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Aspekte sind unrealistisch?

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Offline Blechpirat

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #165 am: 31. August 2012, 16:33:56 »
Fate-Aspekte "beseitigen sich selbst" und zwar im Moment nach der Bonus-Gewährung. Dann sind sie schon wieder weg.

Irgendwann musst du doch mal erkennen, dass das Unsinn ist!

Übrigens: Cortex+ Assets verschwinden nach einer Szene auch. Puff ist der Baseballschläger Luft.

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Offline BoyScout

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #166 am: 31. August 2012, 17:51:03 »
Ja, Zornhau. Erkenne das Licht, du musst nur daran glauben ;D
Das ist doch wirklich eine unschlagbare "Begründung" und viel weniger Aufwand, als deine Ausführung.

Zitat von: Narr
Die Aspekte sind etwas, das auf die Spielweltsimulation aufgesetzt wird - die Simulation erhält jedes Mal einen Bruch, wenn ein Aspekt aktiviert wird, weil etwas geschieht, das eigentlich außerhalb der Simulation stattfindet.
Ob man das nun aufsetzen, Bruch oder anders nennt, es wirkt sich nunmal IN der Spielwelt, also der Simulation aus.

Und was dein umgedrehtes Argument mit "FP nicht ausgeben" angeht: Klar, nach Regeln geht das. Aber die Kontrolle darüber hat immer noch der SPIELER. Der darf seinen SC spielen, wie er will, auch keinen FP ausgeben.
Aber ohne FP hat der Spieler in dieser Hinsicht keine Kontrolle mehr über seinen Charakter, der ja eigentlich schneller sein soll (was durch den Bonus des FP auch in der Welt DARGESTELLT wird).

Die Maus kann natürlich trotzdem ohne Aktivierung die Schnellste sein, und zwar, in dem sie Rennen auf extrem hohen Werten hat. Dann kann es passieren, dass ein NSC sie "schnellste Maus von Mexiko" nennt, obwohl der Spieler den Aspekt nicht aktivierte, vielleicht noch nicht mal hat. Ups  ;) .

« Letzte Änderung: 31. August 2012, 17:54:01 von BoyScout »

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Offline Blechpirat

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #167 am: 31. August 2012, 21:57:04 »
Ja, Zornhau. Erkenne das Licht, du musst nur daran glauben ;D

Ich weiß nicht, wie ich es noch erklären soll. Diese Vorstellung, Aspekte und die Untermenge aus Fakten, die ein Rollenspiel in seiner Mechanik zwingend berücksichtigen MUSS, seien übereinstimmend, will nicht aus Zornhaus Kopf. Und ich verstehe nicht, wo der alberne Gedanke herkommt.

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Offline Roachware

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #168 am: 01. September 2012, 05:23:59 »
Zitat von: Roachware
Bei Fate erhältst Du dann einen (oder, wenn es Dir und dem SL sehr wichtig ist, vielleicht sogar mehrere) FP, und das ist dann irgendwann doch ziemlich entscheidend.
Bei FATE erhält man überhaupt keinen FP für das positive Aktivieren und nur darum geht es. Die Frage war:
...warum schützt "Halle der Justiz" mich nicht, wenn die FP leer sind?


Nerin, das war nicht, worum es in dem Augenblick ging. Es gibt darum, dass der Spielleiter einen Aspekt gegen mich einsetzt (compelt), und ich das dann mit einem FP abwehre - oder nicht, dann erhaltwe ich einen FP. Und wenn ich abwehre, kann ich evtl. - wenn der Spielleiter unbedingt compellen will - noch mehr Punkte herausholen, die ich dann später einsetzen kann.

Und zur Frage: Warum schützt 'Halle der Justiz' mich nicht, wenn ich im Unrecht bin? Oder wenn ich mein Plädoyer mit den Worten 'Blödes Gericht, beschissene Herren Geschworenen' beginne?

 
yIn nI' yISIQ 'ej yIchep!

