Autor Thema: [Barbarians of Lemuria] BoL-Magie - Die Freiheit im Griff?  (Gelesen 1010 mal)

Offline Zornhau

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Offline Joerg.D

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Re:[Barbarians of Lemuria] BoL-Magie - Die Freiheit im Griff?
« Antwort #1 am: 26. Januar 2011, 18:36:57 »
Schöner Beitrag!

Ich finde die Magie in BOL gerade so genial, weil es schön frei ist und hatte in meiner Conan Runde Zauber des zweiten und dritten Grades verboten, um dem Ganzen noch etwas mysteriöses zu geben. Tatsächlich bin ich bei diesem System mal der Meinung, man sollte als SL sehr vorsichtig mit den Ideen der Spieler umgehen und eher eine harte Linie fahren.

Das mag aber auch an meiner Sozialisierung durch Conan Bücher liegen.
Wenn du hier im Forum diskutieren willst, gehe einfach davon aus, das die anderen User genau so SCHLAU sind wie Du und ihre Position mit genau so viel Begeisterung vertreten wie du es machst.

Wenn das nicht hilft, kann man eskalierende Probleme auch im Skype, Hangout oder am Telefon klären.

Offline Zornhau

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Re:[Barbarians of Lemuria] BoL-Magie - Die Freiheit im Griff?
« Antwort #2 am: 26. Januar 2011, 20:04:40 »
Ich habe gerade auf Cons viele BoL-Spieler erlebt, die sowas von KEINE Wurzeln in Sword&Sorcery hatten, daß sie anfingen D&D-like bzw. DSA-ähnliche "Nützlichkeitshexerei" bei allen Gelegenheiten, wo es eine mundane Laufbahn zehnmal gereicht hätte, zu versuchen. Und da mächtigere Zauber halt länger dauern, umständlicher sind, exotische Bedingungen erfüllen lassen, nur damit es einmal "zischt", waren gerade die Magier-Spieler etwas enttäuscht.

Natürlich gab es andere Runden - aber die meist mit Leuten, die mit Conan, Kull, Kane, Prester John, usw. etwas anfangen konnten.



Ich sehe Zauber dritter Ordnung als Abenteuer- ja durchaus auch als Kampagnen-Aufhänger. - Entweder mit dem Ziel das Wirken des Zaubers zu verhindern, oder als Ausgangssituation, nachdem solch ein Zauber die Welt umgekrempelt hat.

Beispiele gibt es ja zuhauf, mir fällt als Gloranthaphilem natürlich gleich The Closing of the Seas ein. Solche mit den alten RuneQuest-Regeln für SCs UNMÖGLICHE Zauber, welche die Seefahrt auf den gesamten Weltmeeren zum Erliegen bringen und auch in "heutigen" Glorantha-Zeiten noch weiter wirken, nie gebannt wurden, nie beendet wurden, sondern nur "umgangen" wurden, kann in BoL prinzipiell jeder Magier 0 Charakter mit einem glücklichen Wurf (und noch viel glücklicher Vorgeschichte zur Erfüllung der Ritualanforderungen) hinbekommen.

Genaue diese hohe, wenn auch "unscharfe" Skalierbarkeit der Magie in BoL schätze ich sehr.

Im Spiel sind bei mir von SC-Seite auch nur selten einmal zweite Ordnungs-Zauber vorgekommen. Denn auch diese erfordern meist Vorbereitungen, die man zwischen zwei Abenteuern in der "down time" machen möchte. - Spontan "mal eben" einen Zauber zweiter Ordnung wird kaum ein Magier anwenden wollen.

Offline Joerg.D

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Re:[Barbarians of Lemuria] BoL-Magie - Die Freiheit im Griff?
« Antwort #3 am: 27. Januar 2011, 09:19:59 »
Die Enttäuschung die du ansprichst ist das, was ich mit dem Verbot zu verhindern suche. Ich habe mit einen Schamanen seine Zauber vor dem Spiel im Groben abgesprochen und ihm dann weitgehend freihe Hand gelassen, allerdings hatte der Spieler eine ähnliche Sicht auf die Conan Welt wie ich.

