Autor Thema: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]  (Gelesen 5801 mal)

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Offline Sal

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Hallo zusammen,

neuer Monat, neuer Karneval der Rollenspielblogs: das Jahr neigt sich seinem Ende entgegen und es wird kalt. Das ist eine gute Gelegenheit, sich zurückzuziehen, warm einzukuscheln und einen Beitrag für den Dezemberkarneval zu schreiben. Dieser steht unter dem Thema „RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln?“, das ursprünglich von BoyScout vorgeschlagen wurde.

Das Thema ist in meinen Augen spannend, obwohl ich mich parteiisch auf die Seite des Ad-hoc-Regelns stellen und inflationäres Handwedeln verteidigen würde. Natürlich liegt der Gedanke nahe, sich Gedanken über die Rolle des Handwedelns zu machen, also den Ad-hoc-Regeln. Ist das überhaupt sinnvoll und legitim? Oder einfach nur ein anmaßender Zweifel an die Fähigkeiten der Autoren?

Wer ad-hoc verregelt, spielt nicht das vorgesehene Spiel!
Chancen und Erwartung


Für mich ist es ein Kompromiss zwischen den Regeln, die ich durchaus wünsche und dem Bedürfnis, mir möglichst wenig Gedanken über die Regeln machen zu müssen. Besonders in epischen Situationen oder wenn das Fachgebiet eines Charakters relevant wird, habe ich als Spielleiter das Gefühl, dass ad-hoc vereinfachte Regeln oft dazu beigetragen haben, die Kompetenz der Charaktere zu unterstreichen.

Dementsprechend positiv wurde es meinem Eindruck nach wahrgenommen, den eigenen Charakteren zu ihren heroischen Erfolgen zujubeln zu können. Aber wirft das nicht die Balance der Regeln über den Haufen? Spielen wir überhaupt noch das vorgesehene Spiel? Schließlich sollte sich in den Regeln auch das vorgesehene Powerlevel der Charaktere widerspiegeln, dass durch solche Zugeständnisse ruiniert wird.

Einmal gehandwedelt, immer verregelt?
Fairness und Beständigkeit


Andererseits bringen viele der Platzhirsche in Deutschland ein umfangreiches Regelwerk mit, das von zahlreichen Zusatzbänden ergänzt, ausgebaut und vertieft wird. Jede Regel auswendig zu lernen, leistet nicht jeder. Manchen fehlt die Zeit, anderen die Lust dazu (und mir meistens beides). Wenn dann am Spieltisch Unklarheiten auftauchen, was macht man? (Vor allen Dingen, wenn man meistens Spielleiter ist, wie ich?)

Lieber das Spiel unterbrechen und in den Regeln nachschlagen oder doch pragmatisches Hausregeln? Und wenn einmal eine Hausregel angewandt wurde, sollte man die Regeln aus dem Buch nachschlagen und nachreichen? Was wäre, wenn die Sitzung nach dem Buch ganz anders als mit den spontanem Verfahren verlaufen und sich ein Spieler (unbewusst) einen nicht regelkonformen Vorteil verschafft hat? Wäre es nicht unfair, wenn anderen Spielern in der nächsten Sitzung diese Vorteile nach dem Buch verregelt sind?

Eure Feinde können alles, Eure Charaktere nicht!
NSCs, Feinde und ihre Fähigkeiten


Und wenn wir schon bei Fairness sind, müsste ich meine eigene Praxis kritisch hinterfragen. Statt Regeln für die korrekte Erschaffung von NSC und Monstergegnern oder die Einträge im Bestiarium des jeweiligen Regelwerks improvisiere ich lieber Werte, wenn sie benötigt werden. Wenn ich davon ausgehe, was der jeweilige Charakter unter- oder überdurchschnittlich bzw. eben durchschnittlich kann, kann es durchaus passieren, dass gelegentlich gleiche Fertigkeiten verschieden gewürfelt oder eine zu hohes Gesamtniveau angenommen wird. Ist das noch fair?

Besonders bei Magiern und ihren Zaubern neige ich zum Handwedeln. Schließlich spiele ich selbst keine Magier, um mich nicht mit den Einzelregeln für Magie herumzuschlagen. Warum also NSCs bevorzugen, in denen weniger „Liebe“ steckt?

