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Autor Thema: Warum (nicht) LaTeX?  (Gelesen 358 mal)
Blechpirat
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Blechpirat


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« am: 09. Februar 2012, 12:02:15 »


Ich bin ja seither von LaTeX fasziniert, habe aber den Einstieg nie so recht gefunden. Deshalb finde ich den Text so spannend. Und das du dann noch Subversion verwendest, finde ich eine tolle Idee. Ist das auch tatsächlich nutzbar als Versionsverwaltung? Damit meine ich nicht, dass es technisch geht - das weiß ich. Aber sind die Ergebnisse für dich hilfreich, wenn ein Testleser zu dir sagt, dass er die Vorfassung in dem und dem Punkt besser findet?

Und: Würdest du deine Formatierungsdateien zur Verfügung stellen? Und wie kommst du eigentlich zum Ausdruck?

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Shadom
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« Antworten #1 am: 09. Februar 2012, 17:21:49 »

Ich selber kenne mich in LaTeX notdürftig aus. Gerade mal gut genug um einige der Punkte im Text nachvollziehen zu können. Also ja es kann durchaus sein, dass ich manches nicht fair beurteilen kann.
In Word kenne ich mich wiederrum sehr gut aus.

Und vieles was Word im Vegleich zu LaTeX immer wieder angelastet wird ist schlicht nicht aktuell! Sicher ich kann wirklich bei der automatischen Silbentrennung, die Gewichtung nicht ändern.
Was ich aber sehr wohl kann sind die Formatvorlagen nutzen und so mit wenigen Klicks ein ganzes Dokument umformatieren. Ich kann automatisch Index und Inhaltsverzeichnis erstellen usw.
auch die Autokorrektur ist nach einem einmaligen Klick dauerhaft abgeschaltet wenn man sie nicht mag (für mich persönlich ist sie aber ein Lebensretter und ich habe sie nach meinen Wünschen konfiguriert). Formatierungen lassen sich nebenbei über die Suchfunktion auch einfach suchen wenn man 1-2 Befehle kennt.

Fast all die positiven Punkte im Artikel verschwinden wenn man Word zu bedienen weiß, denn auch Word hat durchaus eine echte Lernkurve.
Was übrig bleibt ist die Silbentrennungsgewichtung und die genauere Blocksatzeinstellung.

Natürlich.. was für das echte Setzen ist immer noch Adobe Indesign. Mein Favorit wenns um sowas geht, aber das ist teuer und ich kann vollkommen verstehen wenn man das nicht bezahlen möchte. Word jedoch haben die meisten auf dem Computer. LaTeX IST besser, aber in weitaus weniger Punkten als eben immer gesagt. Meiner Meinung nach in so wenigen das es das erlernen eines neuen Programmes nicht rechtfertigt.
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« Antworten #2 am: 09. Februar 2012, 18:52:05 »

Ist das auch tatsächlich nutzbar als Versionsverwaltung? Damit meine ich nicht, dass es technisch geht - das weiß ich. Aber sind die Ergebnisse für dich hilfreich, wenn ein Testleser zu dir sagt, dass er die Vorfassung in dem und dem Punkt besser findet?

Ja, das geht meiner Meinung nach ausgesprochen gut. Ich kann in der Historie mit wenigen Klicks sehen, wann was geändert und ggf. wieder zurückgeändert wurde. Ich sehe auch, was zeitgleich an einer anderen Stelle im Dokument geändert wurde, und kann damit nachvollziehen, dass wenn ich X (wieder) ändere, auch Y davon betroffen ist. Aber das geht natürlich noch weiter als das. Ich hab vor, zu dem Thema den nächsten Blogeintrag zu machen.

Und: Würdest du deine Formatierungsdateien zur Verfügung stellen?
Jein. So unkommentiert als ganzes möchte ich das (vorläufig) nicht tun, aber die Idee wäre gewesen, wenns genug Zuspruch gibt, dass ich irgenwann eine Serie mit LaTeX Tipps anfange, die über das hinausgehen, was man im üblichen Tutorial so erfährt. Ich glaub auch nicht, dass wenn man meine Stylefiles sieht, man erkennt, warum was so und nicht anders ist, und was als Workaround wofür da ist.

