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Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.

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Offline Blechpirat

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Offline Zornhau

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Antw:Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.
« Antwort #1 am: 04. Juni 2019, 15:09:40 »
Das ist wirklich schade.

Aber wie kann es sein, daß eine Zahlungsunfähigkeit "nicht voraussehbar" und "überraschend" eintritt?
Wenn bei mir Ebbe auf dem Konto ist, dann merke ich das ja nicht erst, wenn gar nichts mehr drauf ist.

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Offline Belchion

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Antw:Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.
« Antwort #2 am: 04. Juni 2019, 18:37:05 »
Aber wie kann es sein, daß eine Zahlungsunfähigkeit "nicht voraussehbar" und "überraschend" eintritt? Wenn bei mir Ebbe auf dem Konto ist, dann merke ich das ja nicht erst, wenn gar nichts mehr drauf ist.
Nun ja, Insolvenz heißt ja nicht, dass nichts auf dem Konto ist. Es heißt, dass du deine Rechnungen nicht pünktlich bezahlen kannst. So etwas kann durchaus unerwartet passieren: Eine fest eingeplante Einnahme verspätet sich (oder fällt sogar aus), während eine unerwartete Ausgabe das Budget zusätzlich belastet. Wenn du ohnehin knapp kalkuliert hast, kannst du damit so weit ins Minus rutschen, dass du aus eigener Kraft nicht mehr rauskommst.

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Offline Skyrock

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Antw:Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.
« Antwort #3 am: 04. Juni 2019, 18:48:16 »
Aber wie kann es sein, daß eine Zahlungsunfähigkeit "nicht voraussehbar" und "überraschend" eintritt?
Wenn bei mir Ebbe auf dem Konto ist, dann merke ich das ja nicht erst, wenn gar nichts mehr drauf ist.
Die Zugänge (Lohn) und Abgänge (Miete, Versicherungen etc.) bei Arbeitnehmern sind regelmäßig und berechenbar. Und selbst da verschaukelt es manchen wenn "plötzlich" "überraschend" die halbjährliche Kfz-Versicherung fällig ist, oder eine andere den Turnus von monatlich auf zweimonatlich umstellt.

Unternehmer haben hingegen oft Geld auf dem Konto, mit weiten, asynchronen Abständen zwischen Eingang und Ausgang, über das sie laut Papier frei verfügen können, das aber tatsächlich schon für Fiskus/Lieferanten/Abschreibungen verplant ist. Die Möglichkeiten, da den Überblick zu verlieren und Geld auszugeben, das man de facto gar nicht hat, sind zahlreich und werden in der freien Wirtschaft auch reichlich ausgenutzt.

Insolvenz heißt ja erst einmal nur, dass Uhrwerk nicht genug liquide Mittel hat um seine laufenden Forderungen zu bedienen, nicht unbedingt dass das Unternehmen auch in Konkurs geht. (Wobei ein Rollenspielverlag im Verhältnis zum Kapital nicht sonderlich viel Anlagevermögen und Produkte zum verflüssigen haben wird, um frisches Schmieröl in den laufenden Betrieb einzubringen.)

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Offline Greifenklaue

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Antw:Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.
« Antwort #4 am: 04. Juni 2019, 21:36:38 »
Das ist wirklich schade.

Aber wie kann es sein, daß eine Zahlungsunfähigkeit "nicht voraussehbar" und "überraschend" eintritt?
Wenn bei mir Ebbe auf dem Konto ist, dann merke ich das ja nicht erst, wenn gar nichts mehr drauf ist.

Im Podcast zu Nerds-gegen-Stephan mit der F&S-Verlagschefin wird die KNV-Pleite erwähnt, die auch einige RPG-Verläge erwischte (Mantikore hat z.B. einige Projekte abbrechen müssen) und F&S erstmal nicht. Vielleicht weht daher der Wind? 

-> https://dernerdigetrashtalk.podigee.io/18-phantastikverlag 
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Offline Wulfhelm

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Antw:Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.
« Antwort #5 am: 05. Juni 2019, 17:23:02 »
Es hat keinen Sinn, darüber wilde Vermutungen anzustellen, bevor Uhrwerk nicht selber näheres dazu sagt. Und das wird nicht geschehen, bevor der Insolvenzverwalter die Sache gesichtet hat.