Während Systeme wie Savage Worlds das sogar vorsehen, verschiedene Talente und Eigenschaften unabhängig von den regulären Voraussetzungen zu vergeben, bieten andere Systeme explizit „Baukästen“ für Monster und NSCs an. Ist es in dem einen Fall legitim, Gegner irgendwie ad-hoc zu verregeln und ihnen teilweise Sonderfähigkeiten zu geben und in dem anderen Fall nicht? Oder ist das ein No-Go für beide Fälle? Oder müssen Sonderfähigkeiten, wie individuelle Zauber, aufgegeben werden, während andere Fälle, wie die Höhe bestehender Eigenschaften legitim „geschätzt“ werden darf?

Plaudern aus dem Nähkästchen: Ad-hoc-Regeln und der Umgang mit ihnen
Praxistipps, Ad-hoc-Regelsammlungen und Notwehr


Und wie sieht Eure Praxis aus? Regeln wie im Buch oder doch lieber ad-hoc lösen? Unter welchen Voraussetzungen und wie werden ad-hoc verregelte Sachen festgehalten und eingeführt? Habt ihr eine Hausregelsammlung oder mündliche Absprachen? Verwendet ihr vielleicht sogar originelle Tools, um Ad-hoc-Regeln festzuhalten? Was sind Eure Lieblingsregeln, die ursprünglich als spontane Lösung am Tisch entstanden sind?

Manchmal sind Ad-hoc-Regeln weder pragmatisch noch aus Faulheit entstanden, sondern reine Notwehr gegen scheinbar unmögliche Regeln im Buch, deren Anwendung noch bescheuerter wäre, als die Regel es bereits sind. Habt ihr schon solche Fälle am Spieltisch erlebt, in denen sich Regeln als absurd herausgestellt haben? Und wie seid ihr damit umgegangen? Welche Hausregeln gehören fest in Euren persönlichen Regelkanon?

In eine ähnliche Kerbe schlägt zum Abschluss die Frage, ob ad-hoc geschaffene Regeln nicht manchmal notwendig sind. Gibt es nicht gelegentlich Fälle, in denen die Spieler Dinge machen wollen, für die es scheinbar keine Regeln gibt? Oder sollte man im Zweifel den Autoren vertrauen, dass alles seine Ordnung hat und darauf verzichten, in den Regeln herumzupfuschen?

Der Karneval der Rollenspielblogs im Dezember 2015 ist eröffnet!
Von der Teilnahme und dem Überblick


Nun hoffe ich, dass ich einige Fragen aufgeworfen habe, die zu einer Teilnahme inspirieren. Sicherlich gibt es genügend Blogger, die noch weitere Ideen für einen Beitrag haben, auf die ich selbst nicht gekommen wäre.

Wie für den Karneval der Rollenspielblogs üblich, ist eine Teilnahme denkbar einfach. Einfach einen Blogpost veröffentlichen und entweder in den Kommentaren oder im Orga-Thread im RSP-Blogs-Forum einen Link hinterlassen. Ich sammle die Beiträge unten.

Wer gerne etwas schreiben möchte, aber keinen geeigneten Blog hat, der kann mir gerne seinen Beitrag schicken. Auf der Unterseite Kontakt gibt es einige Kontaktmöglichkeiten. Alle Gastbeiträge werden natürlich als solche gekennzeichnet, der Autor möglichst nach eigenen Wünschen verlinkt, die Texte lektoriert und geeignete Bilder für den Beitrag herausgesucht. Wer etwas zu sagen hat, sollte also eine Möglichkeit haben.

Allen auf jeden Fall einen schönen Dezember.
Sal

PS1:
Ich habe das Banner für den Karneval mit dem Thema versehen. Das geänderte Banner kann natürlich genutzt werde, wenn niemand meine eingeschränkten Bildbearbeitungskenntnisse abschrecken, die man dem Bild vielleicht ansieht:
https://w6vsw12.files.wordpress.com/2015/12/logo_rspkarneval_500px-dezember-2015.png
PS2
Die korrekte Eigenschreibweise meines Blogs ist übriges: w6 vs. w12 (kleine "w"s und ein Punkt nach "vs."). ; )

Bisherige Beiträge:

