Autor Thema: [Danger Zone] Storytelling und D&D  (Gelesen 26285 mal)

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Offline Der Oger

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Antw:[Danger Zone] Storytelling und D&D
« Antwort #45 am: 18. August 2019, 11:09:38 »
Neben Moralwürfen fehlen andere Schlüssel zum Spielerlebnis früherer Editionen: Zum Beispiel Mietlinge und Gefolgsleute.

(Wobei ich mich immer frage, wie man bei diesen die Möglichkeit für Drama und Geschichte ausser Acht lässt...)

Zudem Konzentration auf die Idee der "Helden durch besondere Eigenschaften" im Gegensatz zu "Helden durch Errungenschaften", ein altes Streitthema in den Leser Zuschriften der Dragon (bevor es Foren gab).

Hmmh.

Es geht vielleicht auch um Verwaltungsarbeit am Spieltisch. Könnte mir vorstellen, daß Veränderung von Konsum-Mustern - schnelle Zugänglichkeit zum Beispiel - sich positiv auf die Verkaufszahlen auswirkt, und die 5E vielleicht genau deswegen so designt worden ist.
« Letzte Änderung: 18. August 2019, 11:14:37 von Der Oger »

Offline Lord Verminaard

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Antw:[Danger Zone] Storytelling und D&D
« Antwort #46 am: 18. August 2019, 11:11:53 »
Mietlinge und Gefolgsleute sind tatsächlich im DMG angesprochen, allerdings eher so handwedelig und nicht mit so klaren Regeln wie "früher".
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Offline Lord Verminaard

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Antw:[Danger Zone] Storytelling und D&D
« Antwort #47 am: 18. August 2019, 11:15:29 »
Könnte mir vorstellen, daß Veränderung von Konsum-Mustern - schnelle Zugänglichkeit zum Beispiel - sich positiv auf die Verkaufszahlen auswirkt, und vielleicht genau deswegen so designt worden ist.

Das ist zweifellos so und daran ist ja auch nichts auszusetzen. 5E ist schon sehr elegant designt, muss ich neidlos anerkennen. Und eben auch diese, nennen wir es mal Offenheit in Richtung Erzählspiel, wird sich sicherlich nicht negativ auswirken. D&D ist eben die einzig wahre Volkspartei. ;D
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Offline Der Oger

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Antw:[Danger Zone] Storytelling und D&D
« Antwort #48 am: 18. August 2019, 11:55:51 »
Wo es auch gut läuft, jedenfalls, wenn ich mir die Internetreaktion so angucke:

Beyond the Wall (Adamantinum Seller).


Offline blut_und_glas

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Antw:[Danger Zone] Storytelling und D&D
« Antwort #49 am: 18. August 2019, 13:51:41 »
Die Personality Traits, Ideals, Bonds und Flaws sind aus meiner Sicht ein deutlicher Schritt in die erzählspielige Richtung

Sind Wargames mit Personality Traits (und ähnlichem) dann auch erzählspielig?
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Offline Lord Verminaard

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Antw:[Danger Zone] Storytelling und D&D
« Antwort #50 am: 18. August 2019, 18:32:42 »
Was Äußerungen über Wargames angeht, habe ich Mäßigung gelobt. 8)

Was mir noch einfällt: Anzahl. Im Monster Manual ist keine Anzahl mehr angegeben, statt dessen gibt es CRs. Wahrscheinlich genau wir Moral schon seit 3E? Die letzte Edition, von der ich ein Regelbuch gelesen habe, war ja AD&D 2nd.
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Offline blut_und_glas

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Antw:[Danger Zone] Storytelling und D&D
« Antwort #51 am: 18. August 2019, 19:01:54 »
3.x hatte noch Zahlenangaben.

Allerdings frage ich mich trotzdem, ob es da nicht vielleicht eine Wechselwirkung zwischen Encounter/Challenge und fehlender Moral gibt. Basierend darauf, dass der einzelne Kampf quasi abgekapselt wird, wird Moral als weniger wichtig erachtet.
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Offline Settembrini

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« Antwort #52 am: 18. August 2019, 19:57:21 »
3.x hatte noch Zahlenangaben.

Allerdings frage ich mich trotzdem, ob es da nicht vielleicht eine Wechselwirkung zwischen Encounter/Challenge und fehlender Moral gibt. Basierend darauf, dass der einzelne Kampf quasi abgekapselt wird, wird Moral als weniger wichtig erachtet.

