Autor Thema: Szenenbasiertes Rollenspiel  (Gelesen 2244 mal)

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Offline Blechpirat

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #45 am: 06. Februar 2018, 09:47:25 »
Mein eines Mal Vampire Live war genauso: fettes Railroading mit dem Anschein einer Ermittlung und eines Machtgefüges. Das Machtgefüge war aber nur da, um da zu sein, nicht um als Achse in einer mehrdimensionalen fiktionalen Welt zu dienen. Potemkinsches Machtgefüge, nur Fassade.

Ich habe ja noch nie gelarpt, kann deshalb nur mittelbar etwas dazu sagen: Aber muss ein Larp nicht viel mehr als Pen&Paper mit Railroading arbeiten? Immerhin wird in der Regel eine Kulisse benötigt, die zeitaufwändig aufgebaut werden muss, NSCs müssen physisch bewegt werden und ihre Stichwörter erhalten, etc - die SL braucht also viel mehr (zeitlichen) Vorlauf, als bei P&P.

Für mich entsteht Mehrdimensionalität und Spannung aus glaubwürdigen, mehrschichtigen PCs und NSCs. Tiefe aus ihren Beziehungen und Interessenslagen (strategischen Zielen), die vorzugsweise nicht nur durch Gewalteinsatz genutzt, befördert, manipuliert, gestört oder aufgelöst werden können. Das erzeugt - jedenfalls in meinem Kopf - Mehrdimensionalität. Spielerisches Interesse benötigt dann noch eine ausreichende Mischung an Vorhersagbarkeit und Zufälligkeit - deshalb bevorzuge ich z.B. Systeme mit Glockenkurve und (knappen) Bennies, denn offenbar ist zuviel Zufall nicht so meines :)
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Offline viral

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #46 am: 06. Februar 2018, 10:36:20 »
mir geht es da ähnlich. Geometrie - wenn man es so nennen darf - sollte zumindest plausibel sein, aber ich zieh mir da keinen zusätzliches Aspekt raus. Sprich so tabletopartiges Figurenrumgeschiebe und langwierige Boni/Mali Diskussionen sind nix für mich.

Offline Settembrini

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #47 am: 06. Februar 2018, 14:00:41 »
Selber Schuld. :D Wer Raum und Zahl verachtet, wird ewig im Ungefähren bleiben. Und ist mit großer Wahrtscheinlichkeit ein Schwundspieler. Es ist ja kein zusätzlicher Aspekt, es ist das, was ganz im tiefen Kern des Universums die Realität erzeugt, räumliche Trennung.

ADD: man muß sich ja nur angucken, welche Systeme die treuesten Spieler und stabilsten Kampagnen haben: D&D, Battletech und ASL.
« Letzte Änderung: 06. Februar 2018, 14:04:40 von Settembrini »

Offline viral

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #48 am: 06. Februar 2018, 15:52:04 »
Kommt halt auf den LoD, FoV und PoV an, den ich da für solche Aspekte an den Tag legen möchte. Ich persönlich bin kein so großer Freund von Table-Top Armeen CoSims und hab mir Rollenspiel auch über diesen Weg nicht erschlossen. Ohne es zu wissen, vermute ich du baust dir mental deine Szenarien/Kämpfe anhand von Table-Top CoSim Taktikspielstrukturen auf. Ich erschließe mir am liebsten Szenen aus einer Ego-Charakter-Sicht.

Räumlichkeit hat für beide Ansätze die gleiche Wirkung aber im Detail ist es unterschiedlich.

Der Taktiker zählt auf der Battlemap genau die Kästchen ab, um einen Feuerball so optimal wie möglich zu platzieren, dass die Gegner gegrillt werden. Das steht aber im Widerspruch zu meinem Erschließungsansatz, da ich eigentlich in der Hitze des gefechtes mit den PoV und FoV des SCs extrem schwer ist einen Feuerball bzw. Flächeneffekt so zu platzieren. Das gleiche gilt beim optimalen Ausnutzen vom Reichweiten von Zaubern.

