Autor Thema: [hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten  (Gelesen 3773 mal)

Offline BoyScout

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Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #30 am: 09. Februar 2011, 15:17:02 »
Lustig, daß von den "weniger engagierten" nie erwartet wird, sich auf solche Weise anzupassen.

Ich sehe das so, daß es halt gemacht werden muss. Miese, nicht funktionierende Regeln müssen ausgemerzt werden. Spielweltlücken müssen gefüllt werden. Abenteuer müssen vorbereitet werden. Wie soll das sonst funktionieren? Als Spieler hat man zumindest die Aufgabe einem SL gleich viel Arbeit abzunehmen. Ich trenne SL und Spieler vom Aufwand daher auch nicht unbedingt.

Nehmen wir das Beispiel Regeln modifizieren. Ich mache das nicht mal besonders gerne. Eigentlich mag ich es überhaupt nicht. Ich beschäftige mich lieber mit Spielwelthintergründen, Ausgestaltungen usw. Eigentlich will ich fertige, funktionierende Regeln, die meinen Geschmack treffen. Die gibts aber nicht. Das Anpassen (und Lesen) von Regeln nimmt aber fast die Gesamte Zeit ein (vom Rest bereite ich Abenteuer vor, wenn ich SL bin), d.h. ich kann mich in den letzten JAHREN also nicht mal da austoben, wo ich es möchte, wo natürlich dann auch nichts passiert. Da fragt man sich doch sicher: Ja gut, aber es gibt ja auch andere Spieler in einer Rollenspielrunde, was machen die eigentlich?
Und genau das frage ich mich auch immer.  
« Letzte Änderung: 09. Februar 2011, 15:19:33 von BoyScout »

Norbert

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Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #31 am: 09. Februar 2011, 15:43:11 »
Mir geht's manchmal genauso. Aber nach 27 Jahren Spielleiten hab ich mich dran gewöhnt, derjenige zu sein, der an den Regeln feilt ;)
Das macht nicht immer Spaß, aber wenn ich damit durch bin, umso mehr ;D

Offline Georgios

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Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #32 am: 09. Februar 2011, 15:55:47 »
Du verwendest die Metapher vom leidenschaftlichen Koch und transferierst sie aufs Rollenspiel.
Nun habe ich dir aus gutem Grund eine ernstgemeinte Frage gestellt und möchte gerne wissen, was für dich dann die McDonald's-Esser des Rollenspiels sind.

Nein, ich habe über Rollenspieler gesprochen und dabei den Vergleich mit dem leidenschaftlichen Koch gemacht, um das zu veranschaulichen. Leidenschaftlicher McDonaldsesser ist daher ein Widerspruch. Denn entweder sie sind leidenschaftlich gegenueber dem was sie tun, oder es ist ihnen egal und sie stopfen alles in sich rein. Ich vermute mal, dass das mit McDonaldsesser gemeint war. Von daher gibt es dazu kein Äquivalent. Vor allem ist es hier egal was sie spielen, solange es eben mit Sorgfalt oder Leidenschaft betrieben wird.
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Offline Zornhau

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Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #33 am: 09. Februar 2011, 16:01:59 »
Die Frage ist nicht, ob man diese "unengagierten Rollenspieler" umtrainieren kann, wie zuvor von dir gefragt - das wäre ja blödsinn jetzt zu sagen, daß es ihr gutes RECHT wäre - sondern, was man als Vollblutrollenspieler TUN kann, wenn einem das Engagement nicht ausreicht um selber Spass zu haben.
Niemand hatte hier vorgeschlagen "mittelengagierte Rollenspieler" irgendwie "umzutrainieren", was allein schon von der Idee her Unsinn wäre.

Es gibt ja nichts zu trainieren. Engagement-Intensität kann man nicht trainieren, sondern bestenfalls den Boden dafür schaffen, daß sie aus dem einzelnen Spieler selbst erwächst. Und wenn nicht, dann halt nicht.

Du möchtest also wissen, was man als "Vollblutrollenspieler" TUN kann, wenn einem das Engagement der Mitspieler nicht ausreicht, daß man selbst noch seinen Spaß hat?

SPRICH mit Deinen Mitspielern!

Erzähle ihnen davon, wie DU Dir DEINE Runde wünschen würdest, was DIR Spaß bereitet, und FRAGE sie, wie man GEMEINSAM erreichen kann, daß es wieder zwischen EUCH ALLEN als Gruppe funktioniert, daß nicht einer - Du - keinen Spaß mehr am gemeinsamen Spiel hat.

Und wenn ihr als GRUPPE keine Lösung dafür findet, dann ist es Zeit sich andere Mitspieler zu suchen.

Jeder Mensch entwickelt sich. Man hat gewisse Vorlieben, die eine gewisse Zeit halten. Dann öden sie einen an. Dann sucht man sich was anderes. - Das ist normal.

Manche Spielgruppen wachsen auseinander. Da spielen so viele verschiedene Faktoren rein, daß man das nicht pauschal nur einem Grund zuordnen kann. Und ein SYMPTOM ist ein Nachlassen im Engagement einzelner Spieler. - Das ist eine Art "Zersetzungsprozess".

Was aber, wenn die Gruppe bzw. einzelne Spieler darin NIE in "vollem Saft und voller Kraft" standen? - Dann kann man auch kein Nachlassen des Engagements spüren, weil es nie von einer gewissen Höhe gesunken ist, sondern weil es immer nur im unauffälligen Mittelfeld war.

Ist das schon ein Grund die Gruppe zu verlassen?