Roachware - das Spiele-Rezensions-Blog

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Offline Der Narr

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #169 am: 01. September 2012, 09:24:15 »
Aber ohne FP hat der Spieler in dieser Hinsicht keine Kontrolle mehr über seinen Charakter, der ja eigentlich schneller sein soll (was durch den Bonus des FP auch in der Welt DARGESTELLT wird).
Das ist doch egal, wenn er keine FP mehr hat, dann HATTE er ja schon Kontrolle und hat irgendwie davon Gebrauch gemacht. Das ist eine Sache des Spielbalancings, man soll eben nicht die ganze Zeit beliebig Kontrolle ausüben können. Wenn der SC immer schneller laufen möchte oder immer in bestimmten Situationen schneller laufen können möchte, muss er sich einen Stunt basteln. Die Aspekte sollen das jedenfalls nicht leisten.

An die aktiven FATE-Spieler: Wie war das denn bei euch, wenn ihr mal auf 0 Fate-Punkte gekommen seid?

Die Maus kann natürlich trotzdem ohne Aktivierung die Schnellste sein, und zwar, in dem sie Rennen auf extrem hohen Werten hat. Dann kann es passieren, dass ein NSC sie "schnellste Maus von Mexiko" nennt, obwohl der Spieler den Aspekt nicht aktivierte, vielleicht noch nicht mal hat. Ups  ;) .
Das ist ja völlig egal und hat mit der Maus, die den Aspekt hat, nichts zu tun. Weiter oben kam ja z.B. auch das Beispiel, dass man uninteressante Fakten auch einfach so bestimmen kann, z.B. ob das Bier in einer Taverne gut oder schlecht schmeckt. Dann sagt man das einfach und das ist dann so, weil es nicht wichtig genug ist, dafür einen FP auszugeben.

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Offline BoyScout

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #170 am: 01. September 2012, 10:07:39 »
@Blechpirat: Zornhau bekommt das nicht aus seinen Kopf, weil Boni von Aspekten auf Proben nunmal Einflüsse in einer Spielwelt haben und damit übereinstimmen (also der Bonus des Aspektes und der Einfluss). Das lässt sich halt nicht verhindern.

Zitat von: Roachware
Es gibt darum, dass der Spielleiter einen Aspekt gegen mich einsetzt (compelt), und ich das dann mit einem FP abwehre - oder nicht, dann erhaltwe ich einen FP. Und wenn ich abwehre, kann ich evtl. - wenn der Spielleiter unbedingt compellen will - noch mehr Punkte herausholen, die ich dann später einsetzen kann.
Das habe ich wohl gelesen. Warum du allerdings einen Mechanismus heranziehst, der schon mehrfach in diesem Thread als unproblematisch erklärt wurde (selbst von "Kritikern") und sogar als Vorschlag für die positiven Aktivierungen angeführt wurde; und was das mit dem Thema "Aspekte sind unrealistisch, weil man sie nicht beliebig oft aktivieren kann" zu tun hat, erschließt sich nicht.

Die Frage war, und ist, halt:
warum schützt "Halle der Justiz" mich nicht [mit einem Bonus], [wenn ich im Recht bin], wenn die FP leer sind?

und jetzt neu Narrs Frage
An die aktiven FATE-Spieler: Wie war das denn bei euch, wenn ihr mal auf 0 Fate-Punkte gekommen seid?

Einfache Nachfragen direkt beantworten. Ist doch eigentlich alles gar nicht so schwierig. ???


@Narr: Ich denke, dadurch, dass du Boni, die Fertigkeitsproben verbessern, nicht als Spielwelteinflüsse akzeptierst (warum?), ich aber schon, kommen wir da nicht weiter.
Ich nehme an, du akzeptierst dann auch enfache Fertigkeitsproben nicht als Spielwelteinflüsse?
« Letzte Änderung: 01. September 2012, 10:12:39 von BoyScout »

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Offline Der Narr

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #171 am: 01. September 2012, 10:38:09 »
Zu deiner Frage, wieso die Halle nicht mehr schützt: Weil die FP leer sind und niemand mehr dafür bezahlen kann. Nach meinem Verständnis ist "Halle der Justiz" kein Teil der Spielweltsimulation und somit macht es keinen Unterschied, ob die FP voll sind und den Aspekt niemand aktiviert, ob die FP voll sind und jemand den Aspekt aktiviert oder ob die FP leer sind und den Aspekt niemand aktivieren kann. Die Halle ist ja trotzdem da und im Rahmen der Spielweltsimulation kann man ganz normal versuchen, seinen Fall zu verteidigen und es kann ganz normal gelingen oder auch nicht. Aber der SPIELER ist gerade nicht in der Lage, einen Vorteil aus der Halle zu ziehen.

