Autor Thema: Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]  (Gelesen 11739 mal)

Offline BoyScout

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Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« am: 31. Januar 2012, 11:47:51 »
Für den Februar behandeln wir das Thema "Selbstgeschriebene Rollenspiele", den ich in jugendlichem Leichtsinn vorschlug und organisiere. Gemeint sind nicht-kommerzielle Rollenspiele, die im Alleingang oder innerhalb einer Spielrunde geschrieben werden.
Hier und im Blog (siehe Sig) also die Themenvorstellung und erste Anreize zum Thema. Am Ende des Monats folgt hier und im Blog dann die Zusammenfassung und Verlinkung aller Beiträge, sofern sie sich hier im Thread oder im Blogbeitrag im Kommentar melden.

Für die vorschnellen, die am 1. durchstarten wollen, schonmal ein paar schnelle Stichpunkte. Morgen dann eine ausführliche Beschreibung im Blog. Hier kann auch diskutiert werden. Im Zweifel einfach einen Thread im Diskussionsbereich für einen Beitrag öffnen.

möchste jemand einen Beitrag schreiben, hat aber keinen Blog, kann ich meinen für Gastbeiträge anbieten, sofern dieser Beitrag nicht vollständig der Blogphilosophie widerspricht.

Blog: http://hochistgut.blogspot.com/2012/02/rsp-blogs-karneval-feb2012.html


Die Zusammenfassung:
http://hochistgut.blogspot.de/2012/03/rsp-blogs-karneval-feb2012.html

[Selbstgeschriebene Rollenspiele]


Auf welche Weise kann man an das Thema herangehen? Ein paar Beispiele:

- Eine Vorstellung des eigenen, selbstgeschriebenen Rollenspieles [s.RPGs], Gedanken dazu und Ziele dessen
- Was muss man bei einer Spielwelt zu einem Rollenspiel beachten? Und was ist bei generischen Rollenspielen wichtig?
- Wie verbreitet sind s.RPGs heute noch im Vergleich zu vergangenen Jahren? Welche Gründe haben etwaige Veränderungen? Welche Bedeutung hatten s.RPGs früher und haben sie heute?
- Welche Vorteile für die eigene Runde haben s.RPGs und welche Nachteile? Wann ergibt es Sinn eines zu schreiben und wann soll man es bleiben lassen?
- Schreibt man s.RPGs für alle Rollenspieler oder nur für die eigene Runde?
- Gibt es Best-Practices in Rollenspielen und welche? Soll man etwas völlig Neues machen oder ist es legitim sich an Vorbildern zu orientieren?
- Welche Motivationen gibt es, ein Rollenspiel selbst zu schreiben? Was sind in diesem Zusammenhang sogenannte Heartbreaker?
- Wie hat sich der Begriff Heartbreaker gewandelt?
- Wie stehen s.RPGs gegenüber kaufbaren Verlagsprodukten dar? Gibt es Alleinstellungsmerkmale?
- Welche Verbreitungsmöglichkeiten gibt es für s.RPGs? Welche Software kann man verwenden oder muss man beherrschen?
- Kann jeder ein Rollenspiel selber scheiben? Was muss man vorher wissen? Wie schreibt man denn nun ein spielbares, eigenes Rollenspiel? Auf welche Rückschläge muss man sich einstellen?

