Autor Thema: [hoch ist gut] Spieltoleranz - Aber der Herr Somuncu hats doch schon erklärt  (Gelesen 1524 mal)

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Offline BoyScout

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Es regt mich mal wieder tierisch auf, wie die Meinungsverbote im Namen der Toleranzkeuel verteilt werden. Diesmal zu Jörgs "Besserspieler"

http://hochistgut.blogspot.com/2011/09/spieltoleranz-aber-der-herr-somuncu.html

Wormys_Queue

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Nuja, das Problem ist halt, dass der Herr Somuncu von "differenzierter" Intoleranz spricht, die Intoleranten es aber meist nicht so mit dem Differenzieren haben.

Nur mal als Beispiel deine Argumentation zum Thema der Objektivität:

"Rollenspiel ist in erster Linie nur eine gesellschaftliche Veranstaltung und alle Dinge, die das Miteinander erleichtern, sind natürlich erstmal objektiv gut. Mit anderen Worten, man kann sich an den Zielen orientieren, die sich eine Spielrunde setzt und anhand dessen Regeln festlegen. Die sind dann objektiv gut. Regeln, die diese Ziele behindern, die sind objektiv schlecht."

Da habe ich in dieser Formulierung erst mal wenig daran auszusetzen. Nur impliziert der zweite Satz eben auch, dass sich diese Regeln bei unterschiedlichen Gruppen eben auch unterschiedlich (und teilweise gegensätzlich) herausbilden können. Kurz was für die eine Gruppe nützlich ist, muss noch lange nicht auch nützlich für eine andere Gruppe sein. Was also für die eine Gruppe objektiv gut ist, kann deswegen noch lange nicht Allgemeingültigkeit für sich beanspruchen.

In den Diskussionen finde ich diese Differenzierung aber sehr wenig, und da hat es natürlich einen negativen Beigeschmack, wenn zunächst diese Differenzierung unterbleibt, und der beinahe zwangsläufig erfolgende berechtigte Widerspruch dann mit Totschlagargumenten wie der "Toleranzkeule" niedergemacht werden

Anderes Beispiel aus Jörg D.'s Regeln:

Zitat
Sämtliche Handlungen im Spiel müssen sind immer fiktiv und müssen ohne moralische Wertung von allen Mitspielern angenommen werden.

So wie es jetzt da steht, würde ich auf der Stelle vehement widersprechen. Jörg erklärt nun im dazugehörenden Absatz, wie er das meint, was insbesondere meinem Widerspruch die Grundlage nimmt (sprich: er differenziert). In der typischen Forendiskussion würde das aber zunächst unterbleiben, und wenn man dann Widerspruch anmeldet, wird in den meisten Fällen keine Differenzierung nachgeschoben, sondern direkt versucht, den Gegenüber mundtot zu machen.

Kurz: ich bin kein Freund der Toleranz- und anderer Keulen. Ich bin aber auch kein Freund davon, anderen die Nutzung dieser Keule zu unterstellen, um sich nicht sachlich mit ihnen auseinandersetzen zu müssen. Und ehrlich gesagt glaube ich, dass es das Problem gar nicht erst gäbe, wenn der Rollenspieler im Allgemeinen und der Forengänger insbesondere nicht so oft diese unselige Eigenart an den Tag legen würde, alles möglichst überspitzt darzustellen, bis der eigentlich beabsichtigter Punkt zur Unkenntlichkeit verzerrt wird, was wiederum die nächste Runde des Totschlagargumenteabtauschs einläutet.


Ein Teufelskreis...