Zitat von: zornhau
solchen sich selbst als Elite herausstellenden "Besserspielern" eines sagen: Nehmt Euch mal besser NICHT so wichtig!
Das ist ja wohl die Höhe. Dieser Bullshit kam doch wohl von DIR! Den Schuh darfst du dir mal schön selber anziehen. Diese Qualitätsdenke von dir halte ich für schädlich. Natürlich spielen beide Rollenspiel, natürlich haben beide das Recht dazu, wie ich SCHRIEB, aber eben so wie zwei Runden unterschiedliche Settings spielen, sind sie inkompatibel.
Wenn DU von "Vollblutrollenspielern" sprichst und dabei DICH zu aller erst meinst, dann kommt die "Qualitätsdenke" wohl doch eher von DIR SELBST!

Aber NATÜRLICH gibt es Qualitätsmaßstäbe, nach denen ein jeder seine Mitspieler und seinen Spielleiter und die aktuelle Runde beurteilen wird!

Wie war ich heute? - Nicht nur beim Sex, sondern auch beim Spielleiten eine heikle Frage, die man als Spieler, weil man ja gerne weiter mitspielen möchte und dem Betreffenden ja in solch einer emotional verletztlichen Situation nicht brutal eins reinwürgen möchte.

Wer hat wie gut mitgespielt? - DASS das eine wichtige Frage ist, steht - so meine ich - außer Zweifel. Sonst würde es nicht REGELN dafür geben, die Bonus-XP für "gutes Rollenspiel", die mehr Fan-Mail, mehr Bennies, mehr was auch immer für die Spieler vorsehen, die sich MEHR engagiert haben.

Das sind ja regeltechnische Belohnungsmechanismen, die nicht den Charakter für irgendwas belohnen, sondern den SPIELER! Und zwar für "hohe Qualität im Rollenspiel". Wie auch immer man diese Qualität nun feststellen mag.

Es ist eh SUBJEKTIV! - Ich weiß nicht, ob es bei Rollenspielern wie bei Autofahrer ist, daß sich 90% für gute Rollenspieler halten, aber der Meinung sind, daß 90% schlechte Rollenspieler wären.

Die regeltechnischen Qualitäts-Belohnungen gehen meist von der BEURTEILUNG des spielerischen GESAMTEINDRUCKS durch den Spielleiter oder bei Fan-Mail die anderen Mitspieler aus. - Also WIRD etwas beurteilt. IMMER.

Man kann nicht einmal ein Spielsitzung spielen, bei der nicht während oder spätestens nach der Spielsitzung bei JEDEM im Kopf ein URTEIL über die Qualität der Spielsitzung, der Gruppe und jedes einzelnen Mitspielers inklusive Spielleiter vorhanden wäre.

Somit: Qualität des Mitspielens GIBT es. Sie wird STÄNDIG bewertet. JEDER bewertet alles und jeden anderen.

Und Rollenspieler jeglicher Färbung leben damit seit den Anfängen des Hobbys.

Und da ist die Lösung doch wohl: Man sucht sich die anderen egagierten Rollenspieler und lässt die unengagierten im Regen stehen. Es ist doch wohl das gute Recht die Leute ihr Hobby machen zu lassen und eben mit Leuten zu spielen, die eher auf einer Wellenlänge spielen.
In was für einem "Regen" sollen denn die Besserspieler die Schlechterspieler stehen lassen?

Was klar ist: Gefällt es einem aus welchem Grund auch immer nicht mehr in einer Runde, dann sucht man sich ein neues Gruppenumfeld, in dem es einem (hoffentlich) besser gefällt.

Das sehe ich erst einmal ziemlich neutral. - Ein "im Regen stehen Lassen" kommt mir wie ein Nachtreten vor: "Soll es ihnen doch schlecht ergehen! Sie haben MICH nicht pflichtgemäß und nach MEINEN Qualitätsmaßstäben unterhalten! Nun setze ich diese Versagerspieler vor die Tür, daß sie frieren mögen und krank werden."

Natürlich sucht man sich Leute, mit denen man irgendwie auf einer Wellenlänge ist. - Welche Kriterien das genau sind, das will man doch eh nicht einmal im Detail wissen! Da geht viel mehr die persönliche Sympathie, der Gesamteindruck von der Persönlichkeit des Mitspielers ein, als dessen "objektiv belegbaren" Eigenschaften wie Regelkenntnis, Häufigkeit der aktiven Beteiligung an Problemlösungen in der Spielgruppe, sprachliche Versiertheit, usw.

Wenn ich jemanden nicht mag, dann spiele ich nicht mit ihm (außer vielleicht auf Con-Runden, wo ich während der Runde erkenne, daß ich diesen Mitspieler nicht mag - Con-Runden sind oft die Katze im Sack, was die Mitspieler-Sympathien anbetrifft).

Aber wer sich an MEINEN Spieltisch setzt, den MAG ich. Mit dem bin ich bereit zu SPIELFREUNDEN zu werden. Und den lasse ich auch nicht "im Regen stehen".

Ich versuche ihn auch nicht "umzuerziehen" oder "zu trainieren". - Was ich hingegen mache ist, zu überlegen, an was ER UND ICH GEMEINSAM Spaß haben könnten. Und das ist es dann, was wir zusammen spielen.

Ich kenne manche Spieler, die ich als Mitspieler SEHR schätze, aber mit denen ich nicht jedes Setting, nicht jedes Regelsystem und auch nicht in jeder Gruppenzusammensetzung mit anderen Mitspielern spielen würde.

Was als Gruppe harmoniert, dafür sollte man mindestens als Spielleiter ausreichend Menschenkenntnis mitbringen, denn der Spielleiter ist als Gruppenführer eben auch für die soziale "Mischung" seiner Gruppe verantwortlich. Er bindet alle ins Spiel ein. Er ermöglicht JEDEN NACH SEINEN MÖGLICHKEITEN sich im Spiel zu beteiligen.

