Hier treffen sich die Rollenspiel-Blogger und ihre Leser!

R-Maps erstellen

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

*

Offline Joerg.D

  • Dramaqueen äh King
  • *****
  • Beiträge: 748
  • Nur die Ruhe. Nur der Sturm. Nur der HSV!
    • Profil anzeigen
    • Richtig Spielleiten!
R-Maps erstellen
« am: 25. November 2010, 12:09:48 »
Eine R-Map erstellen

R-Maps oder Relationship-Maps (Deutsch = Beziehungsgeflechte) werden eingesetzt, um Beziehungen von Protagonisten und (in Einzelfällen) den SLC untereinander in einer Grafik darzustellen um so leichter den Überblick über komplizierte Beziehungen zu erhalten.

Dabei werden die Beziehungen der Personen für gewöhnlich in einzelne Beziehungsbäume zerlegt (eine Technik des KGB) um schnell relevante Zusammenhänge zwischen Personen zu erfassen. Allerdings orientiert sich eine R-Map nur an Begebenheiten und neigt daher zur Asyncronität.

Der Hintergrund dieser Technik ist die Tatsache, das sich der Mensch leichter Zeichen, Farben und Graphiken merken kann, als simplen Text. Das hängt damit zusammen das ein Urmensch sicherer überlebt hat, wenn er sich an die essbaren Früchte und Geländeformationen erinnerte, wo es etwas zu essen gab. Deshalb benutzen Gedächniskünstler auch Symbole als Ersatz für Zahlen um sich diese zu merken.

Während das C-Web zum visualisieren von Konflikten dient geht es bei der R-Map um persönliches. Darum, wie Personen zueinander stehen und man als SL reagieren kann, wenn die Charaktere bestimmte SLC auf andere SLC ansprechen oder versuchen, sie zu einer Zusammenarbeit zu bewegen. Der SL oder auch die Spieler können mit Hilfe der R-Map schnell sehen, wen man benutzen kann um gegen einen SLC vorzugehen, oder wen man gut um Hilfe bitten kann um eine andere Person zu unterstützen.

Tipp:
Da der SL und die Spieler oft unterschiedliche Informationen zu den SLC und ihren Beziehungen untereinander haben, empfiehlt es sich oft, für beide Seiten (SL und Spieler) eine R-Map zu erstellen. Der SL hat die richtige Variante und die Spieler die Variante, welche auf ihrem Wissensstand basiert.


Wichtig für die Erstellung einer R-Map ist die Tatsache, dass nicht jeder SLC, der mit den Spielercharakteren zu tun hat, auch in der R-Map enthalten sein muss. Dieser Ansatz ist oft sogar der Falsche! Die Beziehung zu den Spielercharakteren hat mit der R-Map eigentlich nichts zu tun. Es geht bei dieser Sache viel mehr um die Beziehung der SLC untereinander, darum welche Spannungen bzw. Freundschaften bestehen und was passieren kann, wenn sich die Charaktere der Spieler in diese Beziehungen einmischen oder wie die Handlung sich darauf auswirken kann.

Die Charaktere und SLC einer R-Map werden durch Rechtecke, Kreise, Ellipsen oder Charakterbilder dargestellt. Die Beziehungen untereinander werden dann jeweils mit beschrifteten Linien visualisiert. Am Anfang verbinden wir Personen, die sich nicht grün sind. Sie werden durch eine Linie verbunden. An beide Enden der Linie malen wir ein Dreieck oder einen Diamanten (je nach dem, was das Zeichenprogramm darstellen kann).

Dreiecke symbolisieren im in der R-Map genau wie im C-Web Feindschaften und Rivalitäten. Danach pflegt man freundschaftliche Verhältnisse, Liebschaften und Bündnisse ein. Positive Verbindungen werden durch Kreise dargestellt. Eine weitere nützliche Möglichkeit ist es, Verpflichtungen und Ergebenheiten mit darzustellen. Für diese Art der Verbindungen werden Quadrate benutzt.

Tipp:
Farben für verschiedene Beziehungsarten machen das Finden der jeweiligen Verbindungen leichter, sie machen die Karte schneller und emotionaler zu erfassen.




Die Pfeilbeschriftungen könnten zum Beispiel lauten:

Freund / Liebt
Neutral / Zusammen bei der Armee gewesen
Freund / Kartenspielen (da könnte ja ein Feind draus
werden)
Freund / Betrügt mit (da wären dann zwei Linien nötig)
Feind / Wird von... mit... betrogen (da wären dann
zwei Linien nötig)
Feind / Hasst... weil er seinen Hund getötet hat
Freund / Hat... beim .... betrogen / schlechtes
Gewissen. Lässt ... jetzt immer.... gewinnen.

Noch mehr Tipps Zur R-Map:
Wenn man die R-Map von Hand erstellt, sollte man genügend Platz auf dem Bogen lassen um sie erweitern zu können.

In einigen Fällen hat es sich als Hilfreich erwiesen, mit lamenierten R.Maps zu arbeiten um die Veränderungen schnell einpflegen zu können. Dann kann man Farben wechseln und Veränderungen sofort im Spiel einpflegen, ohne die ganze R-Map neu zeichnen zu müssen.

Eine R-Map muss immer auf einen Blick zu erfassen sein. Es ist also oft ratsam, eine zu ausführliche R-Map aufzusplitten um die Informationen leichter erfassen zu können.

Ich arbeite immer mit drei R-Maps. Eine für die Direkte Umgebung der Spieler, eine für den erweiterten Kreis und die SLC, und die Dritte die schon eher den Meta Plott berührt. Das geht konform zu meinen C-Webs und der dreigeteilten Timeline (dem Zeitstrahl)


In der Praxis

Ich mache das für gewöhnlich mit open Office, aber es sollte auch mit Power Point gehen. Auch Inkscape, Skencil oder XFig sollten da funzen.

Kostenlos: Der Diagram Designer von MeeSoft.
Kostenlos: yEd Graph Editor von yWorks
Kostenlos: Graphviz
Kostenlos: Umlet

In der Praxis tentiere ich aber zu einer R-Map, die ich laminiert habe und per Hand abändern kann oder einem einfachen (großen) Zettel.
« Letzte Änderung: 25. November 2010, 12:12:49 von Joerg.D »
Wenn du hier im Forum diskutieren willst, gehe einfach davon aus, das die anderen User genau so SCHLAU sind wie Du und ihre Position mit genau so viel Begeisterung vertreten wie du es machst.

Wenn das nicht hilft, kann man eskalierende Probleme auch im Skype, Hangout oder am Telefon klären.