Offline Zornhau

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    • Zornhau schreibt ...
Interessanter Blog-Artikel. Mal meinen Senf dazu:

Zitat
Jörg.D hatte in einem Rollenspielforum, ich glaube nicht zum ersten Mal, das interessante Phänomen erwähnt, daß es viele Ratgeber für Spielleiter, aber kaum welche für Spieler gibt. Hier in Deutschland ist die Rolle des Spielers ja mit "Couchkartoffel" meist allumfassend beschrieben. Das aber auch der Spieler ein Mindestmaß an Pflichten zu einem erfolgreichen Spielabend hat, das ist noch nicht so weit verbreitet.
Überraschenderweise. - Denn: Rollenspiele sind ja Gesellschaftsspiele. Gesellschaftsspiele KENNT JEDER! Damit weiß auch jeder, wie man sich als Mitspieler in Gesellschaftsspielen zu verhalten hat (dazu gehört übrigens auch die Regelkenntnis!). Dies ist eine Art "kulturelles Allgemeinwissen", welches man auch als Rollenspielentwickler bei seiner Zielgruppe voraussetzen kann - genauer: können sollte.

Daß es - wie auch dem Thread im Tanelorn zu entnehmen - tatsächlich Leute gibt, welche eine Art "Gesellschaftsspiel-Kaspar-Hauser" zu sein scheinen und über dieses Allgemeinwissen nicht verfügen, ist tragisch. - Daher ist es mittlerweile wohl doch nötig dieses Wissen als "Spezialwissen für Rollenspieler" aufzubereiten und explizit den Spielern zu vermitteln. Tragisch.

Zitat
Über die Punkte will ich mich gar nicht auslassen, mich stört etwas Anderes.
Es ist dabei egal, ob Jörgs Regel gelautet hätte "Kenne die Regeln des Spieles" oder "Haue deinen Mitspielern nicht mit schweren Gegenständen auf den Kopf", die Reaktion darauf musste so oder so lauten: Objektive Beurteilungen von Spielerverhalten sind nicht politisch korrekt, das sei Geschmackssache und jede Runde muss das individuell lösen, um den Spielbetrieb fliessend zu halten. Gerne wird dabei auch mal das wehrlose Wort "Spielstil" missbraucht, denn Stile, die können ja nicht schlecht sein.
Ja, das ist auch eine tragische Entwicklung.

"Das ist halt ein anderer Spielstil" - damit wird von, so kommen sie bei mir an, völlig INTERESSELOSEN Leuten so gut wie ALLES an Verhaltensbreit "gerechtfertigt".

Doch ist das VERLOGEN.

Denn JEDER weiß doch, ob eine Spielsitzung GUT war oder nicht.
JEDER weiß doch, ob ein Spielleiter GUT war oder nicht.
JEDER weiß doch, ob ein Mitspieler GUT mitgespielt hat oder nicht.

JEDER hat doch ein Gespür dafür, ob etwas rund um das Rollenspielhobby GUT ist oder nicht.

Natürlich ist es das persönliche Gespür des einzelnen. Aber wer LEUGNET solch ein eigenes Gespür zu haben und irgendwie einfach mal "alles" als "ist halt ein anderer Spielstil und wir dürfen jetzt darüber nicht mehr diskutieren, weil Spielstil gleich jegliche Diskussion beendet" deklariert, der ist einfach UNINTERESSIERT ja geradezu APATHISCH, bar jeglicher eigener Achtsamkeit und jeglichen Mitgefühls für andere, denn nur aus letzterer Innen- und Außenschau kommt überhaupt die Toleranz.

Wer ALLES unabhängig und gar entgegen seiner eigenen Gefühle "toleriert", der TOLERIERT NICHT (aus Mitgefühl und Respekt), sondern dem ist es nur SCHEISSEGAL! Der ist UNINTERESSIERT! UNFÜHLEND! - Das ist das eigentliche Problem dieser Alles-Tolerierer.

Zitat
Es ist verzwickt mit der Toleranz, denn Toleranz heisst nicht automatisch alles zuzulassen.
Toleranz heißt, etwas zuzulassen, OBWOHL es einem gegen den eigenen Strich geht, eben WEIL man mit anderen Menschen mitfühlt und diese respektiert.

Toleranz hat aber IMMER GRENZEN. - Toleranz ohne Grenzen ist einfach nur GLEICHGÜLTIGKEIT.