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Offline Settembrini

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Antw:Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.
« Antwort #6 am: 05. Juni 2019, 21:59:38 »
Was ist denn die KNV-Pleite?
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Offline Rhylthar

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Antw:Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.
« Antwort #7 am: 06. Juni 2019, 06:30:27 »
Was ist denn die KNV-Pleite?
Wohl das hier: Focus Artikel

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Offline Settembrini

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Antw:Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.
« Antwort #8 am: 06. Juni 2019, 10:32:11 »
Zitat
2012 griffen noch 37 Millionen Deutsche zu Buch oder E-Book; 2017 waren es rund acht Millionen Menschen weniger.

Ach Du meine Fresse! Mein Stand war von 2010, da mußte man sich keine Sorgen machen, da gabe es so viele Buchverkäufe, wie lange nicht mehr. Mir fiel in den letzten 4 Jahren aber tatsächlich ein rasanter Verfall der Lesekompetenz bei jungen Erwachsenen auf. Eieiei.

Ich lese übrigens fast nichts mehr online, wieder mehr Bü+cher. Die langen Texte in Blogs, das tu ich mir nicht mehr an, anstattdessen viele YT-Videos. Aber das hat halt auch nachteile. Vermutlich muß man der Jugend erklären, in einem YT-Video, daß Lesen Gehirn-Workout ist. Die Geschichte ist ja immer ein vertracktes Eichhörnchen, selbst die Online-Sucht wird mit YT-Videos bekämpft...
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Offline Greifenklaue

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Antw:Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.
« Antwort #9 am: 06. Juni 2019, 10:42:19 »
Es hat keinen Sinn, darüber wilde Vermutungen anzustellen, bevor Uhrwerk nicht selber näheres dazu sagt. Und das wird nicht geschehen, bevor der Insolvenzverwalter die Sache gesichtet hat.
Patrik äußert sich wohl am SA im Orkenspalter Livestream um 18 Uhr.

KNV ist die Säule der Buchhändler-Buchversorgung, dass hat zum massiven Zusammenstreichen einiger Buchverlagsprogramme geführt, z.B. Mantikore.

-> https://de.wikipedia.org/wiki/Koch,_Neff_und_Volckmar

Aber ja, es ist müßig, zu spekulieren, ob das was damit zu tun hat. Wurde halt nur im recht aktuellen Podcast als kürzlich überraschendes Ereignis am Rande erwähnt.

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Offline Blechpirat

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Antw:Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.
« Antwort #10 am: 06. Juni 2019, 11:51:11 »
KNV ist tatsächlich für viele Verlage ein riesiges Drama, weil da auch die Verkäufe von Weihnachten 2018 drinstecken - Die Bücher sind weg, aber das Geld nicht bei den Verlagen angekommen. Und das Weihnachtsgeschäft ist ein massiver Brocken des Buchgeschäfts.

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guest805

Antw:Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.
« Antwort #11 am: 14. August 2019, 15:21:53 »
Ganz klar ist mir nicht, wie das passieren konnte. Du musst ja zumindest theoretisch deinen Cashflow und deine Liquidität überwachen, und auch entsprechendes frei verfügbares Kapital zurückhalten, um entsprechende unvorhersehbare Ausgaben bewältigen zu können. Gerade im Kleinverlagbereich müsste das relativ einfach möglich sein, da hier die Ausgaben nicht übermäßig groß sind, und ca. 100.000 Euro reichen müssten, um ungeplante Ausgaben innerhalb eines Jahres stemmen zu können. Im Notfall ist bei ca. 30.000 Eigenkapital eine Kreditaufnahme in diesem Rahmen immer möglich.

Schief gehen tut so was nur, wenn der Verlag kaum Eigenkapital hat, und Kredite schon bis ans Maximum ausgereizt wurden. Wenn dan nirgendwas schief geht, dann ist natürlich Essig. Das ist allerdings nichts, was überraschend kommen kann, dass sieht man mehrere Jahre voraus.


