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Offline BoyScout

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Antw:Aktueller Stand der Rollenspieltheorie
« Antwort #30 am: 10. September 2019, 18:02:22 »
hier ist der Link
http://dmitriwilliams.com/TrojanTypology.pdf

hier einer der Autoren
http://dmitriwilliams.com/research.html


"Six types of player motivations were found: socializer, completionist, competitor, escapist, story-driven, and smarty-pants. "
mmh, scheinbar kann man sich sowas einfach aus den Fingern saugen.
« Letzte Änderung: 10. September 2019, 18:05:02 von BoyScout »

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Offline Hasran

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Antw:Aktueller Stand der Rollenspieltheorie
« Antwort #31 am: 10. September 2019, 18:40:32 »
hier ist der Link
http://dmitriwilliams.com/TrojanTypology.pdf

hier einer der Autoren
http://dmitriwilliams.com/research.html


"Six types of player motivations were found: socializer, completionist, competitor, escapist, story-driven, and smarty-pants. "
mmh, scheinbar kann man sich sowas einfach aus den Fingern saugen.

Habe es gerade nur überflogen, aber es ist methodisch zumindest bemüht. Schaut sich allerdings nur ein Arena game und ein MMO an.

Grüße

Hasran

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Offline BoyScout

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Antw:Aktueller Stand der Rollenspieltheorie
« Antwort #32 am: 10. September 2019, 18:58:39 »
Habe es auch nur überflogen. Ist halt eine typische, soziologische Umfrage

"magst du gerne Orcs im Spiel umhauen?"
"joa, scho`"
"AHA, du bist ein FIGHTER"

natürlich mit statistischen Argumenten gerechtfertigt. Ich frage mich jetzt, was man mit nun voraussagen kann. Es scheint mir rein deskriptiv zu sein.

Die Einleitung ist aber tatsächlich gut, wie Vondenburg sagt. Da sieht man auch wie viele unterschiedliche Taxonomien da herumgeistern.

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Offline Settembrini

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Antw:Aktueller Stand der Rollenspieltheorie
« Antwort #33 am: 10. September 2019, 19:48:55 »
Wenn das ne ordentliche Theorie ist, dann kann man nun Hypothesen aufstellen, was denn die Spielertypen unterscheidet, und ne ANOVA machen, bzw. einen Versuchsaufbau, der dann mit einer ANOVA prüft wie doll die Gruppen sich wirklich und in Bezug auf prognostiziertes Verhalten unterscheiden.

7. Dan im prussien jeux-jitsu
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Offline Vondenburg

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Antw:Aktueller Stand der Rollenspieltheorie
« Antwort #34 am: 10. September 2019, 21:10:10 »
Habe es auch nur überflogen. Ist halt eine typische, soziologische Umfrage

"magst du gerne Orcs im Spiel umhauen?"
"joa, scho`"
"AHA, du bist ein FIGHTER"
Eben nicht nur. Es wurden gelogte Serverdaten der Befragten mit ausgewertet. (bzw. zur Prüfung des prognostizierten Spielertypenverhaltens verwendet)
Zitat
Die Einleitung ist aber tatsächlich gut, wie Vondenburg sagt. Da sieht man auch wie viele unterschiedliche Taxonomien da herumgeistern.
Die hatten auch jeweils aus ner anderen Richtung. Wird aber erst klar, wenn man die entsprechenden Studien sich ansieht.

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Offline Vondenburg

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Antw:Aktueller Stand der Rollenspieltheorie
« Antwort #35 am: 11. September 2019, 04:35:42 »
@Vermi: In dem Zusammenhang ist mir noch was eingefallen, mit dem Du uU selber schon Berührung hattest:
tatsächlich hat Stanley Parable ja noch so etwas wie Gameplay. Ich habe da eher an "Spiele" wie Dear Esther gedacht, wo das Narrative GANZ KLAR Vorrang vor dem Gameplay hat. Es ist also imho nicht so, wie Vermi sagt, dass im PC-Spielbereich alles ganz klar wäre.

