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Nachrichten - Blechpirat

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Wenn welche von den anderen mitmachen, ja. Dirk wäre super.

Dirk unterhält hier im Forum einen Account.

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Deutsch / Antw:The Dark Eye ... und die US-Rezeption
« am: 24. August 2017, 15:05:25 »
Auch US-Befindlichkeiten werden berücksichtigt. Bei Orks und Goblins werden z.B. "blackpelts" und "redpelts"zu "coalpelts" und "rustpelts". Das Sklavenhaltermodell in Al'Anfa folgt bei TDE nicht dem kolonialen sondern dem römischen Modell.

Das ist ja mal eine hochspannende Info. War mir gar nicht bewusst. Danke.

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(Edit: Heutzutage ist das Rundenangebot auf der NordCon wirklich sehr ernüchternd, die paar interessanten Leute, die da sind, machen die ganze Zeit Nerfgun-Zombie-Gedöns.

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Du weißt schon, dass ich zumeist unter der Woche in HH bin?

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Ich habe keine Ahnung wovon du redest... aber vermutlich ist es wie an der Uni. Die einen lieben Vorlesungen, die anderen (wie ich) gingen nicht hin, sondern lesen den vorgelesenen Text in einem Bruchteil der Zeit. Unterschiedliche Lernstrategien - ganz wertungsneutral.

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Obwohl ich ganz gerne Podcasts höre - auch und gerade die von Eskapodcast-Martin - bin ich eigentlich der Ansicht von JollyOrc. Das Medium eignet sich für Plaudereien, nicht für Wissenstransfer, und schon gar nicht für Debattenbeiträge. Es kommt hinzu, dass kaum jemand Podcasts als Selbstzweck hört: Ich jedenfalls sitze nicht in meinem Ohrensessel und lausche mit einem Block in der Hand, um mir Notizen zu machen. Ich fahre Auto, bin beim Sport, etc., wenn ich Podcasts höre. Damit sind sie Beiwerk. Toll für Anekdoten aus dem Leben von Werner Fuchs, schlecht für kritischen Diskurs.

Martin ist das m.E. auch ganz bewusst und er nutzt das Medium sehr gekonnt in diese Richtung - nicht als Gedankengang, wie man etwa einen Blogpost schreiben würde, sondern anekdotisch, personenbezogen und entsprechend unverdichtet. Sehr angenehm zu hören.

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Habe ich gerade mal gemacht. Bei mir gehts immer noch :)

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Ich weiß! Aber das ist weg!
Bei den anderen auch?

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Kann man auf und zu klappen. Nennt sich "Erweiterte Optionen"

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wut, kann keine Anhänge reinmachen?

Erlaubte Dateitypen: doc, gif, jpg, mpg, pdf, png, txt, zip
Einschränkungen: 4 pro Antwort, maximale Gesamtgröße 1920KB, maximale Individualgröße 1280KB

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Zitat
As a GM I will also say that the sessions I personally have had the most fun in? Those are the ones where I had maybe a general outline of plots that the bad guy was going to try - maybe I had a combat worked out - but I didn’t have time to work out scene-by-scene the scenarios that was going to throw at people. I came up with something that was a vague starting point - and then - I played to find out what happened. These sessions have been some of the most fun I’ve had.

Ja, und wer so an Abenteuergestaltung herangeht, der... hat noch keine Meinung zu haben. I didn’t have time to work out scene-by-scene the scenarios that was going to throw at people entnehme ich, dass das für ihn das "eigentlich richtige" ist, jede Szene im Vorfeld geplant zu haben. Und dann sollte er vielleicht nicht versuchen, Story Games darauf anzuwenden. Wer alles vorbereitet, der lässt ja Zufall wirklich nur noch durch den Würfel zu...

Und überhaupt fehlt es an Perspektive. Es ist nicht immer nur die Handlung spannend - manchmal tritt sie in den Hintergrund. Wenn ich nicht wissen will, wie du so toll als Swashbuckler bist, sondern warum. Wenn ich IN das Männchen gucken will, nicht AUF das Männchen, dann ist die Handlung recht egal. Offenbar ist das aber für all diese Leute nicht interessant.

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FYI: Syltvanas ist ein Drache.

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@Blechpirat:
Ich spiele Rollenspiele, um von all den (für mich langweiligen) Klischees wegzukommen. Ich ertrage ja auch fast keine DVDs (oder Netflix) mehr. All die Dinge, die mich schon als Kind aufgeregt haben im Fernsehen ("NERV und die müssen sich dann verlieben usw. usf.") das ist alles so durchschaubar und tausendmal gesehen, das ödet mich echt an.