Zu Fertigkeitsproben: Fertigkeiten sind keine Aspekte, also wieso sollte ich die gleich behandeln? Was die Simulation angeht ist aber zu bedenken, dass in FATE nur Spielercharaktere als Spielercharaktere gebaut werden und für NSCs andere Regeln gelten, daher leisten sie auch nur eingeschränkt "Spielweltsimulation". Anders z.B. als in GURPS, wo prinzipiell jeder Bewohner der Spielwelt ein vollwertiger nach denselben Regeln funktionierender "Charakter" ist bzw. sein kann. Aber natürlich bilden die Fertigkeiten einen wahrnehmbaren Spielwelteinfluss. Jemand der z.B. einen hohen Wert in Heimlichkeit hat, kann nun mal gut schleichen und weiß das vermutlich auch und ein Gehirnchirurg hat hoffentlich einen hohen Medizin-Wert.

Fertigkeiteneinsatz ist eine Charakterhandlung (bzw. eine Spielerhandlung, die in eine Charakterhandlung transformiert wird), Aspekteinsatz in dieser Situation meinem Verständnis nach nicht! Was der Spieler da evtl. beschreibt, hätte der Charakter sowieso getan! Wenn ich z.B. an die Halle apelliere und einen Fatepunkt ausgebe, dann tut der Charakter das und auf wundersame Weise gelingt ihm die Probe besser, in der Spielwelt hat aber doch keine Ahnung davon, dass die Halle ihm jetzt einen Vorteil gegeben hat. Wenn ich an die Halle apelliere und keinen Fatepunkt ausgebe, dann tut der Charakter das und es ist nur sein Können und seine Fähigkeit, die über den Ausgang entscheidet, aber nicht meine dramaturgische Metaregel.

Darum halte ich übrigens auch Malmsturm für Quatsch.
« Letzte Änderung: 01. September 2012, 10:43:04 von Der Narr Benjamin »

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Offline BoyScout

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #172 am: 01. September 2012, 10:57:28 »
Was mir irgendwie (immer noch) fehlt, ist die Begründung warum "+2 auf Rennen" keinen Einfluss in der Spielwelt haben soll, den z.B. andere Spielfiguren wahrnehmen können.
Du kannst jetzt noch 100 mal schreiben, das der Bonus der Wille des Spielers ist. Das geht aber an der Frage vorbei, warum es keinen Ingame-Effekt haben soll und auch, warum es bei Heimlichkeit doch wieder so sein soll.

"und auf wundersame Weise" ist meines Erachtens keine Erklärung. Das ist einfaches Ignorieren ("lalala, mein Aspekt hat keinen Spielwelteinfluss" ;D ).

Zitat von: Narr
dass die Halle ihm jetzt einen Vorteil gegeben hat
aha, hat es am Ende Ingame doch einen Einfluss? In einer Gartenlaube wäre es ja vermutlich anders gelaufen.

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Offline Xemides

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #173 am: 01. September 2012, 13:19:14 »
Die Frage war, und ist, halt:
warum schützt "Halle der Justiz" mich nicht [mit einem Bonus], [wenn ich im Recht bin], wenn die FP leer sind?

Ich habe da schon mehrfach drauf geantwortet. Weil ein Aspekt kein Schutz ist, sondern die Möglichkeit, daraus einen Vorteil zu ziehen oder auch nicht. Ich muss den Aspekt nutzen können. Sonst habe ich halt keinen guten Tag, bin ne Niete als Antwalt, what ever.


und jetzt neu Narrs Frage
An die aktiven FATE-Spieler: Wie war das denn bei euch, wenn ihr mal auf 0 Fate-Punkte gekommen seid?[/quote]

Dann habe ich den Wurf halt verkackt und bin an der Aufgabe gescheitert. So wie bei einem RPG ohne Aspekte auch. Das nehme ich genau so hin wie bei jedem anderen Rollenspiel und leben mit dem Ergebnis.

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Offline BoyScout

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #174 am: 01. September 2012, 13:34:30 »
Zitat von: Xemides
Sonst habe ich halt keinen guten Tag, bin ne Niete als Antwalt, what ever.
Warum ist der gute Tag des Anwalts abhängig davon, ob ich als Spieler noch FP habe?
Narr argumentiert genau im Gegenteil, die FP hätten angeblich keinen Ingameeinfluss, der Anwalt kann also durch FP gar keinen "guten Tag" haben.
Jetzt haben wir schon zwei Interpretationen von 0 FP.

