Autor Thema: [Danger Zone] FATE und erzählerisches Rollenspiel vs. Erzählspiel  (Gelesen 3084 mal)

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Offline Lord Verminaard

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Antw:[Danger Zone] FATE und erzählerisches Rollenspiel vs. Erzählspiel
« Antwort #45 am: 17. März 2018, 11:28:08 »
Servus Vermi,

das wohl... aber es hat einen Grund, warum wir es nicht mehr spielen. Ich möchte sogar als Spielleiter gerne und gerne oft überrascht werden, und das nicht nur von den Ideen meiner Spieler, sondern von der Welt, dem Ding, das sich da gerade entwickelt, selbst. Das kann Freiform einfach nicht leisten, oder wenn, dann nur mit viiiiiel gutem Willen.

Ja, gaaanz ohne Zufall ist halt hart. Genauso, wie nuuur Zufall hart ist. Natürlich kann man das machen. Charaktere aus dem Lifepath, nichts ausgewählt, alles zufällig. Alle Schauplätze, alle NSCs. Dungeons aus dem Zufallsgenerator. Wenn man sich so was wie Fantasy Toolkit anschaut, ist das schon gar nicht so weit davon entfernt. Oder man bewegt sich irgendwo dazwischen, das machen die meisten.

Was ich halt nur sage ist, ich sehe nicht die große Wasserscheide da, wo meinetwegen Attribute oder Zufallsbegegnungen oder das Wetter ausgewürfelt werden oder eben jemand eine gezielte Entscheidung trifft. Klar hab ich das auch schon erlebt, dass aufgrund eines unerwarteten Würfelergebnisses was echt geniales passiert ist. Aber häufiger war dafür der unerwartete Einfall eines Mitspielers verantwortlich. Ich kenne ja durchaus die Litanei der OSR-Leute und anderer, wonach der Zufall die Welt erst zum Leben erweckt und die Dinge sich auf geradezu magische Weise dann fügen, gerade so als erfülle der Würfel ein Schicksal, das schon da gewesen ist, nur die Spieler konnten es nicht sehen; deshalb: Rollenspiel-Esoterik. Insofern genau dein Dinge, schon klar. :) Meine Erfahrung z.B. mit Lifepath-Charaktererschaffung war allerdings eher sehr durchwachsen, insofern nehme ich mir heraus, das lieber selbst in die Hand zu nehmen.

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Antw:[Danger Zone] FATE und erzählerisches Rollenspiel vs. Erzählspiel
« Antwort #46 am: 17. März 2018, 11:36:19 »
JollyOrc
Zitat
aber Feuerbälle und Dimensionstore sind total realistisch?
Das ist argumentum ad fireballum.
Er spricht wohl eher von Kausalität.

Offline Lord Verminaard

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Antw:[Danger Zone] FATE und erzählerisches Rollenspiel vs. Erzählspiel
« Antwort #47 am: 17. März 2018, 11:39:22 »
Nochmal das hier auf der Zunge zergehen lassen:

Zitat
Thematisch wird darum gehen, wie man mit den Fehlern der Vergangenheit umgeht und ob man aus ihnen gelernt hat.

Das weiß der SL VORHER!!!!
 :o ::) :P :-[ :-\ :'(

Das ist schon ziemlich verlogen, sich da so dran aufzuhängen. Wenn du einen Dungeon leitest, weißt du doch auch vorher, dass die SCs da rein gehen werden.

Offline Blechpirat

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Antw:[Danger Zone] FATE und erzählerisches Rollenspiel vs. Erzählspiel
« Antwort #48 am: 17. März 2018, 12:13:00 »
Irgendwie habe ich das Gefühl, in einer Zeitschleife zu hängen. Der Rest des deutschen Rollenspielinternets hat diese Debatte vor 5 Jahren geführt...
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Offline Infernal Teddy

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Antw:[Danger Zone] FATE und erzählerisches Rollenspiel vs. Erzählspiel
« Antwort #49 am: 17. März 2018, 12:23:34 »
Irgendwie habe ich das Gefühl, in einer Zeitschleife zu hängen. Der Rest des deutschen Rollenspielinternets hat diese Debatte vor 5 Jahren geführt...