Zitat
1. Objektive Bewertung gibt es nicht beim Rollenspiel.
Ich unterscheide hier, WAS genau bewertet wird.

So kann ein Regelmechanismus, der in einem Rollenspiel mit klar geäußerter Zielsetzung dieses Ziel unterstützt, durchaus objektiv als geeignet oder gut erkannt werden, und einer, der diesem Ziel entgegenarbeitet, als ungeeignet oder schlecht festgestellt werden. - Letztlich ist es ja genau das, was man als Spieleentwickler sowieso macht: Man BEURTEILT Regelelemente auf ihre Eignung für das, was man als Spielidee ausarbeiten möchte. Und man verwirft die schlechten und behält die guten. Diese Beurteilung ist natürlich auch immer von einem Subjekt erfolgend (ob Spieleentwickler oder Rezensent oder Kunde/Spieler), aber sie erfolgt nach nachvollziehbar darlegbaren Kriterien und nicht ausschließlich "aus dem Bauch heraus".

So verhält es sich auch bei der PRAXIS des Rollenspiels. Man kann nämlich nicht nur die Produkte, die Spielmaterialien im Rollenspiel bewerten, sondern auch den UMGANG mit diesen.

Wie ich oben schon schrieb, hat JEDER doch eine Vorstellung und ein Gefühl davon, was ein GUTER Spieler, Spielleiter, Spielabend ist.

Das ist natürlich nicht "objektiv" im naturwissenschaftlichen Sinne, aber es ist schon so, daß es auch nicht nur völlig subjektiv, "je nachdem wie gut der Beurteilende geschlafen hat" erfolgt.

Ein unvorbereiteter, stammelnder Spielleiter, ein Spieler, der stumm nur seine Aktionen runterwürfelt und sonst Sesselwärmer ist, ein Spielabend, an dem man das Gefühl hat, die Zeit verschwendet zu haben - all das ist durchaus OBJEKTIV (nach den Kriterien des Beurteilenden) SCHLECHT.

Solche URTEILE kann und MUSS man nicht nur fällen - man macht das ohnehin ständig, auch wenn es sich manche nicht offen eingestehen wollen (warum auch immer). Sondern nur durch derartige Beurteilungen kann man sein weiteres Verhalten anpassen und auf andere bei eventuell störenden Aspekten hinwirken.

Wenn ich in manchen Rants lese, wie sehr sich ein Spieler oder ein Spielleiter über irgendwas oder irgendwen aufgeregt hat, dann zeigt das doch, daß die Situation BEURTEILT wurde und als UNBEFRIEDIGEND festgestellt wurde. - Derartige Beurteilung muß keinen naturwissenschaftlich-objektivierbaren Expermentalbefunden gleichkommen, aber sie zeigt WIRKUNG!

Die Wirkung ist, daß man verärgert heimfährt, sich überlegt, ob man für die undankbaren Spieler überhaupt noch eine Runde vorbereiten soll, ob man mit dem Spieler jemals spielen möchte, ob man mit dem FREUND noch jemals in einer gemeinsamen Spielrunde mitspielen möchte, usw.

Somit sind solche Beurteilung WICHTIG und WIRKUNGSVOLL. Sie erzeugen ECHTE KONSEQUENZEN für das weitere Verhalten (Verlassen der Gruppe, Rausschmiß eines Spielers, Aufgabe des gesamten Rollenspielhobbys!).

Da also ständig beurteilt wird, ist es doch nur ehrlich auch OFFEN einzugestehen, DASS man beurteilt.

Und nicht nur das! Sondern auch offen ZU SEINEM URTEIL zu stehen!

Das ist allein die Basis für Rundennachbesprechungen, für Verbesserungsvorschläge, für Kampagnenplanung usw.

Wer ständig nur "herumdruckst" und nicht zu seiner eigenen MEINUNG, seinem eigenen URTEIL steht, weil ihm irgendwer eingeredet hat, daß das alles ja "nie objektiv sei", der BEHINDERT sich selbst und alle anderen an der Weiterentwicklung im Hobby.