Moral ist ja fast mit der Praxis von AD&D2e untergegangen, wobei sie in Baldur's Gate und so noch aktiv war. Aber bei dem Gerüst von 5e kann man Moral ja einfach wieder einführen.
Daß die Spielkultur in 5e encountardisiert und verstoried ist, daß zweifelt glaube ich keiner an. Es ist aber eben offen genug, daß man die Sache driften kann. Wenn ich das richtig sehe, ist der schlimmste Auswuchs das "long rest spamming", dem steht aber eine Optionale Regel entgegen.

Die Bestrebung irgendeiner dramatischen Struktur zu folgen, gibt es seit Hickman & Weis es fängt in der späten 1e Ära an. Der Knüppel wird aber am Ende dick und die Spielekultur wird von den Modulen geprägt. Da mögen die Erfahreneren uns Kunde tun, die Rezis sagen außer ein paar 3PP und Phandelver ist alles sehr linear und encountarded. Alle, die ich kenne, die 5e betreiben und damit gut leben, nutzen es zusammen mit OSR-Modulen, also im Drift.

Man kann es bestimmt auch Richtung xERZ driften.

« Letzte Änderung: 18. August 2019, 20:01:21 von Settembrini »
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Offline Rhylthar

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Antw:[Danger Zone] Storytelling und D&D
« Antwort #53 am: 18. August 2019, 20:30:03 »
Zitat
Da mögen die Erfahreneren uns Kunde tun, die Rezis sagen außer ein paar 3PP und Phandelver ist alles sehr linear und encountarded.
Ein ganz klares: Jein.  ;)

Es gibt Abenteuer, die sind unbestritten sehr linear, z. B. Hoard of the Dragon Queen. Andere dagen, wie z. B. Dungeon of the Mad Mage, sind es deutlich weniger oder können mit kleinen Abänderungen in die Spur gebracht werden. Curse of Strahd ist auch ziemlich offen und der erste Teil von Out of the Abyss ist eines der Glanzlichter der bisherigen 5E für mich.

Aber ja, wenn man es natürlich ganz frei haben will, greift man zu Dingen wie Into the Borderlands 5E, The Isle of Dread 5E oder The Dark of Hot Springs Island, was quasi editionsunabhängig ist.

Edit:
Das meiner Meinung beste Abenteuer kam eh während des Playtests raus: Legacy of the Crystal Shard.
« Letzte Änderung: 18. August 2019, 21:37:04 von Rhylthar »

Offline Zornhau

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Antw:[Danger Zone] Storytelling und D&D
« Antwort #54 am: 19. August 2019, 00:45:53 »
Edit:
Das meiner Meinung beste Abenteuer kam eh während des Playtests raus: Legacy of the Crystal Shard.
"Legacy of the Crystal Shard" und "Murder in Baldur's Gate" sind m.E. die besten Abenteuer, die neueres D&D (die sind ja für D&D Next, einen Vorläufer der 5E) hervorgebracht hat.

Offline Lord Verminaard

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« Antwort #55 am: 19. August 2019, 08:12:37 »
Moral ist ja fast mit der Praxis von AD&D2e untergegangen, wobei sie in Baldur's Gate und so noch aktiv war. Aber bei dem Gerüst von 5e kann man Moral ja einfach wieder einführen.

Ja, in der Runde, in der ich damals (tm) mitgespielt hatte, wurden auch keine Moralwürfe gemacht, die habe ich dann erst beim Lesen des Regelwerkes entdeckt...

Zitat
Daß die Spielkultur in 5e encountardisiert und verstoried ist, daß zweifelt glaube ich keiner an. Es ist aber eben offen genug, daß man die Sache driften kann.


Ja, da sind wir uns alle einig. Was mich vielmehr zu dem Blog veranlasste, war die Feststellung, dass die Leute diese Spielkultur abfeiern und offenbar einer Errettung durch uns gar nicht bedürfen. ;)

NB: Ich mag den Begriff encountardisiert nicht besonders, retarded/behindert als Schimpfwort zu benutzen, ist uncool. (Always the SJW.) :)
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Offline Hasran

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« Antwort #56 am: 19. August 2019, 09:07:43 »
Da mögen die Erfahreneren uns Kunde tun, die Rezis sagen außer ein paar 3PP und Phandelver ist alles sehr linear und encountarded.