  • 01.12.15: Sal hat auf w6 vs. w12 den Karneval der Rollenspielblogs im Dezember eröffnet. In seinem Beitrag wirft er einige Fragen und ruft zur Teilnahme auf. Wie seht ihr die Frage: Regeln wie sie im Buch stehen verwenden oder doch lieber ad-hoc verregeln? (Beispiel)
  • 04.12.15: Der Narr hat auf Bunt ist das Rollenspiel den ersten Beitrag des Dezemberkarnevals veröffentlicht. Darin greift er 10.000 Orks auf, die Rollenspielregeln als Notwendigkeit verteidigen, weil sie Verlässlichkeit und Schutz gegen die Allmachtfantasien mancher Spielleiter bieten. In der anschließenden Argumentation relativiert Der Narr diese Position, weil er die Ansicht vertritt, dass Rollenspiel ohne ad hoc entworfenen Regeln und Regelungen nicht funktioniert. Allerdings merkt er im Vorfeld bereits an, dass es dabei nicht um konträre Positionen geht, von denen eine falsch, die andere richtig ist, sondern um Spielstile bei denen jeder seinen Weg finden muss.
  • 08.12.15: Bei Rumgecrawle vermeidet mofte die theoretische Diskussion und präsentiert fünf interessante Ansätze für Hausregeln für das DCC RPG, die auch ohne DCC Hintergrund einiges hermachen.
  • 08.12.15: Aus den Schatten tritt die Ansicht, dass das Grundregelwerk und Ergänzungsbände das Grundgerüst der Regeln vorgeben, aber Regeln ad-hoc einen notwendigen Feinschliff geben. Das Ganze präsentiert sich in einer wunderbaren Formel.
  • 08.12.15: Falk schreibt auf hoch ist gut zu seinem Themenvorschlag, erinnert sich aber kaum, warum er es überhaupt vorgeschlagen hat. In seinen Augen erscheint es einfach absurd, ein Rollenspiel by the book spielen zu wollen, weil entweder Situationen ungeregelt bleiben oder wünschenswerte Charakterhandlungen verboten werden müssten.
  • 14.12.15: Das Orakel von Tilting my World ist der Ansicht, dass ein kleiner, unscheinbarer Messerjockel mit rostigem Obstschälmesser eine gute Rechtfertigung sein kann, zugunsten des Orkbarbaren Grughbärgh an den Regeln zu schrauben. Das Ganze ist ein Beispiel für ähnliche Ausführungen des Orakels auf einer abstrakteren Ebene.
  • 16.12.15: Hróðvitnir erklärt in seinem Blog Tagschatten, warum es seiner Ansicht nach falsch ist, Spontanregelung und Handwedelei unter einem Ad-hoc-Label zusammenzufassen. Der Beitrag ist auf den Punkt gebracht und klärt auch gleich, wie das Ganze mit Regelbrüchen und Instabilität zusammenhängt.
  • 25.12.15: Bei d6ideas fällt die Ideensuche für einen Karnevalsbeitrag schwer, weil man die Metadiskussion meiden möchte und Hausregeln bzw. allgemeines Spielmaterial ohnehin ihr Hauptthema sind.
  • 27.12.15: Falk hat einige Diskussionen in der Community angestoßen und auf hoch ist gut zusammengefasst. Dabei stellt er zwei Modelle gegenüber, wie Regeln etabliert werden, erklärt, wie diese funktionieren und welche Rollenspiele welchen Modellen eher zugehören. Als Community-Zusammenfassung dürfen die vielfältigen Äußerungen und Zitate natürlich nicht fehlen. Der Beitrag ist sehr lang geworden, aber lesenswert.
  • 29.12.15: Ich habe auf w6 vs. w12 versucht, für ein strenges by the book im einem etwas erweiterten Sinne zu plädieren, ohne auf Fairness und Schutz vor dem Spielleiter zu bauen. Vielleicht sind einzelne Gedanken etwas, die man herausgreifen kann, aber am Ende ist es einfach nicht mein Stil.
  • 31.12.15: In seiner ganz eigenen eloquenten und tiefsinnigen Art hält Das Goldene Kamel auf YouTube eine Grundsatzrede bei dem ein RSP-Karneval-Teilnehmer-mit-Nazis-Vergleich nicht fehlen darf. Besonders wettert er gegen das deutscheste aller deutschen Themen, nämlich dagegen, dass deutsche Rollenspieler einen Führer brauchen, der ihnen sagt wie sie spielen dürfen - eine Position, die während des Karnevals niemand unkommentiert vertreten hat.
  • 03.01.16: Auf w6 vs. w12 gibt es einen Abschlussbeitrag. Vielen Dank an alle Teilnehmer.
  • Januar 2016: Greifenklaue veröffentlicht seinen Podcast zum Thema, der wegen der Feiertage leider nicht mehr rechtzeitig im Schnitt war.