Es ist nämlich EGAL, ob ein Urteil aus objektivierbaren Kriterien erfolgt ist, oder nur weil man "diffus" ein ungutes oder auch ein gutes Gefühl hatte. Diese Urteile haben FOLGEN. Man bleibt bei der Gruppe, weil irgendwie doch alles mehr stimmt, als daß es nicht stimmt. Weil das Gruppengefühl einfach gut ist, auch wenn mal der Spielleiter oder ein Spieler nicht in Bestform antraten.

Wichtig ist aber, daß man sich KLAR macht, DASS man gerade Urteile über alles Mögliche rund um das Rollenspielhobby gefällt hat.

Zitat
2. Man kann das alles ohne Regeln zum Miteinander spielen.
Diese "Regel-Allergiker" BELÜGEN sich selbst!

Es gelten mindestens die (meist ungeschriebenen) Regeln des gegenseitigen Miteinanders. Der soziale Grundkonsens für akzeptables Verhalten (eben einem anderen nicht in die Fresse zu hauen, wenn er nicht nachweislich Würfel gedreht hat oder sonst irgendwie zu bescheissen versucht hat).

Das ist es, was die meisten Spieleentwickler als VORAUSSETZUNG bei ihren Spielenden annehmen. - Das ist es, was man eigentlich bei ALLEN sozialen Aktivitäten (außer Krieg) als Voraussetzung annehmen können sollte.

Komisch, daß Leute sich nicht einmal dafür schämen solche "Regelablehner" zu sein! Denn das ist ja gleichbedeutend mit dem "Durchsetzen des Stärkeren", egal ob das jetzt der physisch Stärke ist oder der sprachlich Stärkere oder derjenige, der mit der SL ins Bett steigt, also der beziehungsmäßig Stärkere. Regeln sind dazu da, daß es FAIR zugeht und man GEMEINSAM MITEINANDER spielen kann, OHNE sich dem Stärkeren beugen zu müssen!

Die Regeln sind das demokratischste überhaupt am Rollenspielhobby. Man kann sich entscheiden sie zu akzeptieren und mitzuspielen, oder das Spielen sein zu lassen. Aber wer sie BRICHT, der stellt sich GEGEN die Gemeinschaft, GEGEN die Gruppe und der nimmt sich selbst mehr heraus, als er anderen zugesteht.

Und wer Regeln grundsätzlich ABLEHNT, der wähnt sich als der Stärkere, als derjenige, dem dieses Ablehnen am meisten Durchsetzungsvermögen gibt, weil er dann KEINE RÜCKSICHTEN auf Unterlegene mehr nehmen muß. Solche Rücksichten sind nämlich etwas, das durch die Regelverwendung ERZWUNGEN wird. Und wer freiwillig die Regeln akzeptiert, der sagt auch JA zur Rücksichtnahme.

Es sind somit die RÜCKSICHTSLOSEN kaltherzigen, nicht mitfühlenden Leute, welchen Regeln besonders zuwider sind!

Eine sozial funktionierende Gruppe ist jederzeit in der Lage fair und konsequent nach Regeln zu spielen und wird dies auch WOLLEN.

Ohne Regeln kann man zwar "vor sich hin spielen" (ein Puzzle zusammenlegen) aber man kann nicht MITEINANDER spielen.

"Peng! Du bist tot!" - "Bin ich nicht!" - Schon beim Cowboy&Indianer-Spiel klappt das nicht. Da werden auch mit überraschender Geschwindigkeit "Settingregeln" von der Spielgruppe "inferiert". Das passiert ganz natürlich und auch die ERWARTUNG, daß sich alle, die mitspielen wollen, an diese Gruppenregeln halten, ist schon bei Kindern SEHR ausgeprägt.

Es braucht erst (vermutlich traumatisierte) Erwachsene, um die NOTWENDIGKEIT von Regeln mit der angetroffenen Vehemenz abzulehnen zu "lernen". - Natürlich ist das jedenfalls nicht. Und es ist auch nicht ein (KILLERPHRASENALARM:) "Spielstil", sondern es ist ein NICHT-Spielen, das hier vertreten wird.