Und wie kommst du eigentlich zum Ausdruck?
Mit dem fertigen PDF gehe ich dann in die (Digital)Druckerei. Je nach Anbieter ist das PDF mal so und mal so aufzubereiten (z.B. Rand&Schnittmarken, oder Farbprofil des Druckers, ...), aber moderne Digitaldrucker können viele Tätigkeiten, die professionelle Layouter machen, übertünchen, weshalb man auch ohne sich mit diesen Themen zu befassen da gute resultate erziehlt.

Fast all die positiven Punkte im Artikel verschwinden wenn man Word zu bedienen weiß, denn auch Word hat durchaus eine echte Lernkurve.
Ich muss zwangweise auch mit Word (2000, 2003, 2010) arbeiten, würde meinen kann dort mit Formatvorlagen, Indices, Verzeichnissen und der integrierten Änderungsverfolgung umgehen. Der Unterschied liegt aber in der Umfang, Qualität und Verlässlichkeit der Features. Ich bessere z.B. regelmäßig "Fehler! Textmarke nicht definiert" wieder aus, die beim letzten Speichern noch da waren oder bei einem Copy&Paste aus einem anderen Dokument (nicht) mitkamen, oder ich rutsche Bilder wieder dahin, wo eigentlich ihre "fixe Verankerung" noch gewesen war. Subjektiv habe ich also viele "Aber warum jetzt das?" Selbstgespräche wenn ich Word nutze, und wenige wenn ich LaTeX nutze.


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« Antworten #3 am: 10. Februar 2012, 02:04:45 »

dieses "Warum jetzt das?" habe ich auch mit Open Office sehr oft. Viele Dinge darin sind 1. Unintuitiv und 2. nicht zuverlässig. Ich kann auch keine .odt Datein weitergeben und erwarten, daß die Formatierung beim Kumpel immer noch genauso aussieht. Manchmal muss man nur ein Inhaltsverzeichnis aktualisieren und auf einmal zerschießt es einem ein ganzes Dokument.
Und gerade das ist der größte Angriffspunkt für "echte" Programmierer, wenn sie über LaTex schwärmen, da dort sowas angeblich nicht passieren kann.
Gerade bei Oo fehlen auch unzählige Optionen, scheinbar kann man nicht mal die Position einer Tabelle im Text beliebig verschieben (zB. über den Textbereich hinaus).

Nur, ich kann nicht programmieren, meine Kenntnisse enden bei Basic und ein bisschen mit MatLab. Angeblich muss man für LaTex aber Programmiersprachen können und das ist eines der wenigen Dinge, wozu ich absolut keine Ambitionen habe und muss wohl weiterhin Dinge in meinen word,Oo Dateien formatieren, die ich schon 1000 mal nachkorrigiert habe.
« Letzte Änderung: 10. Februar 2012, 02:10:03 von BoyScout » Gespeichert

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« Antworten #4 am: 10. Februar 2012, 08:12:37 »

dieses "Warum jetzt das?" habe ich auch mit Open Office sehr oft.
Open/Libre Office ist meiner Einschätzung nach auf dem Niveau von Outlook 2000, was die "Warum jetzt das?" angeht. Da hat sich bis zur 2010er Version durchaus bei Word getan. Bei der Frage Word-vs-OO siegt bei mir daher klar Word, wenn es zur Verfügung steht. Auch wenn es für mich halt dann zu LaTeX noch lang nicht aufschließen kann.