Wer das Thema lieber in Forum oder den sozialen Netzwerken erörtern will, hat folgende Möglichkeiten:
Im Tanelorn:
http://www.tanelorn.net/index.php/topic,96387.msg134326172
Bei den Blutschwertern:
http://blutschwerter.de/thema/wie-handhabt-ihr-rulings.88657/
Hier im Forum:
http://forum.rsp-blogs.de/allgemeines/wie-handhabt-ihr-rulings/msg16366/
Google+ (Roleplaying Games):
https://plus.google.com/112511295896765638326/posts/3PfVYwq1Xnt
Google+ (Rollenspieler (deutschsprachig)):
https://plus.google.com/112511295896765638326/posts/A7qVjuSDS4F
Oder: https://plus.google.com/u/0/110092012909115464452/posts/8duLFjfU3iA
Facebook (Rollenspieler):
https://www.facebook.com/groups/rollenspieler/permalink/1234518983231080/
Facebook (P&P Rollenspieler):
https://www.facebook.com/groups/45200098075/permalink/10153764210688076/
« Letzte Änderung: 03. Januar 2016, 17:37:06 von Sal »

Offline Zornhau

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Re: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]
« Antwort #1 am: 02. Dezember 2015, 10:42:43 »
Für einen Eingangs- und Start-Beitrag eines Karnevals ein schon SEHR "meinungsgeladenes" Stück Text.

Da möchte, nein MUSS!, man an sehr vielen (zu vielen) Stellen eigentlich heftigst Widerspruch äußern.

Nur: In Form eines Blog-Artikels zum Karnevals-Thema ist solch ein Widerspruch ungelenk, weil ein Blog das falsche Medium für eine DISKUSSION mit entsprechender zitatgestützter Aufnahme der zu widersprechenden Äußerungen ist.

Schade. Denn das hier im Eingangsbeitrag Geäußerte gäbe sicher eine heftige, leidenschaftliche Diskussion ab - nur keinen Blog-Karneval.

Ich sehe nicht, wie ich auf diesen doch SCHWER PROVOKANTEN Einstieg einen in sich geschlossenen, für sich stehenden Blog-Artikel abfassen kann. Der Widerspruch müßte eigentlich hier in einem FORUM erfolgen - doch ist dieser Thread ja nicht zur Diskussion gedacht, sondern zum Sammeln der Beiträge des aktuellen Karnevals.

Ich finde diese Situation etwas unglücklich.

Offline Greifenklaue

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Re: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]
« Antwort #2 am: 02. Dezember 2015, 11:35:14 »
Geht mir ähnlich wie Zornhau ... Wir werden es wohl im Podcast einmal durchdiskutieren.
Gewürfelt - nicht gedreht !!!

Greifenklaue Blog - Podcast - Zine

Offline Der Narr

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Re: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]
« Antwort #3 am: 02. Dezember 2015, 11:42:31 »
Einerseits verstehe ich, was ihr meint. Andererseits denke ich, dass es trotz eines polarisierenden Eröffnungspost möglich ist, sich einen Aspekt seiner Wahl auszusuchen und darüber zu schreiben. Von mir wird auf jeden Fall etwas kommen, ich bin nur noch unsicher, ob ich das Thema eher breit/systematisch angehe oder mir nur einen kleinen Aspekt aussuche, zu dem ich schreibe.

Generell ist das Thema jetzt schon als Diskussions-Eröffner aufgezogen. Das kann man ja auch einfach mal als Experiment sehen, wie eine Diskussion über Blogposts aussehen kann. Ich würde da gar nicht stark mit Zitaten arbeiten.


Offline Sal

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Re: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]
« Antwort #4 am: 02. Dezember 2015, 12:07:12 »
Vielen Dank für Euer Feedback. Ich werde in 2-3 Stunden gerne noch einmal ausführlich antworten.

Online blut_und_glas

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Re: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]
« Antwort #5 am: 02. Dezember 2015, 12:59:46 »


doch ist dieser Thread ja nicht zur Diskussion gedacht, sondern zum Sammeln der Beiträge des aktuellen Karnevals.