Die Beiträge:
kensanata - Alex Schroeder Blog - Selbst Geschrieben: http://www.emacswiki.org/alex/2012-02-02_Selbst_Geschrieben
Glgnfz - Von der Seifenkiste herab - Das Mehlem-System: http://glgnfz.blogspot.com/2012/02/blogger-karneval-das-mehlem-system.html
Tarin - Goblinbau - Ein Mutmacher: http://goblinbau.wordpress.com/2012/02/06/heartbreaker-und-eigene-rpgs-ein-mutmacher/
Mentor - Ludus Leonis Blog - Blick in die Werkzeugkiste http://www.ludus-leonis.com/2012/02/06/backstage-1-ein-blick-in-meine-werkzeugkiste/
BoyScout - hoch ist gut - Konzept für ein selbstg. RPG http://hochistgut.blogspot.com/2012/02/rsp-karneval-mein-konzept-fur-ein.html
Mentor - Ludus Leonis Blog - RPGa mit LaTex http://www.ludus-leonis.com/2012/02/09/backstage-2-warum-nicht-latex/
Edalon - Rollenspiel-Blog - Der Wunsch nach eigenem RPG http://edalon.wordpress.com/2012/02/11/der-wunsch-nach-dem-eigenen-rollenspiel/
Andreas G. - Sphärengeflüster - Selbstg. RPGs (Podcast) http://www.sphaerengefluester.de/archives/725
Hróðvitnir - Tagschatten - Du brichst mir das Herz, Annakin http://tagschatten.blogspot.com/2012/02/du-brichst-mir-das-herz-annakin.html
Blut und Glas - d6ideas - Selbstgeschrieben, das Metaspiel http://d6ideas.com/node/183
amel - Buch Eibon - Warum auch eigene, schlechte RPGs gut sind http://bucheibon.wordpress.com/2012/02/13/warum-selbst-schlechte-eigenkreationen-gut-sind/
Hróðvitnir - Tagschatten - Über Magiesysteme http://tagschatten.blogspot.com/2012/02/beast-called-magic.html
Mentor - Ludus Leonis - Texte versionieren http://www.ludus-leonis.com/2012/02/14/backstage-3-versionieren-selbstgeschriebener-texte/
Shadowm - Lyemios, ein Setting - http://d6ideas.com/node/185
Chrieschie - Papierwelten - Eine Leiche aus dem Keller http://mc666beth.net/papierwelten/?p=18
BoyScout - hoch ist gut  - Selber machen. Wie und Warum? http://hochistgut.blogspot.com/2012/02/rsp-blogs-karneval-feb2012-selber.html
Bjørn Jagnow - Bjørn Jagnow - Wer spielt mit mir? Und wie? http://bjoernjagnow.blogspot.com/2012/02/wer-spielt-mit-mir-und-wie.html
1of3- 1of3's - Ein Monsterhandbuch..listen.. handbuch? http://1of3.blogspot.com/2012/02/monsterhandbuch-handbuch.html
Merimac - Spiele im Kopf - Ein Erdsee Heartbreaker http://spiele-im-kopf.blogspot.com/2012/02/erdsee-ein-herzensbrecher.html
Porta Stellaris - Porta Stellaris - DERPS, ein Heartbreaker http://www.sunrise2700.de/psblog/?p=166#more-166
Drak - 1W6 - Freihändler, ein Sci-Fi Setting http://1w6.org/deutsch/welten/freihaendler
Jan - herzliches rollenspiel - schreiben für papierkorb http://www.herzliches-rollenspiel.de/blog/?p=3395
Roger - Teilzeithelden - Entstehung eines RPGs http://www.teilzeithelden.de/2012/02/25/ein-rollenspiel-entsteht/
BoyScout - hoch ist gut - Das Schildwacht RPG http://hochistgut.blogspot.com/2012/02/selbstgemacht-spieltestversion-von.html
Merimac - spiele im kopf - ein System für alles - http://spiele-im-kopf.blogspot.com/2012/02/ein-system-fur-alles.html
jcorporation - jc games - selbstgeschriebene Rollenspiele http://www.jcgames.de/~jcorporation/23.html
Mentor - Ludus Leonies Blog - Eclipse als LaTeX-Editor http://www.ludus-leonis.com/2012/02/28/backstage-4-eclipse-als-latex-editor/
blut und glas - d6ideas - Glückskes Hong Kong Action RPG http://www.d6ideas.com/drupal/node/193
Mentor - Ludus Leonis Blog - testen mit Freunden http://www.ludus-leonis.com/2012/02/29/testen-im-freundeskreis/
« Letzte Änderung: 16. Juli 2012, 22:47:39 von BoyScout »

Online Blechpirat

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Re:Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« Antwort #1 am: 31. Januar 2012, 12:12:59 »
Sollen auch Settingkonvertierungen auf ein bestimmtes Regelsystem unter das Thema fallen?

Offline BoyScout

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Re:Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« Antwort #2 am: 31. Januar 2012, 12:30:49 »
Meinst du ein Fertigsetting auf ein anderes Fertigsystem? Dann nicht.