Kaum ein Rollenspielsystem FORDERT ausschließlich "Hochleistungsrollenspieler". - Sogar die wüstesten Regelmonster an Spielsystemen können von Regellernvermeider-Spielern gespielt werden, wenn DIE GRUPPE hier unterstützt.

Natürlich müssen sich die einzelnen Mitspieler auch gegenseitig HELFEN LASSEN wollen. - Aber wer da schon rumzickt, den finde ich wahrscheinlich auch nicht sympathisch genug für meine Runden.

Man muß nicht "Leistungsrollenspiel" betreiben, bei dem jeder Einzelne versucht der Schönste, der Größte, der Beste zu sein. Sondern eine funktionierende Gruppe ist immer mehr als jeder einzelne beitragen kann. Und DAS ist es, was ich am Gruppenspiel im Rollenspiel so liebe! Gemeinsam kommt einfach mehr und besseres dabei heraus, als jeder für sich erreichen könnte.

Wie in vielen Gruppen haben auch in einer Spielgruppe die unterschiedlichen Mitglieder unterschiedliche Rollen (nicht die Charakterrollen, sondern funktionale Rollen im Gruppengefüge). Und genau hier haben auch die Leute ihren Platz, die den KITT der Gruppe, den ZUSAMMENHALT, den KLEBSTOFF, der die einzelnen Leute eint, darstellen. Das sind meist nicht die "Intensivtäter" unter den Mitspielern, aber es sind Mitspieler, die einfach allen in der Gruppe ein gutes Gefühl geben, wenn sie dabei sind, und die der Gruppe fehlen, wenn sie mal nicht mitspielen.

Es geht um die GRUPPE.

Wenn Du also in Deiner aktuellen Gruppe Dich persönlich unglücklich fühlst, dann ist es die Aufgabe der Gruppe Dich einzubinden, Deinen Schmerz zu erkennen und zu lindern. - Schafft sie das nicht, dann brauchst Du eine andere Gruppe.

Und ich halte es auch für einen vollkommen legitimen Wunsch sich Spieler zu suchen, mit denen man u.U. mehr Spass hätte, anstatt wie von Zornhau gefordert auf SPARFLAMME mit anderen Leuten zu spielen, weil "die ja das Hobby sind". Es geht ja gerade um den Fall, das eine Runde darunter leidet.
Ich "fordere" hier NICHT irgendwas "auf Sparflamme" zu tun.

Und schon garnicht, weil die "mittel-engagierten Rollenspieler" das Hobby tragen.

Das wäre eh KEIN GRUND irgendwas für MEINE EIGENE Gruppe zu entscheiden. Das ist nur etwas, was den Stand des Hobbys insgesamt betrifft, die Verlagslandschaft, die Läden, das Angebot, die Nachfrage, das Spielerangebot, die Spielrundennachfrage.

Ich PLÄDIERE dafür nach dem Prinzip GGG (good, giving, game) einfach MITEINANDER Mühe zu geben, sich aufeinander einzulassen, andere zu beteiligen, und auch mal was auszuprobieren und mitzumachen, was jemand anderem in der Gruppe Freude bereitet. - Eigentlich halte ich solch einen Umgang für selbstverständlich.

Daher schlage ich vor mit Mitspielern, die man MAG, die der Gruppe GUT TUN, eben etwas zu finden, was ALLEN ausreichend Freude bereitet, und das dann mit Spaß für alle zu spielen.

Natürlich "verzichtet" man dabei auf etwas: Nämlich auf EGOISTISCHES DURCHPRÜGELN seiner eigenen Wünsche in MISSACHTUNG der Gefühle und Wünsche der anderen Mitspieler in der Gruppe. - Und diesen Verzicht sich wie ein egoistisches Arschloch zu benehmen halte ich auch für selbstverständlich.

Das Hardcorerollenspieler nur wenig Produkte kaufen... gewagt.
...
Es liegt also an der ANZAHL und nicht daran wie engagiert man ist, ob sich die Bücher verkaufen.
Natürlich liegt es allein an der ANZAHL verkaufter Produkte, ob es einem Verlag gut genug geht, daß er weiterhin im Geschäft bleiben kann, oder nicht!

Was denn sonst?

Hard Core Rollenspieler kaufen pro Individuum vielleicht viel mehr unterschiedliche Produkte als ein "Normalrollenspieler" so pro Jahr erwirbt. Aber es gibt nicht so viele dieser Hard Core Rollenspieler, als daß davon auch nur nennenswerte Umsatzzahlen die hiesige und gar die internationale Verlagslandschaft stützen könnten. Die Stütze, das sind die Verkäufe an die zahlenmäßig weit überlegenen Normalrollenspieler.

Und ohne diese Stütze, gingen die professionellen und semi-professionellen Verlage ein.

Und ohne die Verlage, die RICHTIGES Geld in Produkte stecken, bleiben nur noch die "Keller-Werkstätten" der Selbstverlage.

Und mit welchen Folgen?

Jetzt schon spürbar: Die WIRKLICH kreativen Köpfe, die so engagiert und so findig sind, daß sie so getrieben sind von ihrer Spiellust leben zu wollen, landen in der Computerspielebranche. Dort ist das Geld. Dort wird gekauft. Dorthin gehen Illustratoren, Autoren, Regelentwickler.

Ohne Pen&Paper-Verlage wäre dieser "Brain Drain" noch weit stärker spürbar.

Denn dann verbliebe eine Art ausgetrockneter Aral-See an Rollenspiellandschaft, wo nur irgendwelche Eremiten ihren "neuesten" Heartbreaker im Selbstverlag ins Internet schmeißen, auf den dann nur noch eine geringe Population an hochgradig exzentrischen Rollenspielnostalgikern abfährt. - Das Hobby wäre nicht tot, aber es läge im Siechenbett und käme nie mehr auf die Füße!

