Autor Thema: [Des Spielers Chronik] Warum wir eigentlich doch Geschichten erzählen  (Gelesen 420 mal)

Offline Georgios

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Zum Jahresende einige Gedanken über die unauflösbare Verbindung zwischen Rollenspielen und Geschichten erzählen.

NACHTRAG: Ich habe eben einige sinn-verändernde Fehler aus dem Text entfernt. Ich sollte vielleicht nicht immer abends solche Artikel fertig stellen. :D
« Letzte Änderung: 30. Dezember 2011, 13:35:36 von Georgios »
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Offline Tarin

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Re:[Des Spielers Chronik] Warum wir eigentlich doch Geschichten erzählen
« Antwort #1 am: 30. Dezember 2011, 22:02:57 »
Zitat
Wenn man etwas als Geschichte versteht, dann gilt die unausgesprochene Grundannahme, dass Charaktere danach streben das Richtige zu tun; dass der Abenteuerverlauf sich zum Guten hin entwickeln soll und das zum Ende Gerechtigkeit waltet. Natürlich kann es auch anders kommen (und das tut es oft auch), aber dann wird dieses Brechen mit der unausgesprochenen Erwartung auch als solche empfunden. Wenn ein Charakter Böses tut, dann springt man darauf an; wenn sich die Lage für die Helden verschärft, dann fiebert man mit und wenn Ungerechtigkeit im Rahmen des Abenteuers bestehen darf, dann ist man empört. Was passiert wird eben gerade nicht wertungsfrei und stoisch als Teil einer irgendwie gearteten Simulation akzeptiert.
Nope. Nur, wenn man diese Art von Geschichte spielen will. Dass sich alles zum Guten entwickeln soll, dass die SC das Richtige tun ist doch alles verhandelbar und nicht a priori gegeben. Ich würde eher sagen, dass man sich auf ein Genre und einen Stil einigen sollte.

Dass "eine Geschichte" aber irgendwie zum RPG dazugehört, wird wohl nicht groß bestritten werden. Ich persönlich erlebe aber lieber die Geschichte meines Charakters durch dessen Handlungen im Nachhinein, als einem vorgezeichneten Pfad zu folgen. Das ist ebenfalls "Geschichte", aber vermutlich nicht das, was du meinst?

Offline Georgios

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Re:[Des Spielers Chronik] Warum wir eigentlich doch Geschichten erzählen
« Antwort #2 am: 31. Dezember 2011, 00:50:53 »
Nur, wenn man diese Art von Geschichte spielen will. Dass sich alles zum Guten entwickeln soll, dass die SC das Richtige tun ist doch alles verhandelbar und nicht a priori gegeben.

Du hast mein Argument nicht verstanden. Ich sprach nicht davon, dass man Erwartungen bezüglich eines konkreten Ausgangs hat, im Sinne von "das ist eine romantische Komödie, deshalb wird dieser Charakter und jener Charakter am Ende ein Paar sein". Sondern ganz allgemein davon, dass jede Verkettung von Ereignissen effektiv als Geschichte verstanden wird, wenn man die Dinge auf die sie zusteuert als gut oder schlecht befindet.

Es ist die Unterteilung der möglichen Ausgänge in positiv/negativ im Sinne eines irgendwie gearteten Wertes, die daraus eine Geschichte macht. Das ist der Unterschied zwischen einem Brettspiel mit konkreten Siegbedingungen ("wer als erster 10 Siegpunkte hat, gewinnt") und einem Rollenspiel, in dem das Erreichen dieses oder jenes Ziels nur deshalb erstrebenswert ist, weil der Spieler selbst es für wertvoll, richtig oder gut hält. Erst dadurch ist doch das Ausspielen und Bespielen der Abenteuer, die der Charakter erlebt, interessant und aufregend.


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Offline BoyScout

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Re:[Des Spielers Chronik] Warum wir eigentlich doch Geschichten erzählen
« Antwort #3 am: 31. Dezember 2011, 11:17:30 »
Natürlich spiele ich RPG auch, um später die Geschichten meines SC erzählen zu können. Die Spielwelten müssen dazu schon so (künstlich?) angelegt sein, daß viele Konflikte möglich sind. Eine Spielwelt ohne (künstliche?) Konflikte wäre langweilig und zudem unspielbar.

@Georgios: Wenn du wirklich nicht gemeint hast, daß ein Happy End der Standard ist und alles andere erstmal Abweichung, dann solltest du wirklich deine Interpunktion nochmal überdenken
Zitat von: Georgios
...Grundannahme, dass Charaktere danach streben das Richtige zu tun; dass der Abenteuerverlauf sich zum Guten hin entwickeln soll und das zum Ende Gerechtigkeit waltet. Natürlich kann es auch anders kommen....
Wenn es Beispiele für eine Bewertung sind, dann kennzeichne sie doch auch so. Das eine Bewertung der Ereignisse zu einer Geschichte führen kann (was du vermutlich gemeint hast, wenn ich mir den letzten Post anschaue), da stimmer ich aber zu.
« Letzte Änderung: 31. Dezember 2011, 11:23:55 von BoyScout »

Offline Georgios

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Re:[Des Spielers Chronik] Warum wir eigentlich doch Geschichten erzählen
« Antwort #4 am: 31. Dezember 2011, 11:24:35 »
Natürlich spiele ich RPG auch, um später die Geschichten meines SC erzählen zu können. Die Spielwelten müssen dazu schon so (künstlich?) angelegt sein, daß viele Konflikte möglich sind. Eine Spielwelt ohne (künstliche?) Konflikte wäre langweilig und zudem unspielbar.