Und vor zehn, oder?

Offline Lord Verminaard

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Antw:[Danger Zone] FATE und erzählerisches Rollenspiel vs. Erzählspiel
« Antwort #50 am: 17. März 2018, 12:36:21 »
Ich hab nicht angefangen, außer die bloße Erwähnung von FATE zählt als anfangen. ;D

Offline Settembrini

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Antw:[Danger Zone] FATE und erzählerisches Rollenspiel vs. Erzählspiel
« Antwort #51 am: 17. März 2018, 13:45:01 »
Irgendwie habe ich das Gefühl, in einer Zeitschleife zu hängen. Der Rest des deutschen Rollenspielinternets hat diese Debatte vor 5 Jahren geführt...

Und vor zehn, oder?

Und vor 25. Deswegen ist FATE auch so sinnlos.

Offline Settembrini

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Antw:[Danger Zone] FATE und erzählerisches Rollenspiel vs. Erzählspiel
« Antwort #52 am: 17. März 2018, 13:48:49 »
Zitat
Das ist schon ziemlich verlogen, sich da so dran aufzuhängen. Wenn du einen Dungeon leitest, weißt du doch auch vorher, dass die SCs da rein gehen werden.

Nein, das ist ein gaaaaanz anderer Maßstab. Das wäre wenn ich sagen würde: "Hauptherausfgorderung wird sein Raum 75, in dem es auf eine Skill Challenge ankommt, oder man muß kämpfen."

Das wäre ein passender Vergleich und ja es wäre/ist gernauso bescheuertes Schrumpfrollenspiel.

Offline Settembrini

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Antw:[Danger Zone] FATE und erzählerisches Rollenspiel vs. Erzählspiel
« Antwort #53 am: 17. März 2018, 13:56:27 »
Zitat
Nur soviel: Ich glaube, Euer tatsächliches Problem ist nicht FATE, sondern die Vorstellung, dass a) es möglich und vor allem ok ist, an anderen Dingen Spaß zu haben als Ihr und b) Ihr Angst davor habt, Kontrolle von der Spielleitung an den Rest der Gruppe abzugeben, denn DAS WIRD BESTIMMT EGOZENTRISCH UND UNREDLICH AUSGENUTZT!!!!111einself!

'Türlich ist es offenkundig möglich. Ich sagte ja nur: Mit so Leuten interessiert mich das sSpielen nicht. Finde ich langweilig. Und wer Aspekte WILL, der ist mir hochgradig verdächtig. Wer Aspekte auch weglassen kann, der rbauch auch kein Fate und kann irgendwas andere regelarmes machen. Das ist unverdächtig.

Der Vorwurf aber ist Panne, es geht mir nicht um mich als SL, sondern um die Mitspieler. Und ich bin als Spieler schon extrem mistrauisch, wenn da einer mit Aspektekram und 2 DinA4 Seiten kommt. Wir reden massiv aneinander vorbei. Es geht nicht um Kontrolle, sondern um die Charakterpsyche als volkommen uninteressante Dimension des Rollenspiels. Das geht mir so am Arsch vorbei, daß es mich eben schon wieder aufregt, wenn es einer unbedingt zum Thema machen muß. Und dann kriege ich das verachtende Kichern, wenn er das nur macht, wenn er auch mechanisch belohnt wird.

Zitat
Mannmannmann, mit was für Leuten habt Ihr Spielen gelernt?

Gelernt? Mit coolen!

Storygames und "DAG"-Games?
Habe ich gespielt mit:
Ron Edwards, Vincent Baker, Eoru T., Oliof, Verminaard + andere Tanelornis, Georgios, Nimer, RabenAas (glaube ich), Alexandro (?) usw. usf.

Und meine Meinung ist da immer nur prononzierter geworden, ich sehe da keinerlei Veranlassung da was zu ändern.