Das Rollenspielhobby lebt NICHT von den exzentrischen Exotenprodukten und deren Herstellern und Abnehmern - dazu sind diese zu unbekannt, zu wenig zahlreich und zu verschroben um konsensfähig zu sein.

Das Rollenspielhobby lebt von JEDER NORMALEN UNSPEKTAKULÄREN DSA-, D&D-, SR-Runde "da draußen". Von den Spielrunden die ÜBERALL tatsächlich gespielt werden!

Sie sind das HERZ des Hobbys.

Und das HERZ braucht die Verlage, denn nur über die Verlage kommen die Produkte in Läden, in die Spielrunden, überhaupt ins Bewußtsein dieser Spieler.

Internet-Intensivnutzer, die sich mit lauter "Nano-Press"-Produkten befassen (Micro- wäre schon zu hoch gegriffen), sehen ganz anders auf das Hobby. Sie sehen wie mit einem Mikroskop, mit einem Rasterkraftmikroskop auf das Hobbyangebot und entdecken lauter neue Details und neue Produkte und alles ist toll auch ohne Verlage.

Leider nein.

Tritt man mal einen Schritt zurück, dann sieht man, daß STÄNDIG neue Spielprodukte erscheinen. Aber WER KAUFT DAS ZEUGS?

Kaum jemand!

Die Verkaufszahlen der Labyrinth-Lord-Produkte, die Moritz ja monatlich veröffentlicht, sprechen hier beispielhaft für sich. - So toll manche seiner Produkte sind, so gerne sie von einem gewissen Kreis an Kunden gekauft und bespielt werden, so WENIGE Exemplare werden verglichen mit den HERZ-LUNGE-Produkten wie DSA tatsächlich verkauft. - Derartige Verkaufszahlen gehen im Rauschen unter. Das trägt nichts und niemanden.

Und schaut man sich mal die in meinen Augen als SCHWEMME zu bezeichnenden Rollenspielprodukte an, die jeden Monat neu erscheinen - eine Fülle davon in meiner Perspektive auf den PDF-Produktmarkt als Kauf-PDFs - dann ist davon einfach ein großer Teil SCHROTT. Wirklich schlecht. So schlecht, daß sogar der Aufwand dies als PDF zu erstellen und anzubieten nicht gerechtfertigt erscheint.

Mit solchem Schrott "rettet" sich das Rollenspielhobby NIEMALS über ein etwaiges Verlagssterben!

Dieses Zeugs weiß nicht nur NICHT ZU BEGEISTERN, sondern es ist CHARMELOS - hat nicht einmal den Charme eines "trashigen" in 120 Stück Auflage selbst gedrucken Heartbreakers.

Klar kann man JEDEN kommerziellen Verlag heutzutage vermeiden und nur Produkte für sein Rollenspielhobby verwenden, die frei zugänglich sind, aus kleinsten Verlagen oder im Selbstverlag herauskommen, usw. - Das geht, weil vieles davon via Internet verfügbar gemacht wird.

Aber WOHER haben denn diese Leute ihre IDEEN?

WIE sind diese Leute zum Rollenspielhobby gekommen?

Genau!

Durch die GROSSEN Systeme! -Viele dieser Heartbreaker oder Nicht-einmal-Heartbreaker, und viele der Indie-Games sind einfach nur ADD-ONs oder GEGENENTWÜRFE zu den GROSSEN Systemen!

Nicht etwas wirklich völlig Neues, sondern nur ein "Dagegen!". Nicht etwas völlig Neues, sondern nur eine "Chimäre" aus mehreren Mechaniken mehrerer Großer.

Das ist eine Art INZESTUÖSER SELBSTBEFRUCHTUNG, die zu MISSGEBILDETEN Produkten führt - nicht zu neuem Leben für das Hobby.

Neues Leben kommt durch den beständigen (Blut-)Strom unterstützter Produktreihen der Großen ins Hobby! Dieser Strom ermöglicht es auch den Putzerfischen unter den Verlagen zu leben. Und er ermöglicht auch eine so solide BASIS-BEGEISTERUNG, daß aus diesem Strom Leute für ECHTE NEUERUNGEN den Boden finden, von dem sie sich auf ihren eigenen Schwingen in die Lüfte der Kreativität emporstoßen können, statt im Morast der rottenden Chimären-Produkte wie Vögel in einer Ölpest kreativ zu ersticken und elend zugrunde zu gehen!

Nur ein mit GESUNDER BREITE in der Gesellschaft betriebenes, von soliden Verlagen professionell unterstütztes Hobby ist eines, das Bestand haben kann.


Es geht darum, wie Georgios richtig sagte, sich MÜHE zu geben, daß jeder in der Runde merkt, daß einem was daran liegt.
Genau meine Meinung.

Ansonsten ist es effektiv nicht Hobby sondern Zwischendruchzeitvertreib.
Und DAS ist UNFUG! - Natürlich ist das immer noch dasselbe Hobby! Der Unterschied ist nur die Art damit umzugehen.

Und da findet jede Gruppe IHREN EIGENEN WEG.

Und für manche Gruppen ist ihr Weg halt von weniger Sorgsamkeit, weniger Achtsamkeit, weniger Wertschätzung für die Inhalte und den gegenseitigen Umgang geprägt. - Dann ist das halt so.

Daß man das beklagenswert findet, steht außer Frage. Es gilt hier, wie bei allen anderen Themen ja die Frage nach den TUGENDEN im Rollenspiel und der tugend-orientierten SPIELMORAL. Denn diese ist es, die einem den Schluß nahelegt, daß das Spiel mit geringer Wertschätzung "schlecht" sein, während das Spiel mit hoher Wertschätzung "gut" sei. - Das ist dann GUTES Rollenspiel gegenüber dem UNtugendhaften, dem schlechten.