Wie kann es ein STIL zu spielen sein, wenn die Regelablehner ja überhaupt NICHT SPIELEN wollen? Das ist keine "stilistische Frage", sondern einfach eine grundsätzliche Ablehnung sich aus Respekt zu seinen Gruppenmitgliedern der GEMEINSAMEN und für alle geltenden Beschränkung der Regeln zu unterwerfen, um überhaupt den sicheren Rahmen für ein entspanntes genußvolles Spiel zu bekommen.

Wer sich mit anderen Musikern zu einer Jazz-Jam-Session trifft, der genießt hier auch die Freiheiten, welche das freie Improvisieren mit anderen Leuten bietet, aber es wird von ihm ERWARTET, daß er sein Instrument beherrscht (die Spielregeln!) und mit den anderen ZUSAMMEN statt gegeneinander oder nebeneinander her zu spielen (die sozialen Regeln!). - Wenn er das nicht zu leisten bereit ist, dann kann er nicht mitspielen!

So auch beim Rollenspiel.

Wormys_Queue

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Natürlich ist es das persönliche Gespür des einzelnen. Aber wer LEUGNET solch ein eigenes Gespür zu haben und irgendwie einfach mal "alles" als "ist halt ein anderer Spielstil und wir dürfen jetzt darüber nicht mehr diskutieren, weil Spielstil gleich jegliche Diskussion beendet" deklariert

Wo bitte passiert das denn? Ich (Allgemeines ich) leugne doch nicht mein Gefühl, nur weil ich es nicht zu einem absoluten Maßstab erhebe und andere Spielstile deswegen nicht sofort abwerte. Und was Diskussionen über Spielstile zuverlässig beendet, ist doch nicht der friedliche Meinungsaustausch unter Leuten, die am gleichen Thema Interesse haben, sondern dass dann sofort irgendwer ankommt und die Diskussion zu GEWINNEN versucht, in dem er irgendwelche Postulate über "objektiv besser" und "objektiv schlechter" aufstellt.

Ich hab ja nun nur einen begrenzten Horizont in Bezug auf Forendiskussionen, vielleicht lese ich also zufällig ständig an den gerade diskutierten Auswüchsen vorbei. Aber ich habe schon an fruchtbaren Diskussionen zu dem Thema teilgenommen und auch schon den ein oder anderen daraus entstandenen Forenkrieg miterlebt. und dabei eigentlich immer die Beobachtung gemacht, dass die fruchtbaren Diskussionen deshalb gelangen, weil niemand versuchte, den einen objektiv besten Weg zu beschreiben und andere Sichtweisen ausdrücklich erwünscht und als nachdenkenswert zugelassen waren. Dummerweise langt meistens ein Störenfried, um solche Diskussionen zum Scheitern zu bringen.
« Letzte Änderung: 16. September 2011, 19:26:04 von Wormys_Queue »

Offline Joerg.D

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Zitat
From "Robin's Laws of Good Game Mastering", pages 4-5

         The Power Gamer wants to make his character bigger, tougher, buffer, and richer. However success is defined by the rules system you're using, this player wants more of it. He tends to see his PC as an abstraction, as a collection of super powers optimized for the acquisition of still more super powers. He pays close attention to the rules, with a special eye to finding quirks and breakpoints he can exploit to get large benefits at comparatively low costs. He wants you to put the "game" back in the term "roleplaying game", and to give him good opportunities to add shiny new abilities to his character sheet.
Hervorhebungen von mir.

Das ist die einzig wahre Definition des Powergamers. (Für mich)

Ich kenne mehrere Spieler die es schaffen die letzten Quentchen aus einem Regelwerk herauszuquetschen und trotzdem hervorragende Charakterdarsteller mit einem Auge für den Plot und ihre Mitspieler sind.