Ein eigenes Setting auf ein Fertigsystem ginge wohl schon. Zumindest wenn der Schwerpunkt auf dem Setting liegt. Was Savage Worlds ist, wissen die Leser selber. ;)

Online Blechpirat

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Re:Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« Antwort #3 am: 31. Januar 2012, 12:39:11 »
Konkret meinte ich meine Laundry-Konvertierung - Also ein Fertigsystem (soweit man bei FATE davon sprechen kann) so anzupassen, dass es für ein Romansetting passt.

Offline Merimac

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Re:Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« Antwort #4 am: 31. Januar 2012, 12:49:50 »
Da kann ich nach dem für mich unergiebigen Dezember wieder ein paar Zeilen beitragen:

  • In meiner Oberstufenzeit auf dem Gymnasium (und da ich wie manch anderer hier im Forum auch ein Alter Mann bin, reden wir hier von 1989 oder 1990) haben zwei Spieler aus einer meiner damaligen Runden ein Rollenspiel zu Ursula K. Le Guins Erdsee verfasst. Die Autoren kannten spürbar nur DSA und wollten mitunter aus dessen damaligen Standards ausbrechen, insgesamt ist aber unübersehbar, dass das Spiel ein Top-Down-Design ist, das vor allem das Flair der Vorlage einfangen sollte und nicht wirklich rund spielbar ist. Ich will die Leistung meiner Mitspieler mit dem Artikel nicht runtermachen, aber es ist eben eine nettes Fundstück als Alten Zeiten, das verdeutlicht, wie elegant heutige Spiele sind.
  • Wie manch anderer auch hatte auch ich mich vor vielen Jahren an ein eigenes System gesetzt, dass ermöglichen sollte, neben allen den bekannten Fantasyrassen auch Wesenheiten wie Götter, reine Magiewesen oder Elementare einheitlich spielbar abzubilden. Beim Magiesystem musste ich aber feststellen, dass dies in der eingeschlagenen Form nur mit forcierten Zusatzregeln einigermassen spielbar sein würde; und habe das ganze dann aufgegebn. Dennoch verstauben da noch einige Ideen, die ich heute wieder aufnähme, wollte ich mal wieder ein eigenes Spielsystem von Grund auf basteln.

Mal sehen, ob ich im Februar auch soviel geschrieben bekomme - derzeit nimmt mich die Rolle des Spielleiters für unsere neue Earthdawnrunde sehr in Beschlag...
« Letzte Änderung: 31. Januar 2012, 13:00:05 von Merimac »
Spiele im Kopf - Ein Blog über Spieldesign

Offline BoyScout

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Re:Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« Antwort #5 am: 31. Januar 2012, 12:52:26 »
@Fate: Finde ich persönlich schwierig. Aber da Fate "gratis" ist (obwohl selbst DA Leute die Dreistigkeit haben, Geld zu verlangen) ist es nach der Definition wohl "selbstgeschrieben".  ::)
Von jemand anderem.

Da es gratis ist, musst du selbst beurteilen, wie treffend der Begriff "Selbstgeschriebenes Rollenspiel" auf ein Romansetting eines anderen Autors mit einem Regelsystem eines anderen Entwicklers auf dich zutrifft.
Vielleicht will man ja auch die Arbeit eines anderen präsentieren, das ginge theoretisch natürlich auch. Also wenn meinetwegen jemand auf die irrwitzige Idee kommt "Die Dunkle Dimension" zu rezensieren ist das auch ok.


@Merimac: genau solche Anekdoten sind toll!

Offline Belchion

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Re:Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« Antwort #6 am: 31. Januar 2012, 14:53:45 »
Nun ja, ich kann ja beschreiben, wie ich die Fate-Regeln (oder andere) auf ein bestimmtes Setting angepasst habe. Sagen wir mal, wie beim Wilden Aventurien.

Offline Zornhau

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Re:Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« Antwort #7 am: 31. Januar 2012, 16:00:06 »
Sehe ich das richtig und es gelten alle Conversions und Settingadaptionen von Spielwelten (egal ob aus Roman, Film, Comic oder Rollenspiel) auf andere Regelwerke (egal ob selbstentwickelt, frei verwendbar oder kostenpflichtig mit freier Fan-Lizenz) als "Selbstgeschriebene Rollenspiele"?