Solche Moralfragen gab und gibt es in jedem Hobby bezogen auf bestimmte Eigenschaften, die als Wertmaßstäbe herangezogen werden. Diese TUGENDEN sind es, die zu den hochgradig emotionalen Reaktionen führen, wenn jemand eine völlig konträre, unvereinbar(erscheinende) Tugend vertritt. Das ist normal. Denn die Tugenden sind es, die einen stützen, die einem die Urteilskraft geben. Und ohne Urteilskraft aufgrund von Tugenden keine Spielmoral. Und ohne Spielmoral KEINE LIEBE für das Hobby!

RPG ist Geben und Nehmen, nicht nehmen, nehmen, nehmen.
Eben.

Und DU erwartest also, daß ANDERE irgendwie MEHR geben sollten, als sie es tun.

Was sagen denn die anderen dazu? - Hast Du ihnen das schon mal gesagt? Hast Du mit der Gruppe versucht Dein Problem anzusprechen und zu lösen?
« Letzte Änderung: 09. Februar 2011, 16:04:00 von Zornhau »

Norbert

  • Gast
Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #34 am: 09. Februar 2011, 16:17:15 »
Ich habe über Rollenspieler gesprochen und dabei den Vergleich mit dem leidenschaftlichen Koch gemacht, um das zu veranschaulichen. Leidenschaftlicher McDonaldsesser ist daher ein Widerspruch. Denn entweder sie sind leidenschaftlich gegenueber dem was sie tun, oder es ist ihnen egal und sie stopfen alles in sich rein. Ich vermute mal, dass das mit McDonaldsesser gemeint war.

Nein, war es nicht, und ich denke auch, daß du das weißt.
Es gibt Leute, die essen mit *Leidenschaft* McDonald's, sie tun es einfach. Und weil du das leidenschaftliche Kochen eben deutlich über das Essen bei McDonald's stellst, um den Unterschied zwischen "engagierten" und "anderen" Rollenspielern zu illustrieren, stelle ich diese Frage.

Es gibt eben auch Rollenspieler, die in deinen Augen "nicht engagiert" spielen, die sich einen Furz um Regeln, Hobbyhistorie oder sonstiges Umfeld kümmern, die gerne spielen, weil sie gerne mit den anderen Leuten zusammen sind. Kurz: Leute, die nicht viel ins geheiligte Hobby investieren, die nicht "sorgfältig" das Hobby betreiben, ABER TROTZDEM Rollenspieler sind.

Was daran so schlimm sein soll, entzieht sich mir, und zwar komplett. Genau das meinte Zorni ja, als er von Besserspielern schrieb. Deine Maßstäbe des "enagagierten und sorgfältigen Rollenspiels" sind nur deine eigene Meinung, der niemand, kein einziger anderer Spieler, entsprechen muß. Und trotzdem kann er sich -- mit Recht -- Rollenspieler nennen.

Norbert

  • Gast
Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #35 am: 09. Februar 2011, 16:27:06 »
Noch ein kurzer Einwurf zu Boyscouts
Das Hardcorerollenspieler nur wenig Produkte kaufen... gewagt.
...
Es liegt also an der ANZAHL und nicht daran wie engagiert man ist, ob sich die Bücher verkaufen.

Zornhau ist schon drauf eingegangen, deshalb wirlklich nur kurz ein 101 der Marktwirtschaft:

Umsatz = Preis x Anzahl verkaufter Produkte
Rollenspielverlage machen also viel Umsatz, indem sie
- entweder (sehr) hochpreisige Produkte in geringer Zahl verkaufen
- oder nicht hochpreisige Produkte in großer Anzahl verkaufen.

Mehr Möglichkeiten gibt es nicht. Da sind wir uns einig, oder?

Hardcore-Rollenspieler gibt es weit weniger als "Normalrollenspieler". Da sind wir uns ebenfalls einig, oder?

Um nun also mit Hardcore-Rollenspielern viel Umsatz zu machen, müßten Rollenspielverlage sehr hochpreisige Produkte verkaufen, und zwar so hochpreisige, daß sie durch den Verkauf an die wenigen Hardcore-Rollenspieler die fehlende Käufermasse wettmachen könnten. Das ist einfach unmöglich.

Den Mist machen viele Hühner, nicht die paar Gockel, die größere Haufen scheißen als die anderen.

Offline BoyScout

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Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #36 am: 09. Februar 2011, 16:51:35 »
@Mann ohne Zähne: Wieso hast du in deinem Quote meine Aussage "Wenn es mehr engagierte Spieler gäbe, würden genauso viele bücher verkauft werden, da die Spieleranzahl dieselbe bleibt" durch drei Punkte ( ...) ersetzt? Ich muss davon ausgehen, daß du es überlesen hast.
Also:
- Zornhau sagt: engagierte RPGler sind zahlenmäßig weniger und kaufen in Summe wenig Rollenspielbücher , das Gros kaufen die nicht engagierten. Und wenn die alle weg wären, würden keine Bücher mehr verkauft werden.
- ich sagte: Blödsinn. Mein Anliegen war nicht "ich will, daß alle nicht engagierten RPGler nicht mehr RPG spielen" sondern "es wäre mir lieber mehr engagierte RPGler zu haben".
- und angenommen alle nicht engagierte RPGler wären nun engagierte, glaubst du da allen ernstes, daß die RPG Verkäufe einbrechen würden?