Angeblich muss man für LaTex aber Programmiersprachen können
Das stimmt pauschal nicht: Ja, man kann in TeX scripten und Makros "programmieren". Und natürlich tu ich das auch da und dort. Wirklich machen muss man sowas aber nur für ausgefallene Dinge. Umgekehrt muss man auch zugeben, dass ein Rollenspieltext dazu tendiert, ausgefallene Dinge zu wollen.
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« Antworten #5 am: 10. Februar 2012, 09:58:37 »

Ich persönlich würde mich als ziemlichen Experten für Word betrachten - wobei VBA nicht mehr mein Ding ist. Aber Word wird immer undurchsichtiger für mich. Konnte ich früher (bis Word 97 etwa) mich auf Formatvorlagen verlassen, sind die Dinger jetzt... "intelligent". Ständig werden neue angelegt, meine erzeugten automatisch geändert, etc. Einiges kann man Abschalten, muss man aber auf jedem Rechner wieder neu machen... Das ist nicht mehr so fein wie früher. Und lange Texte... *seufz*

Mentors Beobachtung, dass gerade Felder etc. sich völlig unvorhersagbar verhalten, habe ich auch gemacht. Das ist absolut zum würgen - manchmal hilft nur ausdrucken, manchmal nicht mal das...
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Der Narr Benjamin
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« Antworten #6 am: 15. Februar 2012, 09:10:32 »

Also ich kann nicht programmieren, komme mit den Grundlagen für LaTeX aber zurecht. Die Befehle bewegen sich ja eher auf dem Niveau von HTML. Ich habe dann aber aufgegeben, es zu benutzen, weil ich es für Hausarbeiten an der Uni bräuchte und gerade da versagt es, denn wir bekommen Vorgaben hinsichtlich des Layouts, die mir mit LaTeX zu aufwendig sind in der Umsetzung. Dabei geht es mir nicht mal nur um Seitenränder, sondern auch um das Deckblatt. Ich habe es aufgegeben, in LaTeX ein vernünftiges Deckblatt zu gestalten. In OOo bekomme ich alles viel schneller und genauso einfach hin dank Formatvorlagen, außerdem ist die Unterstützung von Sprachen, die von rechts nach links gehen, in OOo viel besser - habe kein Problem, da einen Text in Hebräisch zu verfassen. Es stört mich auch, immer erst mal in Dokumentationen nachzuschlagen, wenn ich mal was neues probieren möchte und es funktioniert bei mir auch nie etwas auf Anhieb, ich muss immer nachbessern. Ich schätze, es wird einfacher, aber die Lernkurve ist schon nervig, da man ja selten die Zeit hat, sich einfach so einzuarbeiten, bei mir ist es so, dass ich mich mit LaTeX beschäftige, wenn ich ein Projekt habe, das ich layouten will, vielleicht ist das ja der Fehler.
Ich habe mir jedoch vorgenommen, wenn ich mal einen längeren eigenen Text verfassen muss, dies in LaTeX zu tun. Die Übernahme des Satzspiegels, die vielen kleinen Funktionen, der Umgang mit dem Layout, das ist finde ich Gold wert. Wobei man vieles ja auch manuell machen und dann in einer WYSIWYG-Textverarbeitung berücksichtigen kann, z.B. Seitenränder von Hand berechnen (goldener Schnitt blabla). Für Präsentationen verwende ich LaTeX allerdings regelmäßig, denn das OOo-Powerpoint geht mir nur noch auf den Sack mit seinen Automatismen.
Schade finde ich, dass viele Funktionen nur aufwendig zugänglich sind und je nachdem, in welche Anleitung man guckt, sind die dort benannten Pakete wieder veraltet. Ich möchte eigentlich einfach ein Programm haben, das dann auf einem Stand bleibt. Im Grunde verwende ich auch jetzt bei OpenOffice 3 kaum mehr Funktionen, als ich nicht auch schon in Word 6.0 hatte. (Mit den Formatvorlagen der aktuellen Word-Versionen komme ich übrigens auch kaum noch zurecht, damit zu formatieren, was ich manchmal in meinem Nebenjob muss, ist mir ein Graus.)

Zum Einstieg hatte ich eine schöne Kurzanleitung, LaTeX für Theologen, vielleicht sollte es sowas auch mal für Rollenspielautoren geben Grin.