Barbarians of the Known World (nach einer Idee von MSch) würde ich allerdings an die Göttermagie aus Artesia anpassen.
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Re:[Barbarians of Lemuria] BoL-Magie - Die Freiheit im Griff?
« Antwort #4 am: 27. Januar 2011, 10:21:49 »
Will man bestimmte "Färbungen" an Magie für eine bestimmte Art von Setting (Conan, Artesia, usw.) umsetzen, dann ist die sehr UNSPEZIFISCH FREIE Magie in BoL eben ZU unspezifisch.

Hier muß man, um als Spielleiter eine gewisse Spielwelt-Konsistenz gewährleisten zu können, Einschränkungen vornehmen. Einschränkungen mehr in der "Färbung" der Magie, meist weniger in den Effekten.

Wollte ich z.B. "The Barbarians of Alera" (nach Jim Butchers Codex-Alera-Büchern) umsetzen, so wären die Effekte, die durch Magie möglich sind, alle auch in den vier Ordnungen der BoL-Magie einzuordnen. Aber da dort die Magie über die Verbindung der Wirker mit den elementargeistartigen Furien erfolgt, kann es nur die im Setting etablierten Färbungen Erdwirker, Holzwirker, Luftwirker, Wasserwirker, Feuerwirker, Metallwirker geben. Alles, was an äußerer Färbung, an dem, was in BoL die "Zauberbedingungen" einfangen, vorkommt, ordnet sich bei solch einer Settingadaption den durch die Spielweltbeschreibung vorgegebenen Fakten bezüglich der Natur der Magie in der Welt unter.

Das wäre auch ein interessanter Punkt für den BoL-Conversion-Howto-Artikel, den ich eh noch schreiben wollte.

Das BoL-Setting, Lemuria, ist ja genauso wenig spezifisch gefärbt, wie es die BoL-Regeln eben umsetzen. Spielt man in Lemuria, dann paßt das schon zusammen. - Erst andere, die Natur der Magie anders beschreibende Settings erfordern hier einen neuen "Anstrich" der Magie-Regeln UND eine stärkere FÜHRUNG durch den Spielleiter, um die Spielwelt-Konsistenz zu wahren.

Logan

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Re:[Barbarians of Lemuria] BoL-Magie - Die Freiheit im Griff?
« Antwort #5 am: 27. Januar 2011, 17:11:35 »
Dann will ich mal meinen Senf aufs Brötchen schmieren und meine Gedanken unsortiert herauswürgen:

1. Sehr guter Beitrag, Zornhau.

2. Die BoL-Magie ist wahrlich ein zweischneidiges Schwert. Wenn man nicht aufpasst, versuchen die Spieler gleich einen auf D&D-Magier zu machen und mit Feuerbällen um sich zu werfen.

Persönlich würde ich daher eher zu einem Mischsystem übergehen, dass sowohl offene als auch in uralten Grimorien notierte Zauber enthält. Diesbezüglich nehme ich einfach die Zauber von Call of Cthulhu, die von der Art und Weise recht gut zu BoL passen, gleiche sie noch etwas an und fertig sind sie.
Das offene System sehe ich eher als ein Forschungssystem an. Sprich: Der Spieler kann neue Zauber erforschen und kreieren und somit eine Grimoire erschaffen.

3. Zauber der dritten Ordnung sehe ich eher als Plothooks oder Werkzeug eines echt abgedrehten Dreckskerls an und sind für SC-Magier eher nicht geeignet.