Praktisch mache ich es als SL bei Ad&d relativ geometrisch und nutze in komplexen Sitatuationen eine Battlemap ... aber tief im Inneren würde ich darauf verzichten wollen ;)







« Letzte Änderung: 06. Februar 2018, 20:45:08 von viral »

Offline Settembrini

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #49 am: 06. Februar 2018, 18:10:10 »
Nein TableTop ist Miniaturenmalerromantik, selten ist da wirklich taktisch was los.

Offline viral

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #50 am: 06. Februar 2018, 18:57:59 »
bin da nie wirklich tief eingestiegen, hatte aber zumindest bei Battletech schon den Eindruck, dass das taktisch ist. Das Bemalen hat ja auch was meditatives (o: Muss aber zugeben, dass ich mir nur seinerzeit in Boston bleiläufig ein paar Spiele Battletech und Warhammer angeschaut hab, bis die PF-Runden losgingen.

Offline Settembrini

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #51 am: 06. Februar 2018, 19:34:55 »
BattleTech, das klassische, ist kein TableTop. Ist ja auf Waben, ja sehr taktisch.

AlphaStrike, das BT-TableTop, das ist dann Geländebastel und Mechromantik. Ich habe auch ne Platte, ich muß es wissen.
« Letzte Änderung: 06. Februar 2018, 19:46:02 von Settembrini »

Offline viral

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #52 am: 06. Februar 2018, 20:42:54 »
sieht ja ziemlich cool aus  8)

das Battletech war mit so Hexfeldelementen und mit Höhenunterschied ;)

Bin aus Platz und Geldgründen damals nicht in das Metier eingestiegen - sprich ich kenne da nicht die Unterschiede.

Dann muss ich meinen Post oben korrigieren und das TableTop durch CoSim ersetzen

Offline Settembrini

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #53 am: 06. Februar 2018, 21:43:26 »
Vlt. nehme ich die Sachen zum Sonnencon mit, so für den Sonntag zum Ausklingen. Eine Runde habe ich schon angemeldet, die zweite mache ich spontaner. Drei sind mir zuviel.

Offline blut_und_glas

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #54 am: 06. Februar 2018, 22:09:29 »
BattleTech, das klassische, ist kein TableTop. Ist ja auf Waben, ja sehr taktisch.

Das sind auch Grenzziehungen und Schubladenbildungen, bei denen ich nicht (mehr) mitgehen mag. Geradezu erschreckend, das auch hier lesen zu müssen. :P

Ansonsten klebe ich jetzt aber erst einmal weiter ganz romantisch an dem Bauernhof herum, in dem die Föderation am Freitag vermutlich ihren vorgeschobenen Befehlsstand einrichten wird.

mfG
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Offline Settembrini

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #55 am: 07. Februar 2018, 05:06:35 »
Ich spiele & mag doch auch beides. Aber einen Unterschied macht das schon. Alleine schon, weil man im TableTop immer viel weniger Gelände hat, also die Entfernungen alle geschrumpft sind. Nicht zuletzt deswegen gibt es so viele Maßstäbe, und der Hauptgrund für die 6mm-Fans. Bei 28mm+ ist oft nicht viel übrig vom Schlachtfeld.

Offline blut_und_glas

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #56 am: 07. Februar 2018, 07:54:09 »
Das weiß ich doch und ums Mögen ging es mir auch gar nicht. Wohl aber um die Unterscheidung. Fließt alles zu sehr ineinander und das ist mir wichtiger, als der Versuch ein paar ideale Formen zu konstruieren, die aber letztlich auch nur gefühlt werden können. Was ist, wenn ich die Platte mit Kallistrawaben zu kleistere und die als Bandmaßersatz hernehme? In welche Schublade gehört Square Bashing mit seinen Quadranten? Charakterzentrierter Skirmisher oder kampfzentriertes Rollenspiel? (You call it a fashion doll, I call it a 12" action figure with limited articulation and real cloth accessoires.)

