Autor Thema: Wenn man nicht reden kann, dann soll man keine sozial kompetenten Charaktere...  (Gelesen 1091 mal)

Offline Joerg.D

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Offline Teylen

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Ich waere fuer ein Jaein.
Das man charismatisch redet, verfuehrerisch ist oder dergleichen mehr waere sicherlich zu viel verlangt.
Aber imho sollte man im Kontext der Situation in etwa umschreiben koennen was der Charakter sagen moechte und wieso es funktioniert.
Also anstelle nur eines "Ich moechte auf Vortrag wuerfeln" vielleicht ganz grob worueber der Charakter reden mag (sowas wie: "Ah, halt so, bei allen bedanken, was unverbindliches") und was er zu erreichen gedenkt ("Netten Eindruck hinterlassen und von der Buehne verschwinden"). Nun oder wenn ein Charakter einen anderen einschuechtern will, zumindest grob wie bzw. womit, ueber welche Punkte.
Jetzt nicht ausformuliert, sondern nur so das man die Richtung weiss bzw. sich etwa vorstellen kann was da gesagt wurde... damit auch NSCs, der eigene SC etc. drauf reagieren kann.

Offline Athair

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Wichtig ist, dass der Spieler seinen Charakter angemessen mit Leben füllt.
WIE er das macht ist seine Sache. Es muss nur bei den Mitspielern von dem SC ein Bild im Kopf entstehen (können).

Deswegen:
Ich bin ganz grundsätzlich bei dir, Jörg.
Auch in unserer Geschichte gibt es genug Beispiele für stille, wortkarge Charme-Schleudern.
Warum nicht auch im Rollenspiel?

... Antworten auf falsche Fragen sind sinnlos.


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Hinein in die ZauberFerne.

Offline BoyScout

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Man darf das nicht so eingeschränkt sehen und auf das soziale Ausspielen beschränken. Das Ganze dreht sich um den Fluch des gefährlichen Halbwissens.

Habe darüber letzte Woche (und unzählige Male davor im Netz) noch eine Unterhaltung geführt bei einer Wanderung, bei der uns mal wieder auffiel, daß es allen Leuten bei vielen Dingen schon an grundlegenden Kenntnissen/Erfahrungen mangelt. Mir fällt das z.B. immer auf, wenn ein SL sich in Wildnisabenteuern austoben will und deren "Wildnis" dann wie ein Park wirkt. Oder wenn imho absolut unrealistische Meinnungen über Begehbarkeit von Natur kursieren ("Ach, mit dem Karren kommen wir doch durch das Moor"). Umgekehrt gibt es oft Vorstellungsprobleme, wenn ich z.B. leite und ich merke, Wenn sich Mitspieler keine Querfeldeinlauf durch Gebirge oder Wälder vorstellen können.

Gut darin kenne ich mich auch ein wenig aus, aber ich kann mir ebenso genausowenig "korrekt" vorstellen wie ein Schwertkampf abläuft, wie es ist ein Ninja zu sein oder wie man ein Maschinengewehr abfeuert. Trotzdem will ich das alles spielen und trotzdem wollen viele Leute natürlich Wildnisabenteuer spielen. Darf ich keinen SR-Decker spielen, nur weil ich keine Ahnung vom Programmieren habe?

Ein Mitspieler meinte, der SL ist dafür verantwortlich alles gut zu beschreiben. Das ist natürlich Quark, warum sollte der sich in Allem besser auskennen.

Jeder soll alles spielen können, war er will. Die persönliche Vorstellung weicht dann eben nur voneinander ab. Sowas wie den einheitlichen SIS, den gibt es nicht.

Es lässt sich jetzt darüber streiten, was man an Grundkompetenz überhaupt mit ins Rollenspiel bringen muss. Muss man z.b. wenigstens in der Lage sein die Dinge zu kommunizieren, die man tun will und man muss eine Vorstellung davon haben, egal ob falsch oder nicht?
Ich denke ja. Das ist das Mindeste. Schlussendlich muss man auch sagen dürfen, daß nunmal nicht jeder RPG spielen kann. Ein bisschen was Können und ein bisschen was Wissen muss man eben doch. Sowas kann man aber lernen oder nachholen, es ist also kein Hindernis, ich kenne aber Leute, die sich eher den Arm abhacken würden. Ich werde auch niemals Fussball spielen, weil ich es scheisse finde, selbst wenn ich es lernen könnte.