Offline Zornhau

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Re:[Barbarians of Lemuria] BoL-Magie - Die Freiheit im Griff?
« Antwort #6 am: 29. Januar 2011, 04:01:01 »
Die BoL-Magie ist wahrlich ein zweischneidiges Schwert. Wenn man nicht aufpasst, versuchen die Spieler gleich einen auf D&D-Magier zu machen und mit Feuerbällen um sich zu werfen.
Man probiert halt erst einmal das zu zaubern, was man aus den bekannten Spruchmagie-LISTEN so kennt.

Meine Erfahrung: Anfänger, die vielleicht nur ein paar Fantasy-Romane gelesen haben, zaubern meiner Erfahrung nach öfter stimmiger als die Spieler, welche einer ungewissen Zahl anderer Rollenspiele ausgesetzt waren, und nun mit einer Art "festen Menüliste" für Zauber zur BoL-Runde kommen. - Die durch diese anderen, meist NICHT-sword&sorcery-geprägten Spiele gebildeten, eingeschränkten Erwartungen, was magischerweise möglich ist, finde ich manchmal etwas schade. Die Spieler kennen es nicht anders und können sich oft nur schwer von dem Bekannten lösen.

Persönlich würde ich daher eher zu einem Mischsystem übergehen, dass sowohl offene als auch in uralten Grimorien notierte Zauber enthält.
...
Das offene System sehe ich eher als ein Forschungssystem an. Sprich: Der Spieler kann neue Zauber erforschen und kreieren und somit eine Grimoire erschaffen.
Dann läuft der Spielercharakter mit einem Zauberbuch herum, aus dem er immer wieder DIESELBEN Zauber anwendet?

Genau das sollte eben die Magie in BoL verhindern. Ewig dieselbe "Power-Kombo" durchziehen ist doch langweilig. - Und ich sehe nicht, wie das Einführen eines "Spellbook"-Systems das irgendwie verhindert - eher im Gegenteil.

Zauber der dritten Ordnung sehe ich eher als Plothooks oder Werkzeug eines echt abgedrehten Dreckskerls an und sind für SC-Magier eher nicht geeignet.
Ich sehe auch Zauber dritter Ordnung in den Händen von Spielercharakteren. - Nur: Solche Zauber brauchen ja bisweilen JAHRE an Vorbereitung, Beschaffung der Zutaten, Zauberbücher, usw. - Daher ist das auch ein durchaus passendes PERSÖNLICHES Ziel eins Magier-SCs, z.B. die Abenteuerreisen seiner Begleiter mitzumachen, diese subtil oder weniger subtil genau dorthin zu lenken, wo es für IHN die relevanten Zauberbedingungen zu beschaffen gibt, nur um dann gegen "Ende" der Kampagne seinen GROSSEN ZAUBER zu entfesseln, der z.B. die Stadt, in welcher er einst aus der Akademie geworfen wurde, in eine von unvorstellbar hohen Temperaturen verglaste Fläche zu verwandeln. Rache ist am süßesten, wenn man den Genußmoment lange vorbereitet hat und ihn dann so richtig auskosten kann.

Somit: Nicht nur Plot-Aufhänger oder das Werk von bösen Schurken, sondern auch persönliche Ziele (Unsterblichkeit, Rache, usw.) von Magier-SCs können durchaus passend Zauber der Dritten Ordnung ins Spiel bringen.

