verwenden.

@"Hart an den Regeln":
Ich selber unterscheide zwischen Regeln (GURPS,D&D...) und Richlinien (FATE,Wushu...).
letztere nehme ich als Regeln nicht wirklich ernst.
Ich kann z.b. meinen D&D Char nehmen und an einem unpersönlichen Turnier teilnehmen. Mt einem FATE-charakter kann ich im unglücklichsten Fall nicht mal den SL innerhalb derselben Runde wechseln.
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