Wiki:
"Aufgrund des experimentellen Gameplays, das kaum vorhandene Interaktionsmöglichkeiten aufweist, gilt das Spiel als Begründer solcher, oft pejorativ als Walking Simulatoren bezeichneten Spiele. "
In WoW wurde ja extrem viel Hintergrundgeschichte in zu findenden Büchern beschrieben. Ich weiss nicht wie Du dazu standest, aber ich habe anekdotisch von mehreren ehemaligen Spielern erzählt bekommen, dass diese Bücher als tolle Idee angesehen wurde. (Ich selber konnte damit nichts anfangen. Ich gehöre allerdings auch zu denjenigen, die Zwischensequenzen überspringen)

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Offline Teylen

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Antw:Aktueller Stand der Rollenspieltheorie
« Antwort #36 am: 11. September 2019, 11:41:52 »
Wie sieht es denn aktuell mit der Rollenspieltheorie aus?
Fokussiert sich stark auf den Bereich des Larps.
Produziert im Jahr sowohl akademische Texte als auch Modelle in dem Rollenspiel im Kontext der Bildung eingesetzt wird. Einen Zugang kann man über die Mittelpunkt in Deutschland respektive Waldritter erhalten oder über Knut(e)punkt/Solmunkotha in den nordischen Ländern (Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen). Wenn man in die USA geht die Living Game Conference.

Zitat
Gibt es noch nennenswerte (deutsche) Rollenspieltheoretiker
Es gibt keine nennenswerten Rollenspieltheoretiker in Deutschland.
Zumindest keine die sich im Rahmen der Pen & Paper Plattformen bewegen.

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Offline Wulfhelm

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Antw:Aktueller Stand der Rollenspieltheorie
« Antwort #37 am: 11. September 2019, 15:29:51 »
mmh, scheinbar kann man sich sowas einfach aus den Fingern saugen.
Hast Du gelesen, was Du da verlinkt hast?

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Offline Teylen

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Antw:Aktueller Stand der Rollenspieltheorie
« Antwort #38 am: 11. September 2019, 16:07:12 »
Stanley Parable habe ich recht extensiv gespielt, aber ich muss gestehen, dass ichs nur bedingt begriffen habe, was sie mir damit sagen wollten. Ich hab für mich rausgenommen, das die Spielerfreiheit im Computerspiel immer eine Illusion ist, das hab ich aber vorher auch gewusst.
Stanley Parable kommentiert als Spiel auf zwei Ebenen.
Die erste Ebene ist die des Walking Simulators in dem man mit der Figur Stanley unterschiedliche Entscheidungen treffen kann, die durch den Erzähler in einer Art und Weise kommentiert waren welche die Illusion der Entscheidung offensichtlich werden lässt.
Unabhängig davon ob man es als Walking Simulator angeht oder ob man aktiv versucht entweder mit der Erzählung oder den Spielmechanismen zu brechen. Man wird dabei darauf aufmerksam gemacht das jedes noch so absurde oder geschickte ausbrechen nur im Rahmen der Erzählung und letztlich Mechanismen geschieht und geschehen kann.

Bezogen auf Rollenspiel im Rahmen des Spiels kannst du nur innerhalb des Spielrahmens welchen die Mitspieler geben durch Interaktion agieren. Du kannst das Rollenspiel mit der Gruppe nicht ohne den Rahmen der Gruppe führen.

Das ist an und für sich ziemlich schlüssig, in der Umsetzung der Stanley Parabel jedoch durchaus amüsant kommentiert. Ein vergleichbares Spiel wäre dahingehend "Getting Over It" oder auch "Everything".

Der zweite Aspekt der Stanley Parabel ist das es einen direkten Kommentar dessen was der/die Spieler*In macht bietet. Was nicht sehr subtil im Eröffnungsmonolog thematisiert wird:
Employee #427's job was simple: he sat at his desk in room 427 and he pushed buttons on a keyboard.

Orders came to him through a monitor on his desk, telling him what buttons to push, how long to push them, and in what order.

This is what Employee #427 did every day of every month of every year, and although others might have considered it soul rending,

Stanley relished every moment the orders came in, as though he had been made exactly for this job.

And Stanley was happy.