Es ist also nicht so, daß man nicht engagierte Rollenspieler braucht um Bücher zu vekaufen, man braucht einfach nur viele Rollenspieler. Das die meisten davon nicht engagiert sind ist einfach nur Zufall (bzw. naturgegeben) und WAR JA genau der Kritikpunkt! Die Bücher werden NICHT verkauft weil die leute nicht engagiert sind, sondern weil es die Mehrheit ist. Tragischerweise ist das aber wohl in jedem Hobby so.

für Zornhaus Post nehme ich mir lieber einen seperaten Tag.


p.S: Ich habe mit Leidenschaftlichen McDonald's Essern keine Probleme. Die sind doch voll bei der Sache. Wie zuvor war mein Anliegen nicht auf die Qualität bezogen.
« Letzte Änderung: 10. Februar 2011, 02:01:06 von BoyScout »

Offline Georgios

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Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #37 am: 10. Februar 2011, 00:14:32 »
Nein, war es nicht, und ich denke auch, daß du das weißt.

Du denkst falsch. Vielleicht solltest einfach mal sagen was du sagen willst und nicht irgendwelche Fragen mit Hintergedanken stellen. Ich bin der Meinung eine ehrlich geführte Diskussion ist immer ergiebiger als so ein rhetorisches Schattenfechten.

Es gibt Leute, die essen mit *Leidenschaft* McDonald's, sie tun es einfach. Und weil du das leidenschaftliche Kochen eben deutlich über das Essen bei McDonald's stellst, um den Unterschied zwischen "engagierten" und "anderen" Rollenspielern zu illustrieren, stelle ich diese Frage.

Der McDonald's Vergleich kam von dir. Demnach kam auch die Wertung von dir. Unterstelle mir bitte nicht irgendwelche Ansichten, die allein du in diesem Thread heraufbeschworen hast. Ich wäre dir dankbar, wenn du mich nicht mit so einem Nonsens belästigen würdest.
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Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #38 am: 10. Februar 2011, 02:06:17 »
@Zornhau:
Ich glaube im großen und Ganzen sind wir einer Meinung, nur das du jedes zweite Wort umdrehst oder mir Dinge erzählst, die ich bereits geschrieben habe:

Punkt 1:
Du solltest genauer darauf achten, was du schreibst.
Wenn du erst dies schreibst
Zitat von: Zornhau
Das ist es, was mir im Blog-Artikel und in der folgenden Diskussion fehlt: WAS TUN?

Ein paar Gedanken dürfte sich ja wohl jeder, der den Artikel gelesen hat, gemacht haben. - Also HER DAMIT!

Wer dem Artikel ganz oder teilweise zustimmt, der sollte doch NICHT SELBST in die phlegmatische Konsumhaltung verfallen, sondern AKTIV was tun wollen, daß die Liebe zum Rollenspielhobby in den Herzen auch der geringschätzigsten Spieler wieder entflammen möge.

dann kannst du jetzt nicht dies schreiben:
Zitat von: Zornhau
Niemand hatte hier vorgeschlagen "mittelengagierte Rollenspieler" irgendwie "umzutrainieren", was allein schon von der Idee her Unsinn wäre.

Dann macht man sich vielleicht nicht mehr die Mühe die Unmengen Text zu lesen, weil du sowieso jede Aussage neu auslegst. Klar, kann man jetzt Korinthen kacken und sagen umtrainieren ist nicht dasselbe wie entflammen. Scheiss drauf. MEINE Aussage war: Man muss diese Leute nicht manipulieren, weil sie offensichtlich so spielen wollen. DEINE Aussage war:
Zitat von: Zornhau
der sollte doch NICHT SELBST in die phlegmatische Konsumhaltung verfallen, sondern AKTIV was tun wollen, daß die Liebe zum Rollenspielhobby in den Herzen auch der geringschätzigsten Spieler wieder entflammen möge
Was ganz offensichtlich eine Einflussnahme ist. Und ich bin immer noch der Meinung, daß man das nicht tun muss, denn meistens tun die Leute das ja bewusst. Bei Leuten, die von Rollenspiel nichts wissen kann man noch Überzeugungsarbeit Leisten, aber langjährige Spieler werden schon wissen wie und warum sie sich wieviel Mühe geben.

Punkt 2:
Ich habe sicher überdurchschnittlich viele Rundengespräche und wir wissen relativ genau was den jeweils anderen anpisst, selbst in meiner neueren Runde weiss zumindest ich das. Aber von dort bis zur Bereitschaft etwas zu tun, ist es etwas GANZ anderes. Für die meisten Spieler, die ich kenne, ist der Kuchen gegessen, wenn sie selber zufrieden sind. Von einem habe ich das sogar als mündliche Bestätigung!
Deswegen kam ich ja überhaupt nur auf die Idee, daß für mich eine Rollenspielrunde erst eine ist, wenn die Spieler als Einheit funktionieren.
Da es aber genug Leute gibt, die das scheinbar als persönliche Unterhaltungsveranstaltung sehen und es für sie im Rollenspiel offensichtlich so funktioniert, ist das inkompatibel. Ich habe auch keine Lust mit dir darüber zu streiten ob das jetzt ein anderes Hobby gleichen namens oder dasselbe Hobby gleichen namens ist. Es ist im Großen und Ganzen inkompatibel. Und ich halte dieses Casualgamertum nicht für schlecht oder unmoralisch! Das überlasse ich dir. Ich finde es nur ärgerlich, daß es so viele davon gibt.

Zitat von: Zornhau
Es geht um die GRUPPE.
Ganz meine Meinung, daß ist die Art von Rollenspiel, die ich auch spielen möchte.
So, da gibt es offenbar Leute, die du nicht in deiner Runde haben willst. Aber schau an, diese Leute spielen auch Rollenspiel, und zwar auf eine GANZ andere Weise, nämlich NICHT als Gruppe, sondern als Zweckgemeinschaft. Du hast klar geschrieben, daß das für dich ein Aussschlusskriterium ist.