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Offline Greifenklaue

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Antw:Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.
« Antwort #12 am: 14. August 2019, 19:18:59 »
Darüber reden ist immer einfach. Das zu machen und die Verantortuzng zu haben ist eben ne ganz andere Sache,

Ansonsten ist hier die letzte Meldung / der letzte Stand:

News von 7.8.2019 - https://www.uhrwerk-verlag.de/aktuelle-entwicklungen-des-verlags/

"Mitteilung durch Geschäftsführer Patric Götz:

Nach einigen guten Neuigkeiten, vor allem bezüglich diverser Crowdfundings und Splittermond-Bücher, habe ich heute eine schlechte Nachricht.

In enger Absprache mit unserem vorläufigen Insolvenzverwalter musste ich einen Großteil der Angestellten des Uhrwerk Verlages und der Feder & Schwert GmbH zum 31. Oktober 2019 kündigen. Das betrifft fast alle Redakteur*innen, aber auch weitere Mitarbeiter*innen aus anderen Abteilungen.

Ab dem 1. November werden wir dann erst mal mit einer kleinen Kernmannschaft und auf kleinerer Bürofläche weitermachen, um den Shop, das Lager, die Buchhaltung, aber auch die weitere Produktentwicklung am Laufen zu halten.

Dieser Schritt – auch wenn er für keinen Mitarbeiter überraschend kam, da wir auch intern mit offenen Karten spielen – ist natürlich kein leichter. Das in den Jahren aufgebaute Team ist so ziemlich das Beste, was man sich wünschen kann, und besteht ausnahmslos aus hervorragenden Mitarbeiter*innen, die ich auch als meine Freunde ansehe. Welche Firma auch immer davon profitieren wird, kann sich glücklich schätzen!

Diese Entlassungen sind zwar ein schwerer Einschnitt für den Uhrwerk Verlag, sind aber explizit nicht gleichbedeutend mit der Einstellung des Geschäftsbetriebes.

Das erklärte Ziel unseres vorläufigen Insolvenzverwalters ist es, die Firma langfristig weiter bestehen zu lassen. Das eigentliche Insolvenzverfahren wird voraussichtlich im September eröffnet. Nach einer Übergangszeit wäre dann später auch eine weitere Fortführung unter meiner vollen Kontrolle möglich.

Was das für einzelne Projekte und angekündigte Pläne bedeutet, kann ich derzeit nicht im Detail sagen, allerdings gilt weiterhin, dass wir euch auf dem Laufenden halten, wenn es etwas zu erzählen gibt – sei es nun positiv oder negativ. Auf alle Ankündigungen der letzten Wochen hat dieser Schritt keine Auswirkungen, diese bleiben weiterhin bestehen.

Ich hoffe, dass wir euch zur SPIEL im Oktober (auf der wir natürlich auch wieder vertreten sind) mehr Details werden mitteilen können."
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guest805

Antw:Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.
« Antwort #13 am: 15. August 2019, 09:16:04 »
Anscheinend haben die 12 volle Stellen gehabt, also schon relativ groß für die Rollenspielbranche. Dann sieht dass auch nochmal anders aus. Da haben die schon massive Personalkosten von mindestens ca. 500.000 im Jahr. Das ist nicht mehr so ohne weiteres zu stemmen, wenns mal schlecht läuft.
Kras, hätte echt nicht gedacht, dass die so groß sind. Anscheinend 17 feste Mitarbeiter, Legionen von Freelancern. Durchaus schon ein kleiner mittelständischer Betrieb, der rein Rollenspiel macht. Das so etwas in der deutschen Rollenspielbranche möglich ist, beeindruckt dann schon. 

Selbst nach der Insolvenz planen sie, sie noch 6 volle Stellen zu haben, plus Freelancer.

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guest805

Antw:Uhrwerk-Verlag gibt Insolvenz bekannt.
« Antwort #14 am: 15. August 2019, 16:52:50 »
Ullises Spiele, das ähnlich groß ist, hat allein schon 500.000 Euro Stammkapital, und 3 Millionen Euro Aktiva. Insofern muss ich insgesamt revidieren, was ich bisher über deutsche Rollenspielverlage wusste. Die sind vergleichweise groß, von Hobbyklitische kann da keine rede mehr sein. Insofern wird dann auch die Insolvenz erklärbar. Da werden stadardmäßig verbildlichkeinen von über einer million auflaufen, die bezahlt man nicht mehr aus der Portokasse.