Das Spiel beschreibt damit direkt, was der/die Spieler*in macht, wenn das Spiel gespielt wird.
Man sitzt an einem Rechner und wartet auf Angaben das man etwas macht, wie man es macht, man macht es und ist glücklich. Dieser direkte Kommentar der Spielerhandlung wird mehrfach wiederholt.
Es gibt mindestens eine Szene (in der Nähe des Telefon-Raums) wo man direkt als Spieler zum Knöpfe drücken aufgefordert wird. Wenn man in dem Baby-Raum sich hinsetzt und konsequent lange genug den Knopf zum reset drückt, wird das vom Erzähler kommentiert. Der auch überlegt ob man vielleicht einen Auto-Clicker aktiviert hat. Nun, und das Spiel gibt einen Rewards wenn man es hinreichend lang nicht anpackte und später startete.
Kurz, es bietet mit den Brüchen der Fourth Wall an das Spielen von Videospielen oder auch nur Walking Simulatoren selbst in Frage zu stellen.

Was bezogen auf Rollenspiel so wäre, als würde man ein Rollenspiel spielen, das einem beim Spiel vermittelt das man sein Leben auch mit besseren Tätigkeiten als gerade dieser verbringen könnte. (was bspw. Violence! oder Serialz auch machen)

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Offline Hasran

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« Antwort #39 am: 11. September 2019, 16:38:00 »
Bezogen auf Rollenspiel im Rahmen des Spiels kannst du nur innerhalb des Spielrahmens welchen die Mitspieler geben durch Interaktion agieren. Du kannst das Rollenspiel mit der Gruppe nicht ohne den Rahmen der Gruppe führen.

Computerspiele sind durch Hardware begrenzt. Rollenspiel natürlich auch (ohne jetzt zu viel philosophieren zu wollen und bewusst zu reduzieren: das Gehirn). Die menschliche Hardware halte ich allerdings für praktisch unendlich in dem, was sie abbilden kann.

Grüße

Hasran

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Offline BoyScout

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« Antwort #40 am: 11. September 2019, 17:01:08 »
mmh, scheinbar kann man sich sowas einfach aus den Fingern saugen.
Hast Du gelesen, was Du da verlinkt hast?
Ja, habe ich, aber ich habe nicht jede Quellenangabe nachverfolgt.

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Offline Teylen

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« Antwort #41 am: 11. September 2019, 17:19:23 »
Rollenspiel natürlich auch (ohne jetzt zu viel philosophieren zu wollen und bewusst zu reduzieren: das Gehirn). Die menschliche Hardware halte ich allerdings für praktisch unendlich in dem, was sie abbilden kann.
Die Rollenspiel-Regeln und das was ich beobachtet habe nach trifft es nicht zu.
Es ist schließlich formalisiert und durch die kulturelle Prägung eingeengt.
In dem Rahmen ist es meines Erachtens eher marginal freier als Go oder andere Spiele.

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Offline BoyScout

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« Antwort #42 am: 11. September 2019, 17:50:23 »
In der Regel will man ja auch gar nicht alles spielen und hat schließlich bestimmte Vorlieben. Es muss also nicht zwangsläufig ein Nachteil sein, sich für etwas zu entscheiden.

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Offline Teylen

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Antw:Aktueller Stand der Rollenspieltheorie
« Antwort #43 am: 11. September 2019, 17:55:47 »
In der Regel will man ja auch gar nicht alles spielen und hat schließlich bestimmte Vorlieben. Es muss also nicht zwangsläufig ein Nachteil sein, sich für etwas zu entscheiden.
Ja, da stimme ich zu.

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Offline Wulfhelm

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« Antwort #44 am: 11. September 2019, 20:17:03 »
Hast Du gelesen, was Du da verlinkt hast?
Ja, habe ich, aber ich habe nicht jede Quellenangabe nachverfolgt.[/quote]
Ich frage, weil Du was von "aus den Fingern saugen" schreibst. Dabei bedienen die sich doch untadeliger soziologischer Vorgehensweisen: Befragen, Daten sammeln, Muster ausmachen, Typologie entwickeln.