Alle diese Spieler bezeichnen sich als Powergamer und sind in der Regel auch sehr gut mit den Thesen von Laws vertraut. Ich möchte an diesem Punkt mal von der versammelten Mannschaft wissen, wie sie ihre Definition vom Original ableiten oder warum die besser ist als das was den Begriff definiert hat.

Also?

@ Topic

Mir selber ins Knie schießen?
Man muss das alles nicht so eng sehen. Oft ist es für mich schon ein Erfolg wenn sich die Leute einfach mal mit dem Thema beschäftigen und sei es um mir aufs heftigste zu widersprechen. Damit wird vielleicht der eine oder andere Gedankengang in Bewegung gesetzt, der ohne so einen Artikel nie gedacht worden wäre.

Ich habe aus dem Thread und dem Artikel ein paar sehr wertvolle Informationen zum Spiel und der Auffassung zum selbigen gefunden, über die ich noch etwas sinnieren muss um ihre volle Tragweite zu erfassen. Da kommt vielleicht erst in ein paar Wochen etwas vernünftiges bei raus, aber ich habe mich dann weiter entwickelt.
« Letzte Änderung: 16. September 2011, 19:39:54 von Joerg.D »
Wenn du hier im Forum diskutieren willst, gehe einfach davon aus, das die anderen User genau so SCHLAU sind wie Du und ihre Position mit genau so viel Begeisterung vertreten wie du es machst.

Wenn das nicht hilft, kann man eskalierende Probleme auch im Skype, Hangout oder am Telefon klären.

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From "Robin's Laws of Good Game Mastering", pages 4-5

         The Power Gamer wants to make his character bigger, tougher, buffer, and richer. However success is defined by the rules system you're using, this player wants more of it. He tends to see his PC as an abstraction, as a collection of super powers optimized for the acquisition of still more super powers. He pays close attention to the rules, with a special eye to finding quirks and breakpoints he can exploit to get large benefits at comparatively low costs. He wants you to put the "game" back in the term "roleplaying game", and to give him good opportunities to add shiny new abilities to his character sheet.
Hervorhebungen von mir.

Das ist die einzig wahre Definition des Powergamers. (Für mich)

Ich kenne mehrere Spieler die es schaffen die letzten Quentchen aus einem Regelwerk herauszuquetschen und trotzdem hervorragende Charakterdarsteller mit einem Auge für den Plot und ihre Mitspieler sind.

Alle diese Spieler bezeichnen sich als Powergamer und sind in der Regel auch sehr gut mit den Thesen von Laws vertraut. Ich möchte an diesem Punkt mal von der versammelten Mannschaft wissen, wie sie ihre Definition vom Original ableiten oder warum die besser ist als das was den Begriff definiert hat.

Was mir an Laws Definition nicht gefällt ist der Passus mit den "quirks and breakpoints". Hört sich für meinen Geschmack schon eine Spur zu sehr nach Munchkinism an und ich versuche es möglichst zu vermeiden, Munchkins und Powergamer in denselben Topf zu werfen. Davon abgesehen beschreibt die Definition sehr exakt, warum ich lieber keine Powergamer in meinen Runden dabei habe. Diese Herangehensweise ans Rollenspiel ist mir so dermaßen wesensfremd, dass das einfach nicht zusammen gutgehen kann.

Offline Joerg.D

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Magst Du dann mal bitte zusammenfassen, was ein Spieler mit dem du gerne zusammen spielst so für Eigenschaften haben muss? Das könnte man prima sammeln, wenn sich noch ein paar andere User daran beteiligen?

Bitte Bitte!!!
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Es geht nicht darum, daß man allgemein objektive Sozialregeln festlegen könnte, die sich auf die Spielmechanik beziehen.  Wer das verstanden hat, hat mal wieder zu schnell gelesen (ich lese die meisten Posts übrigens doppelt). Das ist SEHR kompliziert und für jede Runde gibt es andere objektiv gute Sozialregeln.
Es geht um die Ablehnung, daß man so etwas wie Sozialregeln gar nicht bräuchte. Und das ist falsch imho.