Ich hätte den Begriff ja eigentlich enger aufgefaßt.

Conversions und Settingadaptionen auf bereits fertige Regelsysteme sind KEINE SELBSTentwickelten Rollenspiele, sondern eben nur Conversions und Adaptionen.

Auch reiner Weltenbau ist KEIN Rollenspiel, sondern nur ein "Teil-Rollenspiel", solange hier kein Regelsystem unterlegt ist. Und wenn ein fertiges Regelsystem verwendet wurde, dann ist es eine Settingadaption eines SELBSTentwickelten SETTINGS, aber KEIN SELBSTentwickeltes ROLLENSPIEL.

Selbstentwickelte Rollenspiele wären meinem Verständnis nach entweder Vollrollenspiele, d.h. Setting UND Regeln SELBST entwickelt, oder generische Systeme, d.h. NUR die Regeln SELBST entwickelt, aber vorgesehen, daß andere hier Settingadaptionen vornehmen können.

Wie ist es nun für diesen Karneval geregelt?

Offline 1of3

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Re:Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« Antwort #8 am: 31. Januar 2012, 16:33:04 »
Egal, wie das Credo nun sein mag, ist das Thema allemal konkreter als die letzten beiden. Da musste man erst per Assoziation irgendwas zusammensuchen. Das hier ist doch relativ klar.

Und wenn die Fate- und Savage-Worlds-Freunde irgendwas mit Konversionen machen wollen, von mir aus. Zumindest Fate wird dabei ja immer noch wieder umgebaut oder zumindest an passender Stelle ergänzt. (Strange Fate ist schon anders als Malmsturm.) Wie das bei SW aussieht, kann ich nicht sagen, auch wenn ich mich zu erinnern glaube, dass da eher die Philosophie herrscht, das Setting aufs Regelwerk anzupassen.

Offline BoyScout

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Re:Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« Antwort #9 am: 31. Januar 2012, 17:20:53 »
Zitat von: Belchion
Nun ja, ich kann ja beschreiben, wie ich die Fate-Regeln (oder andere) auf ein bestimmtes Setting angepasst habe. Sagen wir mal, wie beim Wilden Aventurien.
Ehrlich gesagt kann ich darin keine selbstgeschriebene Rollenspiele sehen. Zumindest die Eigenleistung ist imho nicht gleichwertig. Aber das ist nur meine Meinung. Also mach'.

Ich dachte, daß der Begriff Selbstgeschriebenes Rollenspiel eigentlich ziemlich eindeutig ist. Den Begriff habe aber nicht ich vorgeschlagen.
Im Grunde hat Zornhau sogar Recht, wenn er sagt, daß nur ein Setting auch noch kein Rollenspiel ist.
Ein Rollenspiel OHNE eigenes Setting dagegen (generische Rollenspiele) wäre dagegen ein vollwertiges Rollenspiel.
Man muss wohlgemerkt NICHT selber etwas geschrieben haben, um einen Beitrag zu schreiben.
Und wenn jemand nun sein liebstes FATE+Setting vorstellen möchte, da kann man wohl ein Auge zudrücken, da Fate ja ein selbstgeschriebenes, NICHT-kommerzielles Rollenspiel ist. Aber es wäre sicher interessant, auch mal den Nischen-RPGs unter den Nischen-RPGs etwas Sonne zu gönnen.

Aber den Zusammenhang zu einem Savage Worlds-, D20- oder GURPS-Bastelbeitrages kann ich hingegen nicht herstellen.

Aber ich kann einen Gegenvorschlag machen:
Ich organisiere den Monat nicht und jemand anderes organisiert stattdessen einen "Konvertierungsmonat" oder einen "Hausregelmonat".
Habe damit kein Problem. Ich führ's dann einfach nicht fort. Es ist jetzt noch ... 5 Stunden Zeit sich zu entscheiden und ich schaue auch nochmal rein.