Die Geschichte im Nachhinein erzählen ist wieder eine andere Sache. Eine Art Aufbereitung und Artikulation des Erlebten. Auch das machen die meisten Leute zu einer Geschichte, aber eben im üblichen und nicht-interaktiven Sinne.

Ich weiß nicht ob ich dir bei den Konflikten zustimmen würde. Zumindest scheinen mir die meisten Brettspiele ebenfalls Konflikte zu liefern, ohne dass man durch das Spielen eine Geschichte erzählt.
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Offline Georgios

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Re:[Des Spielers Chronik] Warum wir eigentlich doch Geschichten erzählen
« Antwort #5 am: 31. Dezember 2011, 11:25:35 »
@Georgios: Wenn du wirklich nicht gemeint hast, daß ein Happy End der Standard ist und alles andere erstmal Abweichung, dann solltest du wirklich deine Interpunktion nochmal überdenken

Gerne. Wie?
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Offline BoyScout

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Re:[Des Spielers Chronik] Warum wir eigentlich doch Geschichten erzählen
« Antwort #6 am: 31. Dezember 2011, 11:34:44 »
mmh, ich hätt's vielleicht so vorgeschlagen:

Wenn man etwas als Geschichte versteht, dann gelten unausgesprochene Grundannahmen,wie z.B., daß Charaktere danach streben das Richtige zu tun oder daß der Abenteuerverlauf sich zum Guten hin entwickeln soll und das zum Ende Gerechtigkeit waltet; und natürlich kann es auch anders kommen (und das tut es oft auch), aber dann wird dieses Brechen mit der unausgesprochenen...

Ich würde eine einfache Aufzählung machen und betonen,daß es mehrere gleichwertige Annahmen geben kann. Und statt Grundannahmen hätte ich vermutlich Erwartungen geschrieben. Dann passiert es auch nicht, daß jemand es so liest, als wäre das Ende festgelegt.
« Letzte Änderung: 31. Dezember 2011, 11:37:17 von BoyScout »

Offline Georgios

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Re:[Des Spielers Chronik] Warum wir eigentlich doch Geschichten erzählen
« Antwort #7 am: 31. Dezember 2011, 11:56:01 »
Ich würde eine einfache Aufzählung machen und betonen,daß es mehrere gleichwertige Annahmen geben kann. Und statt Grundannahmen hätte ich vermutlich Erwartungen geschrieben. Dann passiert es auch nicht, daß jemand es so liest, als wäre das Ende festgelegt.

Hmm. Ich sehe da keinen nennenswerten Unterschied. Auch die Wortwahl zwischen Annahme und Erwartung scheint mir eher stilistisch als semantisch begründet zu sein. Bei Erwartungen würde ich eher von einem festgelegten Ende ausgehen, als bei einer Annahme, die die Grundlage für alle folgenden Überlegungen (bzw. in diesem Fall Handlungen) ist. Ich meinte Annahme im Sinne von "so sollte es sein" und nicht "so wird es sein". Aber das weiter auszuführen, ginge jetzt zu weit.
« Letzte Änderung: 31. Dezember 2011, 11:58:07 von Georgios »
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Re:[Des Spielers Chronik] Warum wir eigentlich doch Geschichten erzählen
« Antwort #8 am: 31. Dezember 2011, 12:10:10 »
Zitat von: Georgios
Hmm. Ich sehe da keinen nennenswerten Unterschied.
Bei Annahme vs. Erwartung gebe ich dir Recht, daß sie gleichberechtigt sind (aber Erwartung = festgelegt, ernsthaft?), aber zum Rest: Dann mach' es halt nicht, wenn du es anders siehst oder es dir schwer fällt, war nur ein konstruktiver Vorschlag.

wirft scheinbar ja keine Probleme auf ;)
http://forum.rsp-blogs.de/index.php/topic,1051.msg5433.html#msg5433

cheerio
« Letzte Änderung: 31. Dezember 2011, 15:06:38 von BoyScout »

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Re:[Des Spielers Chronik] Warum wir eigentlich doch Geschichten erzählen
« Antwort #9 am: 31. Dezember 2011, 12:25:03 »
Eine Erwartung legt einen bestimmten Ausgang fest, den du eben erwartest bzw. mit dessen Eintreten du rechnest. Es kann keine unspezifische Erwartung geben, sie muss irgendwie bestimmt sein. Wenn man eine Geschichte einem bestimmten Genre zuordnet, dann hat man damit bestimmte Erwartungen an den Verlauf.

Eine Annahme ist eine laufende These, wie bestimmte Dinge funktionieren bzw. was für Zusammenhänge es gibt. Wenn wir von Geschichten sprechen, ist das also die laufende These, dass sich die Ereignisse in eine Richtung hin entwickeln. Wenn man der Betrachtung einer Kette von Ereignissen eine solche Annahme (also: es gibt Richtig und Falsch, Gut und Böse, etc. und die Ereignisse entwickeln sich in eine der beiden Richtungen) voraussetzt, dann hat man damit eine Geschichte.

Der Unterschied ist vor allem in der Grössenordnung und der Exaktheit des Ganzen. Je präziser und spezifischer deine Annahme, desto stärker näherst du dich einem Genre.
« Letzte Änderung: 31. Dezember 2011, 13:49:46 von Georgios »
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Re:[Des Spielers Chronik] Warum wir eigentlich doch Geschichten erzählen
« Antwort #10 am: 31. Dezember 2011, 15:07:41 »
wie auch immer, das war ja ohnehin nicht das Problem des Absatzes.