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Offline Der Narr

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #175 am: 01. September 2012, 13:52:03 »
Was mir irgendwie (immer noch) fehlt, ist die Begründung warum "+2 auf Rennen" keinen Einfluss in der Spielwelt haben soll, den z.B. andere Spielfiguren wahrnehmen können.
Wie sollen sie das denn wahrnehmen können? Der Charakter rennt doch nicht auf einmal schneller, weil er seinen Aspekt aktiviert. Die Spielfiguren können keinen Unterschied sehen, ob jemand schneller ist weil der Spieler besser gewürfelt hat oder ob der Spieler einen Aspekt aktivieren musste, um die Probe zu schaffen.

@Xemides: Kommt es bei euch häufig vor, dass ihr 0 FP habt?


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Offline BoyScout

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #176 am: 01. September 2012, 14:30:01 »
Zitat von: Narr
Der Charakter rennt doch nicht auf einmal schneller, weil er seinen Aspekt aktiviert.
Doch, das wäre eine Erklärung. Es können auch andere Ereignisse eintreten, alles führt dazu, dass der Läufer schneller am Ziel ist, als in all seinen anderen Proben ohne +2 und das merkt man ja wohl.

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Offline Zornhau

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #177 am: 01. September 2012, 14:48:00 »
Wie sollen sie das denn wahrnehmen können? Der Charakter rennt doch nicht auf einmal schneller, weil er seinen Aspekt aktiviert. Die Spielfiguren können keinen Unterschied sehen, ob jemand schneller ist weil der Spieler besser gewürfelt hat oder ob der Spieler einen Aspekt aktivieren musste, um die Probe zu schaffen.
Das ist ein interessanter Punkt.

Ein Charakter soll von seinem Konzept her SCHNELL rennen können. Wie setzt man das um?

  • Als Skill - wirkt IMMER, wirkt immer SICHER (mit dem jeweiligen Skill-Wert).
  • Als Stunt - wirkt immer dann, wenn die BEDINGUNG für den Stunt gegeben ist, dann aber immer SICHER (mit dem jeweiligen Bonus des Stunts.
  • Als Würfelglück - wirkt nur ZUFÄLLIG, nur dann, wenn die Würfel eben mit einem sind, ist bei Fate-Würfeln aber auf +/- 0 eingestellt, somit völlig unsicher.
  • Als Aspekt - wir nur, wenn der SPIELER einen Fatepunkte dafür ausgibt, dann aber entweder als Wurfwiederholung (unsicher) oder als fester Bonus +2 (sicher). Wird immer erst NACH einem Wurf plus Skill plus ggf. Stunt überhaupt erst eingesetzt.
Wenn man sich die Modellierung eines Charakters anschaut, so ist ein hoher Skill ein FAKT über den Charakter. Dieser Skill ist reproduzierbar hoch und das stellt auch die Spielwelt über diesen Charakter als eine seiner Eigenschaften fest.
Ein Stunt ist ein unter bestimmten Bedingungen wirksamer "Kompetenzanstieg". Wenn also ein Charakter einen Stunt hat, der ihm beim Wegrennen vor Verfolgern einen Bonus gibt, dann ist dies auch etwas, was in der Spielwelt von Beobachtern feststellbar ist. Der Charakter ist beim Weglaufen schneller als wenn er z.B. im Sturmangriff voranstürmen soll oder im sportlichen Wettkampf mitstreiten soll.

Prinzipiell könnte man es auch dabei belassen - den Zufall komplett rausnehmen. Die Spielwerte der Skills und Stunts stellen eine FAKTEN-Lage über den Charakter dar, die auch für Entscheidungen herangezogen werden kann, ohne gleich auf irgendeinen Zufallseinfluß Rücksicht zu nehmen. - Ein Charakter mit Rennen +5 und Weglauf-Stunt für +2 soll von einem anderen verfolgt werden mit Rennen +1. Da ist selbst ein Ergebnis von +4 auf dem Würfel NICHT in der Lage ihn einholen zu lassen. Somit: Wozu dann noch würfeln? (In manchen Systemen können ja Würfelergebnisse auch neben Erfolgsbestimmung auch noch Komplikationen auslösen, so daß hier das Würfeln nötig und das Spiel bereichernd ist, bei Fate gibt es solche Würfeleinflüsse aber nicht.)