« Letzte Änderung: 31. Januar 2012, 17:31:21 von BoyScout »

Offline Zornhau

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    • Zornhau schreibt ...
Re:Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« Antwort #10 am: 01. Februar 2012, 05:34:59 »
Zitat von: Belchion
Nun ja, ich kann ja beschreiben, wie ich die Fate-Regeln (oder andere) auf ein bestimmtes Setting angepasst habe. Sagen wir mal, wie beim Wilden Aventurien.
Ehrlich gesagt kann ich darin keine selbstgeschriebene Rollenspiele sehen. Zumindest die Eigenleistung ist imho nicht gleichwertig. Aber das ist nur meine Meinung. Also mach'.
Somit sind also JEGLICHE Conversions von Settings anderer Rollenspiele  (hier DSA) auf andere Regelsysteme (hier FATE) als "selbstgeschriebene Rollenspiele" zum Thema gehörig und zulässig.


Ich dachte, daß der Begriff Selbstgeschriebenes Rollenspiel eigentlich ziemlich eindeutig ist. Den Begriff habe aber nicht ich vorgeschlagen.
Ich dachte auch, daß SELBSTgeschrieben eindeutig ist. - Und zwar so eindeutig, daß klar sein sollte, daß SOWOHL Regelsystem ALS AUCH Setting hier SELBST erstellt worden sein muß, um als "selbstgeschriebenes Rollenspiel" zu gelten. - Generische Regelsysteme sind - als Ausnahme, weil ohne Setting ja nicht spielbar - auch noch unter dem Begriff einzuordnen.

Aber Conversions, EGAL ob von oder zu einem von IRGENDWEM "selbstgeschriebenen" Regelsystem halte ich eigentlich NICHT für "selbstgeschriebene Rollenspiele" , sondern nur für "selbsterstellte Conversions".

Was hier fehlt: Der UMFANGREICHE Vorlauf bei einer Systemneuentwicklung, bis die Regelbasis überhaupt steht und ALLES, was vom Regelsystem unterstützt werden soll, auch tatsächlich vorliegt. (Daher nimmt man ja bei einer Conversion ein bereits bewährtes, FERTIGES Regelsystem und paßt nur noch an der Periphierie etwas an, um nämlich schon auf einem 95%-fertigen Systemteil aufsetzen zu können und nicht immer wieder "das Rad neu erfinden" zu müssen.)

Im Grunde hat Zornhau sogar Recht, wenn er sagt, daß nur ein Setting auch noch kein Rollenspiel ist.
Eben. - Der Test ist ganz einfach: Nimmt man das Rollenspiel in der vorgelegten Form und kann man nach Durcharbeiten losspielen, oder muß man erst noch SELBST "Hand anlegen"? Muß man - wie bei generischen Rollenspielsystemen - erst noch ein Setting ausarbeiten? Muß man - wie bei manchen generischen oder teilweise generischen Rollenspielsystemen - erst noch Regel-"Schalter", "Härtegrade" oder gar NEUE Regeln wie Magie-Regeln oder Heilungs-Regeln (ja, Malmsturm meine ich) SELBST hinzubauen, um überhaupt damit spielen zu können?

Dann ist es halt NICHT FERTIG. Dann ist es nur ein Baukasten, aber kein vollständiges, spielbereites Rollenspiel (= Regeln + Setting).

Ich glaube nicht, daß unter dem Titel "selbstgeschriebene Rollenspiele" halbfertige Sachen, offene Baustellen oder reine Werkzeugkästen besprochen werden sollten.
 
Reine Settings ohne jegliche Regelerschließung sind UNSPIELBAR. Ein reiner Settingband wäre z.B. der Visual Companion zur Serie Firefly oder das Firefly-Wiki. Da findet man KEINERLEI Spielwerte oder Regeln. Und daher kann man es zum Spielen auch überhaupt NICHT nutzen!

Man kann solch ein Setting nur als ARBEITSMATERIAL für eine Settingadaption durcharbeiten.

Somit ist - sorry, liebe Weltenbauer - ein "nacktes Setting" leider KEIN Rollenspiel, da es NICHT SPIELBAR ist.