Princes of the Apocalypse zeigt in meinen Augen den Zwiespalt recht gut (es folgen Spoiler):

[spoiler]In der bespielten Gegend in den Sumber Hills befinden sich mehrere "Dungeons" (manche Lokalitäten sind dabei nur strukturell Dungeons), denen im Buch ein "recommended level" zugewiesen wird, gleichzeitig gibt es aber keine Schienen oder Barrieren, die es den Personagen verbieten würden in ein Dungeon zu stolpern, das nicht für ihr Level ausgelegt ist.
Bei der Vorbereitung habe ich dann im Internet viele, viele Beiträge gelesen, die diskutieren, wie dieses "Problem" gelöst wurde.
(Das Buch enthält auch einige random encounter tables. Ist also augenscheinlich "sandboxy", wobei die Integration der Tabellen bestimmt besser ginge.)[/spoiler]

Grüße

Hasran

Offline Settembrini

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« Antwort #57 am: 19. August 2019, 09:11:02 »
Zitat
Was mich vielmehr zu dem Blog veranlasste, war die Feststellung, dass die Leute diese Spielkultur abfeiern und offenbar einer Errettung durch uns gar nicht bedürfen.

Da kann ich natürlich nicht zustimmen. Wenn eine Spielkultur in Schräglage gerät, hat das langfristige Folgen, siehe DSA*. Aber das muß ja Deine Sorge nicht sein.

Ich sehe es seit 5e nicht ganz so dramatisch, weil 5e eben ermöglicht aus dem tiefen Brunnen der Vergangenheit zu schöpfen, 4e hat das geradeheraus unmöglich gemacht hatte.

*DSA ist auch die härteste Immunisierung gegen sinnvolles Rollenspiel, die man sich denken kann. Betrachten wir doch die tollen deutschsprachigen Neuerscheinungen: *Grillenzirp, tumbleweed*.
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« Antwort #58 am: 19. August 2019, 09:13:32 »
Da mögen die Erfahreneren uns Kunde tun, die Rezis sagen außer ein paar 3PP und Phandelver ist alles sehr linear und encountarded.

Princes of the Apocalypse zeigt in meinen Augen den Zwiespalt recht gut (es folgen Spoiler):

[spoiler]In der bespielten Gegend in den Sumber Hills befinden sich mehrere "Dungeons" (manche Lokalitäten sind dabei nur strukturell Dungeons), denen im Buch ein "recommended level" zugewiesen wird, gleichzeitig gibt es aber keine Schienen oder Barrieren, die es den Personagen verbieten würden in ein Dungeon zu stolpern, das nicht für ihr Level ausgelegt ist.
Bei der Vorbereitung habe ich dann im Internet viele, viele Beiträge gelesen, die diskutieren, wie dieses "Problem" gelöst wurde.
(Das Buch enthält auch einige random encounter tables. Ist also augenscheinlich "sandboxy", wobei die Integration der Tabellen bestimmt besser ginge.)[/spoiler]

Grüße

Hasran

Es gab ja unlängst einen Thread dazu, daß gerade die Spielleiter immer wieder sehr merkwürdige Fragen haben, die zeigen, daß was schief liegt: https://forum.rsp-blogs.de/index.php?topic=2777.msg25485#msg25485
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« Antwort #59 am: 19. August 2019, 09:40:55 »
Was ich mich jetzt spontan beschäftigt:

Die Moral ist in meinen Augen (wie oben angedeutet) ja da besonders interessant, wo einzelne Begegnungen entgrenzt voneinander sind (sowohl im Gewölbe als auch auf dem Schlachtfeld).

Skirmish Wargames behandeln gewissermaßen ebenfalls abgeschlossene Begegnungen. Auch hier kann (gewiß nicht muss) Moral ausgeklammert werden.

Skirmish Wargames verlagern die Vernetzung/Entgrenzung der "Begegnungen" auf die Ebene der Kampagnenverwaltung oder des Ligaspiels.

Lassen sich Techniken von dort nutzen, um auch in D&D eine Vernetzung/Entgrenzung zu erreichen, obwohl hart begrenzte Begegnungen und/oder fehlende Moral beibehalten werden? (Wobei zumindest das Nachhalten von Zuständen als eine Technik ja ohnehin bereits fest verbaut ist.)
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