Nun gibt es aber Situationen, in denen es UNSICHER ist, ob etwas gelingt. Da kommt dann der ZUFALL in Gestalt der Fate-Würfel ins Spiel. - Zufall ist aber KEIN Mittel Kompetenz, d.h. über längeren Zeitraum und häufigere Anwendung registrierbare häufige Erfolge, zu modellieren. Auch wenn dem SPIELER zehnmal hintereinander ein +4-Wurf gelingen mag, so ist sein Charakter NICHT kompetenter geworden, sondern hatte "nur Glück".

Die festen Spielwerte wie Skills und Stunts modifizieren, ja PUFFERN das Glück etwas ab, so daß man mit +5 im Skill weniger Angst vor katastrophalem Versagen haben muß, als mit +1 - selbst wenn man mal eine -4 gewürfelt hat. Die Stunts reißen das noch zusätzlich raus, so daß hier spürbare Kompetenzerhöhung auftritt. - Und zwar als FAKT in der Spielwelt, als FAKT in der Wahrnehmung der Spielwelt vom Charakter. Andere Spielweltbewohner erkennen bei einem Charakter mit hohem Skill und ggf. passenden Stunts dessen hohe Kompetenz.

Wie ist das mit den Aspekten?

Will man einen Charakter als schnellen Läufer modellieren, dann hat man mit Skills und Stunts die Mittel in der Hand, ihn von Spielwerten und in der Wahrnehmung der Spielwelt als schnellen Läufer abzubilden.

Mit Aspekten wie "Schnellste Maus von Mexiko" geht das nicht. - Diese sind nicht nur die meiste Zeit UNWIRKSAM, können nur momentan, punktuell, für einen Augenblick wirken, in dem ein Fatepunkt als Meta-Game-Ressource eingesetzt wird.

Damit eignen sich Aspekte genauso wenig zur Modellierung eines Charakters wie ein Würfelwurf. Sie sind eben KEINE FAKTEN, da ihnen die Wirksamkeit über die Dauer des Charakters in der Spielwelt fehlt.

Aspekte haben zwar qualitative Aussagen und kommen mit einer "innewohnenden Poesie" daher, doch sind sie WEDER dem Charakter selbst, NOCH den anderen Bewohnern der Spielwelt irgendwie als FAKT über den Charakter bewußt!

Das liegt daran, daß sie reines Meta-Game-Element sind. - Es könnte die "Poesie" der Formulierung der Aspekte auch völlig fehlen, und die Meta-Game-Eingriffe wären noch genauso umsetzbar. (Hatte ich schon aufgeführt: Jeder Fatepunkt könnte unabhängig von irgendwelchen Aspekt-Formulierungen einfach +2 oder Wurfwiederholung auf beliebige Würfe geben.)

Ein Charakter mit dem Aspekt "Schnellster Sprinter der High-School" IST KEIN "schnellster Sprinter der High-School", wenn er nicht den SKILL-Wert, ggf. die passenden STUNTS aufzuweisen hat. Er bekommt bestenfalls eine Möglichkeit eines PUNKTUELLEN Kompetenz-"Boosts" durch die +2 bzw. die Wurfwiederholung nach einem erfolgen Wurf. Das ist aber ein "Boost", der auch prinzipiell durch Würfelglück überflüssig gewesen wäre.

Somit greft das Aktivieren von Aspekten mittels Fatepunkten nicht bei der Charakterdarstellung in der Spielwelt ein, sondern "manipuliert den Zufallseinfluß", der durch einen Wurf der Fate-Würfel ins Spiel kommt und für Unsicherheit sorgen soll, mehr in Richtung Erfolg für den Charakter. Es ist also eine vom SPIELER gewollte, von einer reinen SPIELER-Ressource im Meta-Game eingebrachte REDUKTION des Zufallseinflusses.

Ein Aspekt beschreibt also NICHT den Charakter! Zu KEINEM Zeitpunkt! Nicht einmal, wenn er aktiviert wird und den Bonus oder die Wurfwiederholung ermöglicht!

Daher verliert man auch nichts, wenn man den Charakter-Aspekt einfach wegläßt. Der Charakter ist weiterhin so gut oder schlecht beschrieben, wie ihn seine Spielwerte darstellen. Man kann den Charakter auch immer noch mit positiven oder negativen Ausprägungen seiner über die Spielwerte modellierten Persönlichkeit darstellen, da man ja auch mit Aspekten NIE darauf beschränkt ist, NUR etwas entlang der Aspekt-Poesie zu spielen.