Ein Rollenspiel OHNE eigenes Setting dagegen (generische Rollenspiele) wäre dagegen ein vollwertiges Rollenspiel.
Oh, NEIN! - "Vollwertig"? In wie weit denn? Es FEHLT doch ein Setting! Und es FEHLEN die settingspezifischen Festlegungen, die ein solches Setting überhaupt erst mit diesem "nackten Regelsystem" SPIELBAR machen.

Ohne Setting hat man NUR REGELN. Und NUR die Regeln reichen leider nicht zum Rollenspiel.


Man muss wohlgemerkt NICHT selber etwas geschrieben haben, um einen Beitrag zu schreiben.
Stimmt, man kann auch über von anderen Leuten SELBST geschriebene Rollenspiele reden, was einem daran gefällt, nicht gefällt, was man vermißt oder nur dort findet, und dergleichen.


Und wenn jemand nun sein liebstes FATE+Setting vorstellen möchte, da kann man wohl ein Auge zudrücken, da Fate ja ein selbstgeschriebenes, NICHT-kommerzielles Rollenspiel ist. Aber es wäre sicher interessant, auch mal den Nischen-RPGs unter den Nischen-RPGs etwas Sonne zu gönnen.
Also "da Fate ja ein selbstgeschriebenes, NICHT-kommerzielles Rollenspiel" hört sich BESCHEUERT an!

Selbstgeschrieben heißt SEHR WOHL KOMMERZIELL! - Wenn sich hier z.B. die Entwickler von Finsterland, Nova oder Space Gothic beteiligen wollten, dann könnten sie mit Fug und Recht von ihrem SELBSTgeschriebenen Rollenspiel berichten.

Nicht-kommerziell zu sein, sehe ich KEINESFALLS als Voraussetzung für einen Beitrag über "selbstgeschriebene Rollenspiele".

Und außerdem: Fate ist nur in manchen "Inkarnationen" frei verfügbar, aber längst nicht in allen. Und hier ist es wirklich UNÜBERSCHAUBAR, was nun wer wofür wie verändert haben mag, daß man noch von "eigener Schöpfungstiefe" sprechen kann.

Wenn schon solche FATE-Conversions erlaubt sind, dann MÜSSEN auch andere Conversions als "selbstgeschriebene Rollenspiele" erlaubt sein!

Hier gibt es nämlich auch teils sehr umfangreiche, teils sehr weitreichend Regelkernänderungen einführende Conversions (siehe die Cortex+-Conversions die IMMER den Regelkern abändern).

Somit ist diese "lex fate-ica" eine sehr einseitige Bevorzugung von FATE-Conversions gegenüber anderen Conversions in Richtung freier, teilweise freier, teilweise kommerzieller aber für den privaten Gebrauch freier oder nur kommerziell verfügbarer Regelsysteme.

Aber den Zusammenhang zu einem Savage Worlds-, D20- oder GURPS-Bastelbeitrages kann ich hingegen nicht herstellen.
Tja, und genau da wirkst Du auf mich INKONSEQUENT.

Entweder ALLE Conversions sind "selbstgeschriebene Rollenspiele", da ja ALLE Rollenspielsysteme, auf die jemand hinkonvertiert von irgendwem SELBSTgeschrieben wurden.

Oder ALLE Conversions sind hier NICHT zulässig.

Eine "lex fate-ica" halte ich für INAKZEPTABEL.


Aber ich kann einen Gegenvorschlag machen:
Ich organisiere den Monat nicht und jemand anderes organisiert stattdessen einen "Konvertierungsmonat" oder einen "Hausregelmonat".
Habe damit kein Problem. Ich führ's dann einfach nicht fort. Es ist jetzt noch ... 5 Stunden Zeit sich zu entscheiden und ich schaue auch nochmal rein.
Jetzt nur mal nicht Dich drücken wollen!

Du hast dieses Thema aufgegriffen, es (etwas seltsam formuliert als "selbstgeschrieben" statt "selbstentwickelt") aufgestellt und den Februar-Karneval ausgerufen.

Nun liegt es an DIR zu entscheiden, welche "Fahrgeschäfte" auf dem Karnevalsplatz erlaubt sind.