Zitat von: Zornhau
Ich PLÄDIERE dafür nach dem Prinzip GGG (good, giving, game) einfach MITEINANDER Mühe zu geben, sich aufeinander einzulassen, andere zu beteiligen, und auch mal was auszuprobieren und mitzumachen, was jemand anderem in der Gruppe Freude bereitet. - Eigentlich halte ich solch einen Umgang für selbstverständlich.
Damit schliesst sich dann ja der Kreis, denn das ist genau die Aussage des Beitrags gewesen. Es ist gut, daß du die Mühe nun AUCH plädierst, weil das ja bereits so im Beitrag oder von Georgios herausgestellt wurde. Dann sind wie wenigstens einer Meinung. Ansonsten willkommen im Rollenspielalltag. Ich will dir deine Träume nicht kaputt machen, aber das ist nicht für jeden selbstverständlich. Du sprichst bereits von eben jener RANDGRUPPE, die ich schwinden sehe. Ich kenne sogar KAUM Spieler, die zu dieser Randgruppe des GGG gehören.

Dazu eine Anekdote:
Vor ein paar Jahren konnten wir ne Reihe RPG Neueinsteiger ins Hobby ziehen. Junge Leute, die unendlich viel Zeit haben. Aber von Anfang an stimmte da etwas nicht. Die Aktivität beschränkte sich aufs Kommen, Regel kennen (immerhin) und Mitspielen. Die Motivation war extrem schwankend, wie Kiddies eben sind, wenn mal irgendwas nicht optimal lief wurde genörgelt. Sprich ausser Forderung war da nichts. Bis mir irgendwann (als SL) auffiel, moment Mal, Wir spielen nicht zusammen, die spielen mit MIR. Ich bin nur ein verdammter Fernseher und wenns langweilig wird, wird umgeschaltet.
Als dann alle merkten, daß ich etwas mehr ... Teilnahme erwarte, weil ich nicht den Clown spielen wollte, passte es ihnen nicht in ihre Vorstellung von Rollenspiel. Die betreiben jetzt ihre eigene Casualrunde aus One-Man Shows, wo die Absagen teilweise noch AM SPIELTAG eintrudeln.
Ich mag die Leute aber nicht weniger oder mehr als die meisten anderen und wir zocken Brettspiele. Aber den RPG Alptraum würde ich ums verrecken nicht mitmachen.

Punkt 3:
Natürlich KANN man alles bewerten, wenn man muss. Ich sagte nur, es kommt NICHT GUT AN! Deswegen sollte man darauf verzichten. Vollblutrollenspieler ist keine Herabwürdigung anderer. Es bezieht sich nur darauf wie motiviert man dabei ist. Viele Dinge können meine Mitspieler einfach BESSER als ich. Eliterollenspieler impliziert dagegen schon eine Herabwürdigung anderer meiner Meinung nach.
Ich weiss nicht, ob dir noch nicht klar ist, daß wir hier nicht von Qualität reden, sondern davon sich Mühe zu geben. Das hat Georgios ja schon versucht zu erklären:
Man kann SCHLECHT sein und sich trotzdem Mühe geben, man kann GUT sein und seinen Hintern nicht hochbekommen.

Punkt 4:
Zitat von: Zornhau
In was für einem "Regen" sollen denn die Besserspieler die Schlechterspieler stehen lassen?
Ich hatte geschrieben, weniger engagierte wären auf engagierte angewiesen. Im Regen stehen lassen heisst, keinen mehr zu haben, der für einem die Arbeit macht. Das ist kein Nachtreten, aber Alleinunterhalter ist man ja schlieslsich auch nicht.
Ich werde versuchen auf kryptische Metaphern zu verzichten.

Punkt 5:
zu der Erklärung der Verlagssituation, siehe Post Nr.36
« Letzte Änderung: 10. Februar 2011, 02:28:11 von BoyScout »

Norbert

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Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #39 am: 10. Februar 2011, 11:18:30 »
Du denkst falsch. Vielleicht solltest einfach mal sagen was du sagen willst und nicht irgendwelche Fragen mit Hintergedanken stellen. Ich bin der Meinung eine ehrlich geführte Diskussion ist immer ergiebiger als so ein rhetorisches Schattenfechten.

Unterstellung der übelsten Sorte. Wir beide scheinen, zumindest in der schriftlichen Diskussion, keine Freunde zu werden. Das finde ich schade.
Ich werfe das Handtuch. Mit dir kann und werde ich nicht mehr schriftlich verkehren. Zu viel Aufwand, zu viel Mühe, und keine Erkenntnis.

Offline Georgios

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Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #40 am: 10. Februar 2011, 12:04:18 »
Unterstellung der übelsten Sorte.

Hah! Das sagt der Richtige.

Ich denke, die von dir nicht aufzufindende Erkenntnis würde sehr viel schneller zu Tage treten, wenn du nicht schon so eine vorgefertigte Meinung von dem hättest was ich angeblich denke, meine oder behaupte. Zumindest BoyScout hat richtig erkannt, dass das Gerede des Besserspielers herzlich wenig mit dem zu tun hat was ich sage oder vertrete.