In der Richtung liegt doch der ganze Schmonzes solcher Moderatorhanseln, die jemandem übers Maul fahren, weil er es gewagt hat in ihrer Rollenspielgruppe über die damals neue Battletecheinsteigerbox sprechen zu wollen (um mal ein mir irgendwie immernoch sehr präsentes Beispiel zu bringen - kennt hier aber doch vermutlich jeder zur Genüge).

Ich bin einfach mittlerweile an einer Seite des Pendels angekommen, wo ich bei dieser Systematisierung viel mehr Nach- als Vorteile sehe. Einzelne Eigenschaften von Spielen besprechen, gerne (ist Churchill zum Beispiel szenenbasiert, da es die Konferenzen [ja sogar mit Boardroombattlemap ;) ] als Einteilungsbasis verwendet?), aber doch nicht dieses künstliche Auseinanderhacken eines Ganzen.

Es ist halt Rollenspiel.

Ob nun mit Szenen oder mit Waben.

mfG
jdw

PS: Ich schleiche ja die letzten Jahre um den 2mm und 3mm Kram herum... :)

PPS: Aber ja, Gelände muss meistens eigentlich viel mehr abstrahiert werden. In letzter Zeit fand ich was das angeht ja die Battlegroup-Familie ganz spannend, mit ihren Würfen, ob eine Einheit aktuell tatsächlich zu sehen ist (Sichtlinie auf der Platte hin oder her).

Offline Lord Verminaard

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #57 am: 07. Februar 2018, 09:01:40 »
War auch immer mein Eindruck von Table Top, dass das den Taktiker in mir nicht befriedigen würde. Da gibt mir dann ein Spiel wie Blood Bowl mehr, wo du durch Wiederholung lernst, wo sich gerade aufgrund der immer gleichen Rahmenbedingungen taktische Tiefe ergibt, und da sind die Regeln dann auch mit ungewöhnlich viel Sachverstand für optimiert. Ich hatte schon so ca. 500 Partien auf dem Buckel und mich auch schon intensiv mit Guides und Strategie-/Taktikdiskussionen beschäftigt, und auch schon einige Erfolge eingefahren, als ich in einem Turnier gegen einen der weltbesten Spieler, einen Spanier, spielte, und kurz darauf noch mal gegen ihn spielte, und er mir dann sagte, was meinem Spiel fehlte, und BÄM, ward eine Tür zu einer größeren Welt aufgestoßen. So was ist schon sehr geil, aber das will ich im Rollenspiel gar nicht haben, das gehört da für mich nicht hin.

Offline Settembrini

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #58 am: 07. Februar 2018, 12:34:43 »
Im Rollenspiel kann man sich aber näher als jemals woanders an echte/ taktische Situationen annähern, durch die Freiheit die der Spielleiter erlaubt. Dafür ist es ja auch erfunden worden: Freies Kriegsspiel-StragosN-Braunstein-Castle Braunstein. ALle anderen Medien haben immer tote Winkel, Rollenspiel mit SPielleiter muß keinenhaben. Vom Potenzial das umfassendste Medium, aller Medien.


@blut_und_glas: Ja, da triffst Du mir auch einen Nerv, ich renne ja auch öfter mal rum und sage es gehört alles zusammen. OD&D kommt ja aus dem Brettspiel-TableTop-CoSim-Konferenzspiel-Dungeoneering Schnittbereich. Das ist ja das phantastische. Witzigerweise führt das selten gewordene TableTop-Kampagnenspiel mit Mehrspielerbeteiligung fast zwangsläufig zu einem CoSim-Backend für Wirtschaft und strat. Bewegung und am anderen Ende zu heldenartigen Quasirollenspielen. Myra so mal als deutsches Beispiel.


Offline JollyOrc

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Antw:Szenenbasiertes Rollenspiel
« Antwort #59 am: 07. Februar 2018, 12:48:42 »
ich hab inzwischen mal etwas nachgedacht und Dinge verbloggt: https://www.orkpiraten.de/blog/spielen-mit-szenen