Ich hätte hier KEINERLEI Conversions gesehen. Aber wenn Du auch nur EINE Conversion zuläßt, dann müssen ALLE Conversions als "selbstgeschrieben" oder "auf einem von irgendwem anderen selbstgeschriebenen Regelwerk basierend" durchgehen.

Offline spielleiten

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Re:Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« Antwort #11 am: 01. Februar 2012, 08:33:03 »
hm... ja das Thema ist schwierig in wenigen Worten gut auszudrücken. Ich finde die präsentierten Fragestellungen im Eröffnungspost da sehr hilfreich, da bekommt man eine gute Vorstellung davon, um was es sich bei diesem Karneval dreht, ohne jetzt einen schlagfertigen Titel für diesen zu haben.

Wenn jemand nach Durchsicht dieser Liste eine schmissige Überschrift einfällt, welche vielleicht das Teilwort "Selbst-" vermeidet, nur raus damit :)
(vielleicht auch im Hinterkopf behalten, dass wir hier von Heartbreakern abstrahiert haben...)
http://spielleiten.wordpress.com/. Deutschsprachige Spielleitertipps.
Der Karneval der Rollenspielblogs
Rollenspielen ist: Etwas anderes machen.

Online Blechpirat

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Re:Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« Antwort #12 am: 01. Februar 2012, 10:06:08 »
Aber ich kann einen Gegenvorschlag machen:
Ich organisiere den Monat nicht und jemand anderes organisiert stattdessen einen "Konvertierungsmonat" oder einen "Hausregelmonat".
Habe damit kein Problem. Ich führ's dann einfach nicht fort. Es ist jetzt noch ... 5 Stunden Zeit sich zu entscheiden und ich schaue auch nochmal rein.

5 Stunden vorher abknicken gilt nicht ;) Da musst du jetzt durch. Meine Frage war keine Kritik!!! Ich könnte relativ leicht eine Art Entwicklerdiary zu meiner Laundry Konvertierung und Regelanpassung schreiben, war mir aber nicht sicher, ob es unter das Thema passt. Jetzt weiß ich: Tut es nicht. Also muss jetzt Jörg.D ran, der kann ja auf eigene Regelwerke zurückblicken und schreib was anderes....

Offline Teylen

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Re:Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« Antwort #13 am: 01. Februar 2012, 10:57:25 »
Ich finde das Thema, ohne eigenes selbstgeschriebenes Rollenspiel, schwierig zu behandeln.
Besonders wenn der Bereich der unterschiedlichen Konvertierungen herausfaellt.
Faende diesbezueglich mehr Anregungen gut. ^^;

Bisher faellt mir nur die eigene Definition von 'selbstgeschriebenes Rollenspiel' ein.
Die Frage ob man selbst das Beduerfnis verspuert es zu tun.
Sowie die Frage ob man sich ein solches anschafft.
« Letzte Änderung: 01. Februar 2012, 10:58:59 von Teylen »

Offline BoyScout

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Re:Selbstgeschriebene Rollenspiele [Februar 2012]
« Antwort #14 am: 01. Februar 2012, 11:02:18 »
@schmissiger Titel: Heartbreaker !

Zitat
5 Stunden vorher abknicken gilt nicht Wink Da musst du jetzt durch
Ich muss nur durch das Thema, was ich vorgeschlagen habe ;)

Also ich kann mich ab hier ja nur immer wieder wiederholen: Selbstgeschrieben heisst natürlich nicht, daß man nur teilnehmen kann, wenn man SELBST eines geschrieben hat, sondern auch, wenn jemand ANDERES SELBST eines geschrieben hat.
Hauptsache es ist gratis verfügbar.
- Das heisst man kann über ein selbstgeschriebenes Rollenspiel schreiben
- Man kann über selbstgeschriebene Rollenspiele allgemein schreiben
- und ja, man kann auch über FATE schreiben, wenn es unbedingt sein muss, da dies ja ein SELBSTgeschriebenes Rollenspiel ist. Oder über Liquid, oder über Wushu. Savage Worlds hingehen ist ein professionell erstelltes Verlagsprodukt. Und den unterschied SIEHT man auch auf einen Blick.
Eine SW Conversion würde NICHT zählen. Die Malmsturm-Fate-Conversion würde NICHT zählen, weil dort ein frei verfügbares Rollenspiel verkauft wird. Man sieht, man muss also nicht ALLE Conversions zulassen.