Ich hatte mir immer vorgenommen, mich mal mit Scribus auseinanderzusetzen, aber bislang fehlte mir die Muße und vor allem die Notwendigkeit.
« Letzte Änderung: 15. Februar 2012, 09:14:47 von Der Narr Benjamin » Gespeichert
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« Antworten #7 am: 18. Februar 2012, 23:37:39 »

Hallo,

hier ein anderer LaTeX-Anwendungsfall: http://www.joe2060.de Man sollte sich aber nicht blenden lassen, es gibt in TeX ein paar komische Limitierungen, die einem das ganze Gestalten vermiesen.

MfG

Stefan
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« Antworten #8 am: 19. Februar 2012, 09:13:53 »

Ja, auch sehr hübsch, Stefan.

bez. Limitierungen: ja, hie und da stößt man auf seltsame Probleme, wenn man von Standardlayouts abweichen möchte. Bei mir sind das vor allem Inkompatibilitäten zwischen Paketen. Paket A und Paket B funktionieren wunderbar für sich alleine, aber nicht zusammen. Vor allem das multicols-Paket ist davon betroffen, das ich für den zweispaltigen Satz benutze. Oder ein Paket geht prima, aber nur, wenn man Postscript und nicht direkt PDF erzeugen will. Zum Glück ist das aber die Ausnahme und nicht die Regel, und mit etwas Recherche findet sich eigentlich immer ein geeigneter Workaround.



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« Antworten #9 am: 19. Februar 2012, 12:06:38 »

Ob LaTeX oder nicht ist für mich nicht die falsche Frage.

Statt nach einem passenden Werkzeug zu suchen und dann den Umgang damit zu erlernen, um ein Konzept zu verwirklichen, such ich eher nach einer passenden Person, der ich zutraue das Ganze zu realisieren (mit welchem Werkzeug sie das dann letztendlich tut kann mir quasi egal sein).

Ich habe das Gefühl, meine Resourcen so besser auszunutzen. Das wäre vielleicht anders, wenn ich noch einen anderweitigen Vorteil (beispielsweise beruflich) darin sehen würde, mich mit der jeweiligen Software (...) vertraut zu machen, aber gerade LaTeX oder Konsorten benötige ich außerhalb unseres Hobbies nicht - und dann tue ich mich lieber mit jemandem zusammen, der hier schon gute Kenntnisse hat, anstatt selber bei quasi Null anzufangen (andererseits, wenn "gute" Kenntnisse (also geübter Umgang) für das gewünschte Resultat gar nicht nötig sind, dann tun es auch meine regulären Office-Fähigkeiten und LaTeX oder andere spezialisierte Programme haben sich sowieso erledigt).

mfG
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« Antworten #10 am: 19. Februar 2012, 16:53:42 »

@Mentor: Ich meine weniger Inkompatibilitäten zw. Paken sondern Limitierungen des TeX-Kerns an sich, hast du beispielsweise mal versucht einen Randparagraphen (marginpar) über mehrere Seiten zu setzen?
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« Antworten #11 am: 28. Februar 2012, 13:45:39 »

Naja, ich muss zugeben, dass ich zu exotische Dinge von vornherein meide und auf Straight-forward Texte achte. In vielen Fällen komme ich mit meinen Ansprüchen damit durch.

Bis her bin ich nur an einem Detail technisch gescheitert, und dass sind Boxen mit Hintergrundfarbe (bei mir Beispiel-Blöcke), die über Spalten automatisch umbrechen sollen.


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« Antworten #12 am: 28. Februar 2012, 18:20:47 »

Fuchse mich für ein weit in der Zuunft liegendes Projekt in meiner Pipeline gerade richtig in Indesign ein.
Echt nett was man damit alles kann! Wer das Creative Suite Paket hat und dadurch eben auch so "nebenbei" Indesign gekauft hat, der sollte es sich unbedingt anschauen!
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