Die OldSchooler wollen uns ja weissmachen, daß die RPGler früher ja sowieso viel gebildeter und belesener waren. Ich denke die heutigen Ansprüche sind da nicht zu viel verlangt.

Mit anderen Worten, was Teylen sagt: Jein.



« Letzte Änderung: 02. Mai 2011, 20:51:09 von BoyScout »

Offline Captain

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Ich denke auch, Teylen hats in diesem Fall ganz gut getroffen.

Ich mag Leute die Fehler bei anderen suchen statt mal sich selbst anzuschauen auch nicht besonders gut. Aber alle Interaktion komplett hinter Würfelmechanismen zu verstecken schafft wenig Raum zum miteinander Spielen. Ich kann aber gut damit Leben wenn mir ein Spieler mit skurilem Halbwissen irgendwas verständliches beschreiben kann und den Rest dann den Würfeln überläßt. Ist manchmal sogar erheiternd (im Sinne von unterhaltsam) was für Vorstellungen und Klischees manche Leute so zu bestimmten Sachen haben.

Ich glaube ein bisschen ist an dieser Einstellung zu sozialem Spiel auch die Mehrzahl der Rollenspiele durch ihre Mechaniken selbst schuld. Oft decken die Regeln nämlich diesen Sektor nur schwach ab. Und Sozialspiel wurde viel im "freien Spiel" abgehandelt, welches wenig bis keinen Regeleinsatz fordert. Spiele die explizite Regeln haben um mit sozialen Konflikten jedweder Art umzugehen, so wie es beinahe jedes Spiel in Sachen Kampfregeln tut, sind verdammt selten. Entsprechend gilt als weit verbreiteter Usus, daß Sozialspiel ausgespielt gehört, was dieses vor allem von Spielern und wenig von den gewählten Figuren abhängig macht. Gegen diese Schwelle muß ich jedes Mal antreten, wenn ich jemandem Dogs in the Vinyard zeige (welches das Sozialspiel in Konfliktregeln packt).
« Letzte Änderung: 03. Mai 2011, 08:53:45 von Captain »

Offline Joerg.D

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Der Dolge und Alexandro haben im Blogeintrag dazu sehr interessante Punkte gebracht. Genau wie der Rohrschachthamster, der von so etwas gar nichts hält.

Ich habe Ideen zu 2 neuen Blogposts...

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Offline Captain

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Hmm. Insbesondere der zweite Kommentar vom alexandro hats mir ja angetan. Find ich echt gut.

Offline Joerg.D

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Ja, auch wenn ich oft nicht mit Alexandro konform gehe. Seine Beiträge sind immer wohl durchdacht und auf einer soliden Basis.

Die Sachen die er im Blogbeitrag schreibt gefallen mir aber sehr gut.
« Letzte Änderung: 05. Mai 2011, 17:50:09 von Joerg.D »
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Offline Captain

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Das geht mir z.B. mit Zornhau ähnlich. Da hab ich auch oft andere Meinungen aber in letzter Zeit gabs auch immer wieder Themen wo unsere Meinungen sich stark ähnelten.

Man muß definitiv nicht immer einer Meinung sein um trotzdem solide zu diskutieren und die andere Meinung als solche zu respektieren. Solange die Debatte bei echten Argumenten bleibt und nicht zur Schlammschlacht auf persönlicher Ebene mutiert. Leiber gibts viel zu wenige Leute, die diese Einsicht an sich selbst aufbringen.

Offline Joerg.D

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Gutes Argument, das werde ich wohl mal für nen Blogeintrag verwursten.
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Offline BoyScout

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Das sollte selbstverständlich sein.

Offline Captain

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In einer idealen Welt wäre das wohl auch selbstverständlich. Aber wie ich schon sagte, gibts viel zu viele Leute, die eben erheblich kleinlicher sind. Das halte ich jetzt nicht gerade für ne große Erkenntniss. Ich halte es noch nichtmal für besonders verwerflich. Das ist einfach die Welt, wie sie ist. Viele andere Themen sind mit Sicherheit schwerwiegender.

Offline Blechpirat

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Wobei dazu natürlich immer zwei gehören - einer, der sich nicht angegriffen fühlt, und der andere, der entsprechend höflich schreibt.