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Warum seid ihr Spielleiter?

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Zornhau:
Charaktere zu töten ist in den meisten Regelsystemen bei regelkonformem Spiel eh schon KEINE Herausforderung.

Aber was hier so oft mit "andere Rolle", "andere Funktion" des SLs bezeichnet wird, ist für mich einfach ein anderes Gameplay auf Basis desselben Regelwerks. - Es ist für mich das Gameplay, also das, was der SPIELER in der Rolle "Spielleiter" tatsächlich im Spiel TUT, was hier den Unterschied ausmacht.

blut_und_glas:

--- Zitat von: Andreas (RPGnosis) am 07. September 2014, 20:42:22 ---Und vielleicht auch mal zu klarifizieren, worin genau für den SL die spielerische Herausforderung besteht, denn die Charaktere zu killen kann's ja insgesamt kaum sein (oder zumindest sind die allerwenigsten Systeme darauf ausgelegt).

--- Ende Zitat ---

So recht kann ich da nicht zustimmen. Wenn ich einmal, wie sie oft, den Blick in Richtung der Kriegsspielverwandschaft schweifen lasse, wo wohl einigermaßen Einigkeit darüber herrscht, dass die spielerische Herausforderung zu einem guten Teil auch im Niederkämpfen der gegnerischen Truppen (ergo der Charaktere der anderen Mitspieler) besteht, dann entdecke ich dort natürlich viele Spiele, die - ähnlich wie es so oft beim Spielleiter von Rollenspielen der Fall ist - keine Beschränkungen in ihrem Regelwerk haben, was beispielsweise die Auswahl der eigenen Truppen angeht. Die spielerische Herausforderung existiert hier also unter Bedingungen der freiwilligen Selbstbeschränkung. "Ich könnte einfach einen uralten Drachen auftauchen oder es Felsbrocken auf die Erststüfler regnen lassen" negiert die spielerische Herausforderung ebenso viel oder wenig wie "ich könnte nächstes Mal einfach mit einem kompletten Gardepanzerregiment samt Luftunterstützung aufkreuzen, um seine Rangerkompanie aufzumischen" das tut - das Schlüsselwort bleibt nämlich "könnte". Könnte ich machen, nichts in den Regeln untersagt es mir, tue ich aber trotzdem nicht. Ich will nämlich eine Herausforderung haben.
(Auf der anderen Seite könnte natürlich mein Mitspieler vorschlagen, dass ich genau das doch tun sollen - weil sie gerne eine größere Herausforderung hätten...)

mfG
jdw

Greifenklaue:

--- Zitat von: BoyScout am 07. September 2014, 12:16:09 ---Für mich ist die spielerische Herausforderung rel. wichtig, aber die kann man als SL m.E. nicht haben, da der SL über jegliche Herausforderungen selbst entscheided. Gut, es soll auch Leute geben, die gegen sich Schach spielen können aber ich kann meine Interessen vom SL sein nicht so oft trennen.
--- Ende Zitat ---
Ja, aber Du kriegst ja am Ende mit, ob die Spieler es herausfordernd fanden (bzw. merkst das auch beim Spiel direkt). Das meine ich:
- Mit herausfordernen Spiel meinen Spielern ein befriedigendes Erlebnis geben, etwas geschafft zu haben.


--- Zitat ---Auch das Testen des Szenarios an den Spielern empfinde ich eher als Stress, weil oft Situationen aufkommen, die man spontan neu gestalten muss und eben NICHT zu den eigenen SL Vorstellungen passten ("also vermutlich geht ihr zuerst in die Taverne"- "Nee, ich geh zuerst innen Puff" - " oh, äh, ja Moment, gut, 5 min Pause..").
--- Ende Zitat ---
Diesen Stress hatte ich früher auch, auch in der Form die Spieler immer auf die Schienen / den roten Faden zu "zwingen".

