Posted on 3. Februar 2011 at 12:34 by Joerg.DImmer wieder komisch, was in viele Rollenspieler fährt, wenn es darum geht wie geleitet wird. Da werden fremde SL, bei denen man noch nie gespielt hat und von deren Gruppen man nicht weiß, wie sie denn gerne erst einmal pauschal nach den eigenen Maßstäben beurteilt und man erdreistet sich, denen sagen zu müssen, wie man Spaß hat.
In der Regel kommt so etwas dann von Leuten, ca. 4 Systeme kennen und die wunderbare Welt des Rollenspiels trotzdem verstanden zu haben meinen.
Ich meine ja nicht, dass man ein guter Rollenspieler oder SL wird, nur weil man viele Spiele kennt, aber helfen tut es einem schon. Genau wie die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Leiten.
Viel wichtiger für gutes Leiten ist jedoch das Lernen von anderen SLs und die Reflektion ihrer Stile. Wenn man sieht mit was sie Erfolg haben und das aufs eigene Leiten überträgt, dann erzielt man IMHO viel mehr Fortschritte, aös wenn man sich komische SL Bücher oder Tipps durchliest.
Das ist natürlich komisch von jemanden, der selber andauernd Tipps zum Leiten schreibt, doch man sollte meine Gedanken immer so betrachten: Was sie bringen zeigt sich am Tisch und nicht beim Lesen.
Mit dieser meiner Einstellung bin ich gestern also in eine Runde zum Beschnuppern gegangen, die ich in meiner Heimatstadt vermittelt bekommen habe. (Ich will ja DSA spielen)
Während dieser Schnupperrunde wurde dann gefragt, was ich sonst so spielen würde und anschließend kamen die Fragen, was ich an den Spielen so mögen würde. Ich erzählte dann von Fanmail, verschiedenen Mechaniken, tollen Settings und allem, was mir so wichtig ist.
Da geriet der SL der Runde so richtig in Fahrt und zog vom Leder: „Die machen doch alle kein echtes Rollenspiel machen und haben treten das Hobby mit Füßen“ Anschließend kamen die üblichen Vorwürfe wie ich sie immer wieder höre, wenn es um neue Systeme geht und ich wurde darüber aufgeklärt, dass die Welt eigentlich nur SLs braucht, die ihren Spielern zeigen, wo es langgeht und Regeln da sein um den SL ein grobes Gerüst zu geben, dass der SL mit Leben füllt, während er den Spielern eine gute Geschichte erzählt.
Ich lächelte den SL der potentiellen Runde gequält an und verließ mit Rondra zum Gruße die Vorstellungsrunde.
Und wieder stellt sich mir die Frage: Warum meint eigentlich jeder Vollidiot, der eine Runde leitet, dass er allen anderen Leuten zu erklären hätte, wie die das Spiel zu leiten sei? Ich bekomme regelmäßig gesagt, dass ich ein guter SL bin und dennoch habe ich inzwischen die feste Überzeugung, dass über die Qualität eines SL nur eine Aussage getroffen werden kann, wenn man ihn mit seiner Gruppe live in Aktion erlebt hat. Selbst wenn einem das Leiten selber nicht gefällt, muss diese Sache auf die Gruppe noch lange nicht zutreffen.
Das bedeutet aber trotzdem nicht, dass ich mir einen SL mit solcher Attitüde selber antue. Da gehe ich lieber und suche weiter nach dem SL der mich glücklich macht. Die Gruppe kann und darf bei ihm aber trotzdem Spaß haben.
Nächste Woche werde ich meine Fühler dann mal nach Flensburg ausstrecken und sehen, ob ich da einen brauchbaren SL finde.