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Warum seid ihr Spielleiter?

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BoyScout:
mmh, also viele Gründe (nicht alle) scheinen eher Gebermentalität zu sein, wohingegen Spielergründe oft Nehmerqualitäten haben.

Für mich ist die spielerische Herausforderung rel. wichtig, aber die kann man als SL m.E. nicht haben, da der SL über jegliche Herausforderungen selbst entscheided. Gut, es soll auch Leute geben, die gegen sich Schach spielen können aber ich kann meine Interessen vom SL sein nicht so oft trennen.
Auch das Testen des Szenarios an den Spielern empfinde ich eher als Stress, weil oft Situationen aufkommen, die man spontan neu gestalten muss und eben NICHT zu den eigenen SL Vorstellungen passten ("also vermutlich geht ihr zuerst in die Taverne"- "Nee, ich geh zuerst innen Puff" - " oh, äh, ja Moment, gut, 5 min Pause..").

So. was bleibt übrig? Ich hab ja schon ein Interesse daran, die Szenarien "gut" umzusetzen, also müsste es auch eine Motivation geben.Vielleicht die Bestätigung durch die Spieler (Lob?),

Andreas (RPGnosis):

--- Zitat von: BoyScout am 07. September 2014, 12:16:09 ---Für mich ist die spielerische Herausforderung rel. wichtig, aber die kann man als SL m.E. nicht haben, da der SL über jegliche Herausforderungen selbst entscheided.
--- Ende Zitat ---
Hier scheint mir gerade die Kombination mit den genannten wichtigen Faktoren Freiheit und Überraschung interessant: die "Herausforderung" des Spielleitens ist eine ganz andere als die des Spielers. Es geht hier nicht darum, einen Charakter erfolgreich Gefahren überwinden zu lassen, sondern im Gegenteil Herausforderungen für die Spieler so zu stellen, dass sie anspruchsvoll, aber fair und schaffbar (oder umgehbar oder zumindest Alternativlösungen auffindbar) sind. Das ist in vielen Systemen gar nicht so einfach.
Der andere Part der Herausforderung ist die Spielweltdarstellung, gute Improvisationsfähigkeiten, Kommunikation, Spielverlauf in Gang halten etc.
Die Herausforderung des Spielleitens sehe ich auf einer völlig anderen Ebene als die des Spielers, und ich denke, sie ist intellektuell auch deutlich anspruchsvoller - es reicht nicht, seinen Charakter, die Regeln und den Hintergrund zu kennen, sondern vielmehr besteht die Aufgabe im Aufrechterhalten des Spielgeschehens, der Dynamik, der Gruppenführung.
Beinahe könnte man sagen: der Spielleiter spielt ein anderes Spiel als die Charakterspieler.

BoyScout:
Ja, das sind Herausforderungen an sich selbst, die Spieler können das maximal bestätigen bzw. bewerten. Die Herausforderung für die Spieler stellen die sich aber nicht selbst, haben also keinen direkten Einfluss auf den Widerstand (das meinte ich mit spielerische Herausforderung).
Das wäre vielleicht nochmal was anderes, wenn die Spieler die Forderungen stellen (was sie ja manchmal auch tun), sozusagen als Aufgabe an den SL, aber die Grundlage ist dann halt wieder die Bewertung. Das ist eben eine andere Herausforderung als die des Spielers. Als SL bewerte ich ja nicht die Aktion des Spielers und dieser orientiert sich nicht als Herausforderung daran, ob der SL die Aktion jetzt gut/schlecht/plausibel/wasauchimmer findet.

Das der SL ein anderes Spiel spielt ist schon einigermaßen treffend, ich würde eher noch sagen, er spielt gar kein Spiel. Und das ist für mich ein bisschen das Problem, weil ich gerne Spiele spiele.

Zornhau:

--- Zitat von: BoyScout am 07. September 2014, 16:29:31 ---Das der SL ein anderes Spiel spielt ist schon einigermaßen treffend, ich würde eher noch sagen, er spielt gar kein Spiel.
--- Ende Zitat ---
Das ist nur beim "Erzählonkel" aus dem rollenspielerischen Schandtatenkabinett der Fall. Der spielt nicht, der erzählt nur vor sich hin.

Ich würde KEIN EINZIGES Rollenspiel leiten (oder spielen), in welchem der Spielleiter nicht auch spielen würde.

Das Gameplay von Spielleiter und Spielern unterschiedet sich manchmal etwas, aber sie spielen alle DASSELBE Spiel!

Andreas (RPGnosis):
Ok, man müsste es doch wohl besser so formulieren: er spielt das gleiche Spiel in einer dramatisch anderen Rolle/Funktion als alle anderen. Darum geht's hier ja auch: die Aufgaben des Spielleiters einmal positiv zu fassen und zu sammeln, woraus man bei diesem Part alles Spielfreude ziehen kann.
Und vielleicht auch mal zu klarifizieren, worin genau für den SL die spielerische Herausforderung besteht, denn die Charaktere zu killen kann's ja insgesamt kaum sein (oder zumindest sind die allerwenigsten Systeme darauf ausgelegt). 

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