Seit ich von ARS en Grundsatz ausgenommen habe "Der SL hat nix zu wollen." (Der sich ja u.a. genau auf solcherlei Vorfestlegungen bezieht.) und Ergebnisoffenheit annehme, entwickle ich Abenteuer mehr aus den Ideen meiner Spieler heraus auf Basis des originalen Abenteuers. Dadurch hab ich echt die Lust auf rollenspiel wiederentdeckt.

Teylen:

--- Zitat von: Andreas (RPGnosis) am 07. September 2014, 20:42:22 ---Und vielleicht auch mal zu klarifizieren, worin genau für den SL die spielerische Herausforderung besteht, denn die Charaktere zu killen kann's ja insgesamt kaum sein (oder zumindest sind die allerwenigsten Systeme darauf ausgelegt).
--- Ende Zitat ---
In der Gestaltung und Fortführung spielerisch interessanter Situationen.
Das heißt abstrakt erklärt schafft der Spielleiter ein Problem, wird vermutlich hier für bestimmte Lösungswege betrachten oder es jedoch in den Kontext der Spielmechanik vernünftig gestalten. Der bzw. die Spieler interagieren mit dem Problem und der Spielleiter entwickelt die (Problem-)Stellung weiter.

Ein wenig so als wenn man ein Go respektive Schachproblem schafft, wobei es nicht bei dem Problem belassen wird sondern der Spielleiter dies als Ausgangsbasis nimmt mitzuspielen. Im spielerischen Sinn.

Es kann hierbei eine Herausforderung sein ein Problem zu schaffen das an die eigenen Verständnise der Spielmechanik kratzt oder eben eine Herausforderung die für die Spieler interessant ist, zu bewältigen und dennoch für einen selbst spannend.

BoyScout:

--- Zitat von: Greifenklaue ---Ja, aber Du kriegst ja am Ende mit, ob die Spieler es herausfordernd fanden (bzw. merkst das auch beim Spiel direkt). Das meine ich:
- Mit herausfordernen Spiel meinen Spielern ein befriedigendes Erlebnis geben, etwas geschafft zu haben.
--- Ende Zitat ---
Ja, das hatte ich eigentlich schon adressiert. Die Spieler bewerten die "Performance" des SL. Das ist etwas Anderes als ein "Gegenspieler". Ich würde das mit der Olympiade vergleichen, wobei die Spieler die Jury sind, die die Zahlen hochhalten. Der SL macht das ganze für sich aber auch für seine Spieler.
Ein Spieler, der Herausforderungen im Spiel sucht, benötigt zwar auch den SL (als Gegenspieler, nicht als Jury), aber er hat keinen Druck ihm irgendetwas zu "liefern" und der SL fordert auch nichts in dem Sinne. Auf die Olympiade bezogen wäre der SL für den Spieler das Schwimmbecken ;)

Jedenfalls lief das in meinen Spielrunden so ab. Mir kam noch nie unter, dass ein SL sagte "ihr müsst jetzt mehr ausspielen, mehr Backgroundstorys schreiben, mehr beschreiben, damit ich weiterleiten kann".
Das ARS setzt natürlich voraus, dass die Spieler aktiv werden und einen Plan haben. Vielleicht sollte man das einfach mal als Voraussetzung einfordern, um überhaupt für sie zu leiten :).

Auch ist es, wie gesagt, etwas anderes, ob ich mir SELBST eine Herausforderung stelle (siehe auch  Kriegsspielbeispiel von b_u_g), oder ob ich auf jemand anderen angewiesen bin, mir einen Widerstand zu bieten (Tauziehen z.b.).

Zudem scheinen die SL Herausforderungen eher Meta zu sein (oh Gott, hoffentlich bin ich gut genug für meine Spieler), während die Spielerherausforderungen eher Ingame laufen (oh Gott, hoffentlich überlebt mein SC den Dungeon).

ist halt nicht so einfach das Ganze.

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