Wenn man also seinen Charakter als schnellsten Sprinter der High-School spielen möchte, dann kann man ihn im Negativsinne klassisches "Jock-Verhalten" zeigen lassen, oder ihn im Positivsinne leichter eine von Körperlichkeiten beeindruckbare Cheerleaderin anbaggern lassen. Das ist alles einfach eine Frage der PLAUSIBLEN Charakterdarstellung, bei der es KEINEN Wurf auf irgendwas gibt, sondern bei der die hohe Kompetenz als Läufer (Rennen+5 und Stunts) eben nur als FAKT in der Spielwelt, als Information, die auch den anderen Spielweltbewohnern über den Charakter zur Verfügung steht, wirkt.

Wozu dann noch einen Aspekt?

Was bietet ein ausformulierter Aspekt MEHR oder qualitativ ANDERS als eine "Nachwürfel/Bonusgeb"-Ressource, die ein Spieler wie sonstige "Gummipunkte" eben ohne irgendeinen (mehr oder weniger an den Haaren herbeigezogenen) Bezug auf einen "Aspekt-Text" frei einsetzen kann?

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Offline Xemides

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #178 am: 01. September 2012, 14:57:12 »
Dein Einfluss des FP oder 0 FP ist das Ergebnis des Wurfes. Das hat natürlich einen Ergebnis auf die Spielwelt. Aber wie Narr schreibt, ist das für die Umwelt des Charakters nicht wahrnehmbar. Genau wie bei jedem anderen Rollenspiel.

Ein geschaffter Kellerwurf heißt, man kommt die Wand hoch. Aber niemand sieht das Würfelergebnis (außer vielleicht bei einem kritischen Erfolg oder so). Kein Beobachter sieht einen Würfelwurf.

Genau so ist das bei Fate. Die Spielwelt bekommt den geschafften Wurf mit und das Ergebnis: Guter Redner. Oder halt nicht, schlechter Redner.

Sie bekommt nicht mit, warum das so ist.

Also, das Ergebnis hat natürlich ein Ergebnis auf die Spielwelt, nicht jedoch der Weg.


@Narr: Ich bin Vollmagier, starte in der Regel mit 2-3 FP. Und habe die Würfel häufig gegen mich. Ich habe oft 0 FP.

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Offline BoyScout

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Re: Aspekte sind unrealistisch?
« Antwort #179 am: 01. September 2012, 15:30:24 »
@Zornhau und Xemides:

Zitat von: Zornhau
Mit Aspekten wie "Schnellste Maus von Mexiko" geht das nicht. - Diese sind nicht nur die meiste Zeit UNWIRKSAM, können nur momentan, punktuell, für einen Augenblick wirken, in dem ein Fatepunkt als Meta-Game-Ressource eingesetzt wird.

Damit eignen sich Aspekte genauso wenig zur Modellierung eines Charakters wie ein Würfelwurf. Sie sind eben KEINE FAKTEN, da ihnen die Wirksamkeit über die Dauer des Charakters in der Spielwelt fehlt.
Aber das ist so nicht richtig, denn der Aspekt ist ja an eine Bedingung geknüpft, die den Charakter beschreibt (schnellste Maus von Mexiko). Ich kann es nicht einsetzen, um den Charakter ein Matheproblem lösen zu lassen.
Würde man das rausnehmen, also wie universelle Bennies benutzen, dann hätte man das Problem gelöst. Es passiert "seltsamerweise" nur, wenn es etwas mit Rennen zu tun hat, er ist also besser darin, als ohne den Aspekt. Das MUSS auffallen, spätestens in direktem Vergleich mit einem Läufer ohne Aspekt.
Über Spielprobleme wie "schnellste Maus von Mexiko" aber mit unterirdischem Rennen skill, sprechen wir lieber gar nicht erst.

Somit gibt es 2 Lösungen die dysfunktionalen Aspekte in Gang zu bringen:
- Einsatz nur noch als Bennie, da der "Aspekttext" die Glaubwürdigkeit zerstört oder
- beliebig häufige Aktivierung, um den Aspekttext zu rechtfertigen (z.B. per "der SL bekommt dann eine FP).