Alle Klischees ziehen mich aus dem genuß einer echten anderen Welt beizuwohnen. Deswegen mag ich vor allem Sachen, die auf die reale Welt bezogen sind. The Wire mal als Paradebeipsiel. Fremdes, neues, unvorhersehbar und mit Glaubwürdigkeit. [/b]

[... ]

Fünf Stunden lang einen Feldzug planen. Das will ich mal sehen, wo das ein Klischee ist. Oder Burgen bauen. Einen Orden gründen. Diplomatische Verhandlungen mit der Sternengilde TATSÄCHLICH führen, anstatt eine Montagesequenz oder zwei Beispielreden zu haben. Eine eigene Psychohistorische Manipulation anwerfen, anstatt nur eine Scheibchenweise vorgekaut zu bekommen. Raumschiffe designen und bauen und damit rumfliegen und damit die Schlacht verlieren. Neue Zaubersprüche entwickeln, Revolutionen anzetteln und die numerisch modellieren. Mais anpflanzen, die Felder verteidigen, Alkohol draus machen, um den Panzer fahren zu lassen, um dann bis nach Bari durchkommen zu wollen. Seinen Mech mit Beuteteilen modifizieren und durch viele Gefechte führen.

Ich glaube, da verwenden wir das Wort Klischee unterschiedlich. "Burgen bauen" z.B. ist definitiv eines in meinen Augen: Ich sage das, und in den Köpfen der anderen Gesprächsteilnehmer sind Bilder. "Mech Modifizieren" hingegen ist vermutlich immer noch ein Klischee, aber kein so starkes - funktioniert nur innerhalb des Genres. Klischee verstehe ich als "starkes Bild". Wir bauen ein Burg - alle sind an Bord. Was wir genau tun, wie, wo, wann und warum kann nun leichter diskutiert werden. Raumschiffantrieb reparieren hingegen ist ein viel schlechter fürs Rollenspiel geeignetes Klischee - kaum Bilder, keine Vorstellung was getan werden muss. Hoher Aufwand, am Tisch einen gemeinsamen Vorstellungsraum herzustellen.

Will ich eine weitere Tolkien-Kopie lesen? Nein. Und ich habe schon damals, als wir noch zusammen D&D spielten, keinen Fernseher mehr gehabt, weil mich das Ganze zu sehr gelangweilt hat... ich glaube, dass wir, oder eigentlich ich,  nur hier gerade nicht die passenden Wörter finden.

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Vielleicht, weil das als Häresie wahrgenommen wurde? Weil ich die Grenzen des für die entsprechende In-Group einfach so überschritten habe? Ich weiß es nicht.

Also ich beschimpfe dich ausschließlich wegen deiner Rabaukenhaare.

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Also erstmal fühle ich mich natürlich geehrt, namentlich in deinem Beitrag erwähnt zu werden. Nach dem Pen&Podcast-Beitrag schon wieder? Ich fühle mich ungewohnt wahrgenommen :)
Inwieweit wir allerdings spielerisch auseinandergedriftet sind, weiß ich nicht so recht zu beurteilen: Wir sind ja vor allem erstmal räumlich getrennt. Und ich habe die Vermutung, dass ich Traveller bei dir durchaus mögen würde. Aber das ist natürlich jetzt sehr schwer zu überprüfen :)

Zu deiner Annahme

Zitat
Annahme: Viele Leute meinen, wenn sie von “rule of cool” und “Story” sprechen Dinge aus Film + Fernsehen.

hat JollyOrc ja schon etwas gesagt. Ich habe auch Zweifel an dieser Annahme. Rule of Cool lasse ich mal weg: Schon weil ich da sicherlich alles andere als ein echter Freund von diesem Gedanken bin. Für mich sind Würfel am Tisch dazu da, dass Klischee zu brechen: Das geht nur, wenn der Wurf auch eine Bedeutung hat. Rule of Cool verstehe ich so, dass sie "über" dem Wurf steht oder diesen ersetzt. Ich finde mich eher in "Say Yes! or roll the dice" wieder.

Im Ergebnis arbeitet - aber das hat JollyOrc ja schon schön herausgearbeitet - Rollenspiel IMMER mit Klischees. Denn ein Klischee transportiert eine Menge Information, die man nicht erzählen muss. Diese Informationskomprimierung nutzt jedes erzählende Medium: Buch, Film, Serie, schon das griechische Drama. Wir rekombinieren eigentlich nur immer wieder neu. Aber was unterscheidet denn nun mein Spiel von "deinem"? Sicherlich, dass ich von Fantasy im Moment einfach maximal gelangweilt bin. Und ich auch die "Missionsstruktur" nicht mehr sehen kann, die D&D und Shadowrun zu eigen ist. Auch Heldenreise muss verdammt gut gemacht sein, damit ich das ertrage ("The Ill-made Knight" z.B. ist verdammt gut). Das führt dazu, dass die persönliche Ebene für mich einfach spannender ist. Ein Kampf um des Kampfes willen: Gerne, als Brettspiel. Im Rollenspiel brauche ich für den Kampf eine Bedeutungsaufladung durch die persönliche Ebene, damit ich interessiert bin.  Ich will wissen, warum jemand etwas tut, welche Opfer er bringt um zu gewinnen, nicht wie viele Liter Blut er verliert.