Des Spielers Chronik - Brett- & Rollenspielblog

Offline Der Narr

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Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #41 am: 10. Februar 2011, 12:07:50 »
Bei Leuten, die von Rollenspiel nichts wissen kann man noch Überzeugungsarbeit Leisten, aber langjährige Spieler werden schon wissen wie und warum sie sich wieviel Mühe geben.
Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Ich bin, wie schon geschrieben, davon überzeugt, dass viele Spieler eben so spielen, wie sie das Spiel kennenlernen und damit durchaus über viele Jahre mehr oder weniger zufrieden sind – aber keineswegs immer in ein und derselben Spielweise verharren müssen. Ein gewisses Maß an der Befähigung zur Veränderung muss gegeben sein. Ich würde hier aber nicht von Manipulation reden, denn das unterstellt, dass man durch Tricks und Täuschung eine Verhaltensänderung herbeiführen möchte. Besser ist meiner Meinung nach das offene Gespräch. Das hilft dann eben bei denen, die nicht das Regelwerk nicht lesen, weil sie zu faul oder desinteressiert, sondern bei denen, die das Regelwerk nicht lesen, weil sie glauben, das sei die Aufgabe des SLs und die es gar nicht anders kennen, als dass die Spieler nur im Dunkeln tappen, während der SL die Runde mit eiserner Hand regiert.

Vor ein paar Jahren konnten wir ne Reihe RPG Neueinsteiger ins Hobby ziehen. [...] Die betreiben jetzt ihre eigene Casualrunde aus One-Man Shows, wo die Absagen teilweise noch AM SPIELTAG eintrudeln.
Du unterschlägst, dass einer dieser Spieler ein eigenes Regelwerk und Setting entwickelt und dafür eine eigene Spielrunde gefunden hat. Vor Jahren hatten wir ja schon mal einen Youngster in unserer Runde, einen streitbaren Gesellen, der ja auch sehr aktiv ist und viel eigenes Zeug macht.

Offline BoyScout

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Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #42 am: 10. Februar 2011, 12:43:35 »
das unterstelle ich doch nicht. Ich unterstelle, daß diese Parallelrunde das RPG mit möglichst wenig Aufwand und Eigenkapital betreiben werden.
Da ich z.b. Einblick in deren "Spielprotokolle" habe, die nur aus leeren Seiten und Platzhaltern besteht, ist schon zeimlich deutlich, daß da jenseits des Spielens nicht viel passiert.


Naja, reden kann sicher nie schaden. Meiner Erfahrung nach hat nur Reden aber nie viel gebracht.

Offline Joerg.D

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Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #43 am: 10. Februar 2011, 13:45:52 »
Ich lebe mit fast jeder meiner Runden in verschiedenen Welten, weil die eine Gruppe sehr intensiv spielt, die nächste Rund eher Casuals Gamer mit starken Hang zum Table Top sind und die dritte Runde Erzählonkel in Reinform will. Die Monatlichen oder Sporadisch statt findenden Runden sind auch alle anders.

Manchmal unterscheiden sich Gruppen auch von Kampagne zu Kampagne. Mal 0 Einsatz und beim nächsten Mal geht es ab wie Hulle.

Ich betreibe das Hobby sehr intensiv, eigentlich zu intensiv.

Wenn ich mal ernsthaft über etwas nachdenken sollte, was sich Langzeit-Beziehung nennt und nicht ficken von ein paar Mädels aus einer RSP Runde ist, dann würde mein komplettes Rollenspielleben sich ändern müssen. Ich könnte nicht ständig durch Deutschland fahren und bis zu 3 Runden die Woche sind in einer gesunden Beziehung auch nicht möglich, wenn die Frau/Freundin nicht mitspielt.(im doppelten Sinne)

Was die Verlage in Deutschland nicht auf die Reihe bekommen ist das zur Verfügung stellen von vernünftigen Abenteuern, die der Gruppe langfristig Spielspaß mit wenig Vorbereitungsaufwand geben. Da nehme ich immer Paizo als positives Beispiel. Ich kenne ein paar recht gute Plot Point Kampagnen, für SW, aber auch die sind qualitativ nicht so hochwertig, wie es gehen würde.

Meine Geschäftsidee für eine Kampagne, bei der es wöchentliche Updates gibt würde sich aber erst ab 200 Abonnenten rechnen...



Wenn du hier im Forum diskutieren willst, gehe einfach davon aus, das die anderen User genau so SCHLAU sind wie Du und ihre Position mit genau so viel Begeisterung vertreten wie du es machst.

Wenn das nicht hilft, kann man eskalierende Probleme auch im Skype, Hangout oder am Telefon klären.

Offline BoyScout

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Re:[hoch ist gut] Wir leben in verschiedenen Welten
« Antwort #44 am: 10. Februar 2011, 16:28:22 »
Naja, du bist anscheinend auch ein Sofortumschalter. Meine Vorlieben sind da schon spezieller. Und einmal die Woche spielen genügt mir völlig, wenn es gutes RPG ist. Mit Reinform hätte ich z.b. keinen Spass. Aber eben auch nicht aussschliesslich mit Casual Gamern.
Stell dir vor, du hättest nur 2 Runden, und die würden nur Casual Gaming Betreiben. Würde dir das dann genügen?

ich bin auch der Meinung, daß der Abenteuermarkt enorm viel hergibt, aber nicht genutzt wird. Und damit meine ich nicht den Schmonsenz, der normalerweise so rausgehauen wird. Wenn ich wieder ein 90Seiten RPG vorliegen habe, vergeht mir schon wieder die Lust es zu lesen, weil ich da keine Arbeitsersparnis, sondern im Gegenteil jede Menge Arbeit sehe.

Ich stelle mir immer noch ein schniekes Heftformat vor, in dem relativ offene Abenteuer in einer Art Fortsetzungsgeschichte veröffentlicht werden. 10 Seiten. Dazu evt. eine Parallelreihe mit 10Seiten Einzelabenteuer. Dazu ein paar Seiten Nötiges. Alle 4 Wochen also ein 25 Seiten Heft und ab dafür in den Groschenromanhandel für ein paar Euro.