Das ist doch nicht so kompliziert:
Es geht darum, wieviel Leidenschaft da drin steckt. Unter Umständen, wieviele Rückschläge und Ressourcen reingesteckt wurden, OHNE, daß der Autor je daran gedacht hat, etwas dafür zurück zu bekommen. Das kann kein Rollenspiel sein, für das man Geld verlangt.

Früher, ohne Internet, da war es EINDEUTIG, was selbstgeschrieben ist. Nämlich alles, was nicht im Laden stand! Und das ist heute nicht anders. Ich weiss genau, von welche Art Selbstgeschriebenes Rollenspiel Zornhau spricht, und genau diese Art von Rollenspiel MEINE ich auch. Aber wenn man das Thema nicht ein wenig öffnet, dann kann es passieren, daß so gut wie nichts kommt, denn, wer gibt sich heute noch mit selbstgeschriebenen Rollenspielen ab, wer weiss überhaupt noch etwas darüber? (übrigens schon wieder eine interessante Frage, über die man seitenweise schreiben könnte).
Das als erstes Conversions in den Sinn kommen ist ja traurig genug, aber was soll man machen?

Ein Unfertig spielbares Setting oder generisches Rollenspiel vorzustellen kann im Grunde auch nicht Sinn der Sache sein, aber die Unterscheidung in generisch und nicht-generisch ist insofern sowieso auch unsinnig, wenn man sich Rollenspiele wie Unisystem anguckt, das generisch ist, aber jedes Mal mit einem Setting daher kommt! (Unisystem fällt hier sowieso raus).
Ein GUTES generisches RPG kommt also immer mit einer Anleitung für eigene Welten oder mit Beispielwelten daher und ist somit ein vollständiges Spiel.
Ein roher Baukasten ohne Anleitung und Konvertierungshilfe überhaupt ist weder ein selbstgeschriebenes RPG, das ist überhaupt kein RPG. Ich mache ja nun keinen Hehl draus, daß z.B. GURPS für mich kein Rollenspiel ist (sondern ein Bauksten). D&D4 dagegen ist generisch aber voll spielbar, mit Bauanleitung und allem Pipapo (aber beide sind Verlagsprodukte).

@Blechpirat: und wenn du die letzten Posts sorgfältig liest, Blechpirat, dann steht da: TU ES. Ein Entwicklerdiary ist doch genau das Richtige.
Die "Eigenleistung" ist natürlich geringer bei einer Conversion selbstgeschriebener Rollenspiele. Aber 1. muss es ja nicht um die Leistung gehen und 2. kann man ja z.B. dazu schreiben, warum man sich überhaupt dieses selbstgeschriebenen Rollenspieles bedient anstatt ein fertiges oder professionellen Baukasten (wie GURPS) zu benutzen.

@Zornhau: Das ist vielleicht nicht konsequent, aber nicht JEDER schreibt heute noch ein eigenes und natürlich müssen auch selbstgeschriebene zählen, die schon älter sind. Wenn jemand einen 15 Jahre alten Heartbreaker eines Schulfreundes aus der Schublade kramt und das gilt, warum dann nicht ein 6 Jahre altes Fate? Wo ist bitte der Unterschied?
Und dann zählen logischerweise auch alle neuen Formen damit (wie 15 Jahre alter Heartbreaker eines Schulfreundes + neues Setting).
Würdest du 15 Jahre alte Heartbreaker von Schulkollegen auch ausschließen, wenn es jemand mit Iron Kingdoms vorstellt?
Nach deiner Definition müsste man nämlich ALLE Rollenspiele ausser generischen und Conversions zulassen.
Das ist doch Unsinn.

@Teylen: Noch  mehr Anrengungen? Du hast ja schon gute Fragen dazu gestellt.
Nun, es gibt ja keinen Schreibzwang, mir ist letzten Monat auch nichts eingefallen.

« Letzte Änderung: 01. Februar 2012, 11:44:25 von BoyScout »