Aus meiner persönlichen Warte spräche eigentlich nichts gegen eine Diskussion hier im Thread. Im Gegenteil, ich finde es eher ein wenig schade, wie selten solche begleitenden Diskussionen geführt werden.

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Offline Blechpirat

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Re: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]
« Antwort #6 am: 02. Dezember 2015, 13:16:48 »
Es gibt auch "Diskussionen" in Fachzeitschriften, oder früher in Form von Leserbriefen. Die Möglichkeit, abweichend von den sonst üblichen Kommentaren ausführlich Stellung zu nehmen, kann auch ein Vorteil sein.

Ich finde den Eröffnungspost daher völlig in Ordnung und kann mir vorstellen, in Blogform darauf zu antworten - wenn auch wohl eher auf einen Teilaspekt.
„I saw the best minds of my generation destroyed by / payment plans.“ -- Kate Tempest


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Offline Dirk Remmecke

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Re: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]
« Antwort #7 am: 02. Dezember 2015, 13:22:42 »
Nur: In Form eines Blog-Artikels zum Karnevals-Thema ist solch ein Widerspruch ungelenk, weil ein Blog das falsche Medium für eine DISKUSSION mit entsprechender zitatgestützter Aufnahme der zu widersprechenden Äußerungen ist.
(...)
Ich sehe nicht, wie ich auf diesen doch SCHWER PROVOKANTEN Einstieg einen in sich geschlossenen, für sich stehenden Blog-Artikel abfassen kann. Der Widerspruch müßte eigentlich hier in einem FORUM erfolgen - doch ist dieser Thread ja nicht zur Diskussion gedacht, sondern zum Sammeln der Beiträge des aktuellen Karnevals.

Ich habe den Text noch gar nicht gelesen - ich möchte die Fanzines erstmal abschließen, bevor ich mich an den nächsten Karneval mache. Zu dem Inhalt habe ich also noch keine Meinung, aber selbst wenn ich mal annehme, dass ich zu der gleichen Meinung komme, hätte ich kein Problem damit.

Dann wäre mein erster Beitrag eben einer, der genau dies thematisiert (etwa so, wie du das in diesem Forumbeitrag getan hast, plus weiterer Infos, wo ich denn genau anderer Meinung bin), und würde auf einen neuen Thread in diesem Forum verlinken und zu einer leidenschaftlichen Diskussion einladen.

Dann käme in diesen Thread hier die Meldung des Beitrages, mit Link auf den Blog und die Diskussion, und alles wäre, wo es hingehört.

Im Gegenteil, ich finde es eher ein wenig schade, wie selten solche begleitenden Diskussionen geführt werden.

Zustimmung.

Es gibt auch "Diskussionen" in Fachzeitschriften, oder früher in Form von Leserbriefen. Die Möglichkeit, abweichend von den sonst üblichen Kommentaren ausführlich Stellung zu nehmen, kann auch ein Vorteil sein.

Und das schlägt dann wieder den Bogen zu den Fanzines, wo es Diskussionen gab, die sich über ein ganzes Jahr erstreckten und teilweise sogar quer über die Zines hinweg.

Einige Themen wurden weit über Gebühr am Leben gehalten (Gewalt im Rollenspiel, sexistische Midgard-Cover, Streitfälle unter Zine-Herausgebern), aber diese Beiträge hatten immerhin einen Vorteil: Sie waren mehr als Zwischenrufe, weil es den Schreibern wirklich um etwas ging.

Im heutigen Online-Diskurs kann man einen aus Langeweile geschriebenen Kommentar ja kaum unterscheiden von einem, der dem Schreiber wichtig ist.
"Aspects were best when they were just 'Cliches' in Risus."
TristamEvans

Verliese & Drachen & Manga

Offline Sal

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Re: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]
« Antwort #8 am: 02. Dezember 2015, 15:05:14 »
Hallo erneut,

vielen Dank noch einmal für das Feedback. Wenn die gewählte Form nicht mehrheitsfähig ist, dann werde ich das in Zukunft sehr gerne berücksichtigen, sollte ich wieder einen Karneval organisieren (dürfen).

Ich habe versucht, verschiedene theoretische und praktische Anknüpfungspunkte zu schaffen. Im Hinterkopf hatte ich dabei auf der einen Seite Beiträge zu theoretischen Aspekten, beispielsweise der Legitimität von spontanen Hausregeln gegenüber den vorgesehenen Regeln. Auf der anderen Seite auch Beiträge aus der Praxis: wann, wie, wo wurden welche Hausregeln warum spontan genutzt? (Ein Beispiel im weitesten Sinne im Rahmen des Karnevals bietet Arne, der den Artikel kommentiert hat.)

