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Warum seid ihr Spielleiter?

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Andreas (RPGnosis):
In der Diskussion zum Vorstellungsraum hat Falk die Frage aufgeworfen, warum man es sich eigentlich antut, Spielleiter zu sein:
--- Zitat ---Man liest doch sehr oft “muss”, “sollte” u.Ä. während Spieler meistens “dürfen” und “können”. Daher rühren auch die Probleme her, die ich bei der Findung von SL-Motivationen habe. Also warum hat der SL ein Interesse, dass die Spieler eine Info bekommen. Warum hat er ein Interesse daran, die Welt plausibel darzustellen?
Warum hat er nur Pflichten, was hat er davon, SL zu sein? die SL Position ist allgemein ja auch nicht sehr beliebt.
Beim Spieler hat das etwas mit Ausleben zu tun. Aber beim SL?
(...)
Ich finde die Interessen (Ideen) des SLs entscheidend, bevor es überhaupt Sinn ergibt, sich über Vorstellungen zu unterhalten. Auf Spielerseite sehe ich hier noch irgendwo eine spielerische Herausforderung, selbst, wenn der Spieler in jedem Moment “nein” zu einer Herausforderung sagen kann. Aber wo ist die spielerische Herausforderung für den SL? Warum, überspitzt gesagt sollte er sich das antun? Und viele wollen sich das ja auch nicht antun.
--- Ende Zitat ---

Keine Frage, Spielleiten kann aufwendig sein. Recherchieren, Vorbereiten, Welten, Szenarien und Regelkonstrukte entwerfen, im Spiel den Überblick behalten, fair Regeln und Spielerentscheidungen beurteilen, zwischen verschiedenen Spielerinteressen vermitteln und je nach Spielweise noch viele weitere Aufgaben - das kann in Stress ausarten und wird oft genug von der Spielrunde nicht ausreichend gewürdigt.

Ich denke, wenn man die richtigen Spieler und das richtige System hat, kann Spielleiten eine tolle und befriedigende Aufgabe sein - nur, was gibt es einem konkret? Was sind eure Interessen beim Spielleiten? Welche Aufgaben und Ziele setzt ihr euch, woraus zieht ihr genau eure Befriedigung dabei? Welche Herausforderungen schätzt ihr dabei (oder auch gerade nicht)? Kurz: Was gibt euch die Rolle des Spielleiters?

Hier soll es erstmal nicht um konkrete Tipps gehen, sondern ich würde zunächst gern erfragen, ob sich eure Erwartungen, Wünsche und Ansprüche an die Spielleiterrolle sowie die Gründe dafür, sie überhaupt zu übernehmen, irgendwie decken und man über wesentliche Elemente einen Konsens finden kann.
Danke für euren persönlichen Einblick!

BoyScout:
ich muss mir darüber auch noch klarer werden.
Der Schlüssel liegt aber bei den Mitspielern. Wenn ich alles, was ich als SL mache, auch alleine bekommen könnte, würde ich nicht zu einer Spielrunde gehen. Recherchen, Welten basteln, Szenarien entwerfen, Karten zeichnen - Dinge, dich ich persönlich meistens schrecklich finde - können es demnach nicht sein.
Es muss also etwas sein, was die Mitspieler mir geben.

Zornhau:
Ich bin Spielleiter, weil ...

... ich mich gerne überraschen lasse.
... ich gerne anderen Überaschungen bereite.
... ich nur als SL so viele unterschiedliche Charaktere spielen kann.
... ich neugierig bin, was meine Spieler aus meinem Input so alles machen.
... ich im je nach Regelsystem unterschiedlichen Gameplay auf unterschiedliche Weise spaßbereitende Dinge tun kann.
... ich den Raum der "Möglichkeiten", den Spielwelt und Abenteuer darstellen, gerne auf eine konkrete Basis erspielter FAKTEN abgebildet sehen mag. Nur dadurch wird eine "nebulöse" Spielwelt erst greifbar, werden Entscheidungsmöglichkeiten und unterschiedlich wahrscheinliche Verläufe zu wirklichen (Spiel-)Erlebnissen und erinnerbaren FAKTEN, und erhält die reine Phantasie so eine spielerisch greifbare Wirklichkeit.

Dafür nehme ich Anstrengungen, Zeitaufwand, Arbeitsaufwand, Streß und Hektik in Kauf, denn eine gute Spielrunde befriedigt fast so schön wie guter Sex (nur fast :D).

Der Narr:
Bei mir können verschiedene Gründe ausschlaggebend sein.

- Ich spielleite zur Frustvermeidung. (Weil in der Runde kein brauchbarer SL ist.)
- Ich spielleite, um die Settings spielen zu können, die ich gut finde. (Andere SL mögen andere Settings als ich.)
- Ich spielleite, weil ich eine Idee für ein Setting oder eine Kampagne habe, die ich umsetzen möchte.

Das können - müssen - sollen-Problem kenne ich aber nur zu gut. Mich nervt es, wenn von Spielern irgendwelche Erwartungen oder Anforderungen geäußert werden, auch wenn sie gar nicht böse gemeint sind. Da versuche ich inzwischen konsequent zu kontern und zu erklären, dass ich es nicht als meine Aufgabe sehe, mich darum zu kümmern. Als SL nehme ich mich in vielen Bereichen gerne stark zurück, die einige Spieler wohl als traditionell SL-Angelegenheit sehen, dafür bleibe ich um so fester bei einigen Dingen, die mir wichtig sind. Nichts ist schrecklicher als Spieler, die einem in Dinge reinreden wollen, von denen sie keine Ahnung haben.

Dass man als SL auch Spaß haben kann und das in verschiedenen Spielsituationen, setze ich voraus. Aber das hat man als Spieler ja auch. Dass man als SL Spaß haben kann, ist also für mich keine Motivation, zu spielleiten. Das wäre ja sonst albern. Wem das Spielleiten gar kein Spaß macht (oder besser, weil Spaß ein doofes Wort ist: wer nicht GERNE spielleitet, warum auch immer), der sollte es besser sein lassen.

Greifenklaue:
Ich spielleite gar nicht so oft, weil ich auch gerne spiele. (1/3tel SL, 2/3tel Spieler)

Aber, nachdem ich die Lust am Spielleiten etwas verloren hatte, hab ich sie vor längerem wiedergefunden. Gründe:

- Spielern mit den Dingen Spaß bereiten, an denen ich Spaß habe.
- Mit ergebnisoffenem Spiel meine Spieler und mich selbst überraschen.
- Mich mit einem Szenario auseinandersetzen und darin einfinden.
- Mit herausfordernen Spiel meinen Spielern ein befriedigendes Erlebnis geben, etwas geschafft zu haben.
- NSCs zum Leben erwecken.

Ansonsten trifft Zornhau eigentlich ganz gut meine Beweggründe.

Auch der erste Grund des Narren kenne ich zumindest aus einigen wenigen Runden, liegt aber aktuell nicht vor.

Desweiteren fragte mich mal ein anderer SL, warum ich Abenteuer mehrmals spiele.

Tatsächlich mag ich es, wenn ich mich erstmal mit einem Szenario auseinandergesetzt, darin "eingefühlt" habe, weiß, wie die NSC ticken etc - und da die Spieler anders vorgehen auch ein ganz anderes, neues Abenteuer entsteht - das mag ich auch!

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