Logan

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Re:[Barbarians of Lemuria] BoL-Magie - Die Freiheit im Griff?
« Antwort #7 am: 29. Januar 2011, 12:03:19 »
Persönlich würde ich daher eher zu einem Mischsystem übergehen, dass sowohl offene als auch in uralten Grimorien notierte Zauber enthält.
...
Das offene System sehe ich eher als ein Forschungssystem an. Sprich: Der Spieler kann neue Zauber erforschen und kreieren und somit eine Grimoire erschaffen.
Dann läuft der Spielercharakter mit einem Zauberbuch herum, aus dem er immer wieder DIESELBEN Zauber anwendet?
Theoretisch ja. Es kommt nur darauf an, wie man die Zauber auslegt. Wenn man z.B. für jeden Kill-Spell - sag ich jetzt mal salopp - erst einmal etwas Eigenblut opfern muss, wird man es sich rasch überlegen ständig mit Feuerbällen um sich rum zu werfen. Ich beziehe mich da bei diesem Beispiel auf einen Vortrag einer Freundin über asiatische Magie, bei der es darum geht, dass jeder Ungleichgewicht wieder hergestellt werden muss. Sprich: Du willst jemanden das Leben nehmen, so musst du auch etwas dafür hergeben. Da kann man schon sehr lustige Dinge tun.
Oder man baut eine Stigmatisierung ein. Je hässlicher ein Zauber/Ritual ist, desto übler sind die Nebenwirkungen für den Magier. Von Übelkeit, plötzlichen Rissen in der Haut bis hin zu Mutationen kann man da alles einbauen.
Man muss nur als SL etwas kreativ sein und halt gleich zu Beginn auch klarstellen: Magie ist gut, aber zuviel davon kann auch extrem übel in die Hose gehen.

Genau das sollte eben die Magie in BoL verhindern. Ewig dieselbe "Power-Kombo" durchziehen ist doch langweilig. - Und ich sehe nicht, wie das Einführen eines "Spellbook"-Systems das irgendwie verhindert - eher im Gegenteil.
Wie oben schon gesagt: Das kann man durch gewisse Regelungen regulieren.
Aber es passt. Bestes Beispiel sind solche Bücher wie z.B. das "Book of Skelos" der Conan-Geschichten, das "Book of Eibon" oder ganz klassisch das Necronomicon.
Außerdem unterliegt es eine gewissen Logik, dass ein Magier sich ein Grimoire anlegt und es gibt auch einen netten Ursprung für die diverse Plots, wenn der Magier der Gruppe sich auf die Suche nach uralten Büchern macht, um ihre Macht, ihre Zauber und Rituale zu studieren und somit sein eigene Macht zu erhöhen.
Aber hier kollidieren einfach die Regeln mit dem Hintergrund und somit ist alles Auslegungssache.

Zauber der dritten Ordnung sehe ich eher als Plothooks oder Werkzeug eines echt abgedrehten Dreckskerls an und sind für SC-Magier eher nicht geeignet.
Ich sehe auch Zauber dritter Ordnung in den Händen von Spielercharakteren. - Nur: Solche Zauber brauchen ja bisweilen JAHRE an Vorbereitung, Beschaffung der Zutaten, Zauberbücher, usw. - Daher ist das auch ein durchaus passendes PERSÖNLICHES Ziel eins Magier-SCs, z.B. die Abenteuerreisen seiner Begleiter mitzumachen, diese subtil oder weniger subtil genau dorthin zu lenken, wo es für IHN die relevanten Zauberbedingungen zu beschaffen gibt, nur um dann gegen "Ende" der Kampagne seinen GROSSEN ZAUBER zu entfesseln, der z.B. die Stadt, in welcher er einst aus der Akademie geworfen wurde, in eine von unvorstellbar hohen Temperaturen verglaste Fläche zu verwandeln. Rache ist am süßesten, wenn man den Genußmoment lange vorbereitet hat und ihn dann so richtig auskosten kann.

Somit: Nicht nur Plot-Aufhänger oder das Werk von bösen Schurken, sondern auch persönliche Ziele (Unsterblichkeit, Rache, usw.) von Magier-SCs können durchaus passend Zauber der Dritten Ordnung ins Spiel bringen.
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Aber das ist auch wieder Auslegungssache des SL und des Hintergrundes. Wer z.B. aus Rache eine ganze Stadt einebnet, würde bei mir wahrscheinlich letztendlich von den magischen Energien und seinem eigenen Wahnsinn verschlungen werden. Wie schon oben gesagt: Wer was Großes erreichen will, muss auch viel opfern. Manchmal auch seine Seele, sein Fleisch und sein Leben.