Zitat von: Zornhau
"Gesellschaftsspiel-Kaspar-Hauser"
*rofl* Made My Day!

Zornhau hat da mit der Interessnlosigkeit schon was wichtiges gesagt. Ich wollte auch erst Toleranz mit Gleichgültigkeit gleichsetzen, schien mir aber doch zu hart zu sein.
Ich kann mir schon denken warum so viele Sozialregeln im RPG ablehnen. Weil das Einschränkungen in der Freiheit bedeutet. Und Freiheit ist ja der heilige Gral im Rollenspiel.
Wenn man miteinander etwas unternehmen will, dann MUSS man aber Einschränkungen in der Freiheit hinnehmen.
Das einzige, was ich daraus ableiten kann ist, daß es sich dann um dominante, Ich bezogene Personen handelt, und die brauchen natürlich keine Regeln, die machen sie sich selber. Mir sagte ein Mitspieler mal ins Gesicht "Ich spiele nur um selber Spass zu haben, auf den Rest nehme ich erstmal keine Rücksicht"
So funktioniert aber keine Gesellschaftliche Veranstaltung ihmo.

Zitat von: Jörg
Man muss das alles nicht so eng sehen. Oft ist es für mich schon ein Erfolg wenn sich die Leute einfach mal mit dem Thema beschäftigen und sei es um mir aufs heftigste zu widersprechen.
Gut, ich kann nicht sagen, wieviel da von dir Kalkuliert ist. Ich gehe natürlich davon aus, daß du hoffst, die Leute äussern sich konstruktiv zu einem Thema ;)
Es kamen ja auch nützliche Antworten.

die anderen Posts sind mir im Moment zu lang. später.
« Letzte Änderung: 16. September 2011, 21:12:11 von BoyScout »

Wormys_Queue

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Ich hoffe, das gerät jetzt nicht zu deskriptiv, aber eigentlich ist das bei mir mehr eine Sache der persönlichen Chemie als der rollenspielerischen Eigenschaften; wenn erstere stimmt, kann man mit mir über fast alles reden.

In den Begriffen von Laws gesprochen wäre mein Ideal wohl eine Mischung aus Storyteller und Casual Gamer (ob er ein Spezialist ist, ist mir schnuppe) mit einem Touch Method Actor. Eine Spur der anderen Kategorien (Powergamer, Butt-Kicker und Tactician) tut mir nicht weh, solange es nicht überhand nimmt oder in Prinzipienreiterei ausartet.

Das wichtigste aber ist natürlich, dass der Spieler ein gewisses Maß an sozialer Kompetenz besitzt. Ich hatte (entgegen meiner vorherigen Aussage) auch schon mal einen Powergamer in meiner Gruppe aus lauter Nicht-Powergamern, der aber durchaus in der Lage war, seine persönlichen Neigungen nicht vollends auszuleben (sprich er baute seinen Charakter nicht so stark, wie er es hätte tun können) und gleichzeitig (und das kommt in Laws Definition per se nicht vor) ein durchaus guter Charakterspieler war.

Ein von mir geschätzter Spieler wäre in dem von dir geschilderten Fallbeispiel in der Lage, sich mit der Gegenseite auf einen tragbaren Kompromiss zu einigen oder zu akzeptieren, dass es für unterschiedliche Vorlieben unterschiedliche Lösungen auch in ein und derselben Runde geben kann.

Und idealerweise antwortet er auf die Frage, welchen Charakter aus dem Herrn der Ringe er am liebsten spielen würde, mit Samweis Gamdschie (oder Peregrin Tuk). Da liegt glaube ich auch mein Hauptproblem mit Powergamern, da diese meiner Erfahrung nach diese Frage immer anders beantworten würden, gleichzeitig aber erwarten, dass man selbst das auch tut. Ich hab typischerweise keine Probleme damit, Jimmy Olsen zu spielen, wenn die anderen Superman und Co. spielen, die anderen meistens schon. Und persönlich liegt mein Bedürfnis, Superman zu spielen, komplett bei Null.