Meine eigenen Aussagen und Meinungen verstehe ich als Beispiele. (Ich bin mir bewusst, dass meine Vorlieben und Meinungen nicht jeder teilt und als Provokation verstanden werden können.) Gerne können sie als Aufhänger für die eigenen Beiträge genutzt werden oder auch ignoriert werden, um nur einzelne Fragen aufzugreifen, unabhängig von meinen Positionen. Diese sind weniger dazu gedacht, sie in Gänze dialogisch zu diskutieren. Letztlich soll sich aber niemand gestört fühlen, eigene Forenthemen hier oder in anderen Foren zu eröffnen, wenn ihm das Format unter den Nägeln brennt.

Leider kann ich an der Stelle nicht alle zufriedenstellen. Ich freue mich über jeden Beitrag, der sich einzelne Aspekte herauspickt und den Karneval bereichert. Wer nicht glücklich wird, den muss ich leider darauf vertrösten, einen Eröffnungsbeitrag in Zukunft mit den Lehren aus den Reaktionen (vielleicht/hoffentlich) mehrheitsfähiger zu gestalten.

Beste Grüße
Sal

Offline BoyScout

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Re: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]
« Antwort #9 am: 02. Dezember 2015, 19:58:37 »
erstmal danke, dass Sal die Orga über nimmt. Ich blick' da nicht mehr durch bei der Orga.
Narr hat ja schon einen passenden Artikel auf dem blog zum Thema geschrieben ;-D

Anstatt hier zu diskutieren , kann man ja ebenfalls einen Blogbeitrag schreiben ;-)
Des Weiteren gibts hier ja einen Diskussionbereich im Forum, da kann man auch Threads eröffnen.
« Letzte Änderung: 02. Dezember 2015, 20:03:56 von BoyScout »

Offline Der Narr

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Re: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]
« Antwort #10 am: 04. Dezember 2015, 13:40:13 »
Ich habe jetzt einfach mal das Diskussions-Thema aufgenommen und in meinem Beitrag reproduziert.

Regeln by the Book – Sicherheit oder Mythos? Worin 10.000 Orks und der Narr ihre unterschiedlichen Sichtweisen wiedergeben.
http://buntesrollenspiel.blogspot.de/2015/12/karneval-regeln-by-book-sicherheit-oder.html

Offline Sal

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Re: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]
« Antwort #11 am: 04. Dezember 2015, 14:03:49 »
Ich habe jetzt einfach mal das Diskussions-Thema aufgenommen und in meinem Beitrag reproduziert.

Regeln by the Book – Sicherheit oder Mythos? Worin 10.000 Orks und der Narr ihre unterschiedlichen Sichtweisen wiedergeben.
http://buntesrollenspiel.blogspot.de/2015/12/karneval-regeln-by-book-sicherheit-oder.html

Vielen Dank für Deine Teilnahme. Ich habe Deinen Beitrag oben eingefügt und hoffe, dass Du Deinen Beitrag angemessen angeteasert empfindest. : ) Ein Eintrag im Blogbeitrag folgt.

Offline Andreas (RPGnosis)

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Re: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]
« Antwort #12 am: 04. Dezember 2015, 17:38:38 »
Danke für Organisation und Thema... würde gern was dazu schreiben, mal sehen, ob ich dazu komme.
RPGnosis - unser neues Blog.

sphaerengefluester.de - unser alter Podcast (derzeit auf Eis)

Offline Sal

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Re: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]
« Antwort #13 am: 04. Dezember 2015, 23:35:27 »
Danke für Organisation und Thema... würde gern was dazu schreiben, mal sehen, ob ich dazu komme.

Cool. Würde mich sehr freuen, zu sehen, was für Gedanken Du hervorzauberst.

Offline Greifenklaue

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Re: RPG Regeln by the book oder ad-hoc verregeln? [Dezember 2015]
« Antwort #14 am: 05. Dezember 2015, 10:32:26 »
Boyscout hat bei G+ eine passende Diskussion angestoßen:

-> https://plus.google.com/112511295896765638326/posts/A7qVjuSDS4F
Gewürfelt - nicht gedreht !!!

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