Um es mal in Serien auszudrücken: "Berlin Station" ist für mich spannender als "Mission Impossible". Diese Interessen erfordern m.E. einfach andere Werkzeuge. D&D kann das nicht, was ich gerade spielen möchte; soll das nicht können. Aber es gibt Werkzeuge die können das. Und das Zeug spiele ich dann. Und das ist dann ein deutlich anderer Spaß als D&D3 damals. Verhält sich aber zu DVD-gucken so wie sich D&D3 zu den Conanfilmen mit Arnold verhält: Man erkennt schon was wieder, aber ist doch deutlich was anderes. Im Idealfall auch besser.

@Althair: Metaebene/Verhandlung. Das halte ich - auch nachdem ich jetzt nochmal wieder in deutlich traditionelleren Runden gesessen habe - für eine Illusion. Es gibt im Rollenspiel eine Ebene "Was will mein Charakter erreichen" und eine Ebene "Regeln, die ich dazu beachten muss". Ob du jetzt ein Feat mit begrenzt häufiger Nutzung aktivierst, ein Magic-Item mit 1/day, einen Zauberspruch oder einen Fatepunkt - du tust auf der Regelebene, was du (als Spieler) für sinnvoll erachtest, damit der PC die gewünschte Aussicht auf Erfolg hat. Zählt der Paladin die Zahl der Smites? Oder der Spieler? Konvertiert der Kleriker seine "Turn Undeads" in etwas anderes, oder der Spieler? In welcher Perspektive befindet man sich, wenn man seine Spellslots vor der Rast belegt? IC? Wohl nicht, wenn dem Spieler klar sein muss, dass jetzt gleich der Bossgegner kommt, weil es schon spät ist.

Und die Spielrealität wird im "klassischen Spiel" auch verhandelt, nur eben sehr ineffektiv, da man sich das nicht eingesteht und deshalb zumeist die Frageform wählt: "Ist da etwas, wo ich mich verstecken kann?" "Reicht der Schatten, um mich zu verstecken?" "Gibt mir die Säule Deckung?" "Ist der Boden glatt genug, dass ich einen Sturmangriff machen kann?" Das sind auch "Verhandlungen" mit dem SL zur Gestaltung der Realität und der Anwendung der Regeln. Der Spieler meldet seinen Wunsch an (ich will mich verstecken) und verhandelt mit dem SL, wo auf der Karte das geht. Davon ist nix IC und es verschlingt (weil man ja "Fragen" muss) unglaublich viel Zeit und wirkt gegenüber "verteilten Erzählrechten" sehr ungelenk - bei zumeist identischem Ergebnis. In meinen besten Runden finden diese Verhandlungen nonverbal statt und stören daher das Spielgeschehen nicht. Hat man das mal erlernt, merkt man erst, wie großartig das ist.

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Als ich "damals" erstmals nach Berlin zog - sicherlich schon viele Jahre nach dem Fall der Mauer, aber noch im letzten Jahrtausend - hatte ich einen anderen Eindruck von der Szene: Fragmentiert, kaum in der Lage miteinander zu sprechen, und sehr in sich gekehrt - vielleicht mit Ausnahme des Projekts Odyssee, welches man überhaupt nicht genug loben kann. Zugang fand ich über das "organisierte" Spielertum nicht. Auffällig wie klein die Cons waren - die "Provinzcons" waren größer und boten auch diverseres Programm, und der Nordcon war und ist (auch weil die Hamburger/Norddeutschen Vereine an einem Strick zogen) um Größenordnungen bunter, besser besucht und interessanter als alles, was Berlin so bietet.

Ähnlich die Berliner, die ich kennenlernte - oft unglaublich kiezbezogen, mit Zorn und Verachtung auf andere Stadtteile blickend und eher selten mal aus der Stadt herausgekommen - ich wohne in Schöneberg, warum sollte ich mir Paris angucken wollen? Oder gar Käffer wie Aachen, Weimar oder Heidelberg? Jeder Provinz-Wessi war da weltgewandter. Das hat sich massiv geändert, meine Beobachtungen entsprechen der von oliof; es ist heute eher kniffelig geworden, seine Rollenspielrunde auf deutsch durchzuführen, weil der Freundeskreis zwar seit Jahren in Berlin lebt und arbeitet, aber mangels Notwendigkeit nicht mal einen Kaffee zum Mitnehmen auf deutsch bestellen kann.