Eine Erwartung legt einen bestimmten Ausgang fest, den du eben erwartest bzw. mit dessen Eintreten du rechnest. Es kann keine unspezifische Erwartung geben, sie muss irgendwie bestimmt sein. Wenn man eine Geschichte einem bestimmten Genre zuordnet, dann hat man damit bestimmte Erwartungen an den Verlauf.
Eine Annahme ist eine laufende These, wie bestimmte Dinge funktionieren bzw. was für Zusammenhänge es gibt. Wenn wir von Geschichten sprechen, ist das also die laufende These, dass sich die Ereignisse in eine Richtung hin entwickeln. Wenn man der Betrachtung einer Kette von Ereignissen eine solche Annahme (also: es gibt Richtig und Falsch, Gut und Böse, etc. und die Ereignisse entwickeln sich in eine der beiden Richtungen) voraussetzt, dann hat man damit eine Geschichte.
Der Unterschied ist vor allem in der Grössenordnung und der Exaktheit des Ganzen. Je präziser und spezifischer deine Annahme, desto stärker näherst du dich einem Genre.