Offline Settembrini

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« Antwort #54 am: 17. März 2018, 14:01:11 »
Aber Danke, jetzt kann ich es kurzfassen, den Kern:

Aspekte regen mich auf weil:

A sie den Fokus des Spiels auf die Personnageninnenwelt verschieben, und mich das schonmal grundsätzlich kaum interessiert
B dies meiner Erfahrung nach vor allem von unangenehmen Mitspielern gemacht wird denen die Demut vor Eskapismus, Welt und Mitspielern fehlt.
C sie aus meiner Sicht selbst bei Weglassung von A und B selbstentwertend sind, weil der Spieler das nur macht, wenn er mechanisch dafür belohnt wird.

Die sind also fraktal falsch, die Dinger.

Das kann ja jeder anders sehen, aber so sehe ich das, und das hat wie gesagt nichts mit SL-Kontrolle zu tun.
« Letzte Änderung: 17. März 2018, 14:07:08 von Settembrini »

Offline Lord Verminaard

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« Antwort #55 am: 17. März 2018, 15:50:49 »
DAG-Games hab ich ja laut den Ucalegons dieser Welt selber nicht verstanden. ;)

Aber du bestätigst ja meine Aussage, dass es eine Geschmacksfrage ist. Was ja auch vorher klar war. Trotzdem brauchst du halt nicht so anzugeben und vor allem nicht so zu tun, als ob an deinem Tisch nie etwas Vorhersehbares passieren würde.

Edit: Ich lauf ja auch nicht rum und tu wider besseren Wissens so, als würdet ihr alle den ganzen Tag nur langweiliges dummes 10-Foot-Pole-Save-or-Die-Spiel betreiben, nur weil ich Dungeons halt langweilig finde.
« Letzte Änderung: 17. März 2018, 15:59:18 von Lord Verminaard »

Offline Settembrini

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« Antwort #56 am: 17. März 2018, 19:30:51 »
Was ich sagte, war immer asl Geschmacksfrage deklariert, Erinnerung:

Zitat
Leute, die sich für Fate interessieren, interessieren mich nicht. Wenn man ne personnage erschafft, und es dabei nur um die personnage geht, die auch noch die Physik verändert: so richtig gar kein Interesse.

Anderes Hobby.
Hervorhebung von mir jetzt.

Dann kamen einige und meinten ich hätte kein Recht auf meine Geschmacksmeinung, weil das alles bei D&D ja auch so sei und überhaupt.

Ich glaube ich habe alles zu dem Thema gesagt, ich habe ehrlich gesagt auch gar keine Lust da einen Feldzug zu führen. Mir ist es zu egal und ich habe soviel Positives zu schreiben, macht ihr mal.

Ich möchte schließen mit einer Wette:

In zehn Jahren werde ich imme rnoch Mechkrieger, Traveller und A/D&D spielen. Vielleicht sogar immer noch in den selben Kampagnen, auf jeden Fall in fortgesetzten kontinuierlichen Welten.
Wer hier in zehn Jahren immer noch FATE spielt, in einer kontinuierlichen Welt oder Kampagne seit jetzt, der bekommt €100.


Offline Skyrock

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Antw:[Danger Zone] FATE und erzählerisches Rollenspiel vs. Erzählspiel
« Antwort #57 am: 17. März 2018, 20:56:54 »
Die Wette wirst du wohl gewinnen.
Ich denke, dass FATE in 10 Jahren immer noch herumschwirren und eine nicht insignifikante Spielerschaft haben wird (Spirit of the Century ist schließlich schon über 10 Jahre alt), aber für langjährige Kampagnen ist es nicht gedacht und wird es auch von niemandem benutzt. Mechanisch gibt es kaum Spielraum für Charakterentwicklung - und im Gegensatz z.B. zu Traveller oder Marvel Super Heroes, die auch wenig bis keine mechanische Charakterentwicklung bieten, findet auch keine Entwicklung über die Einbettung der Charaktere in der Spielwelt statt. FATE-Charaktere erschließen keine neuen Handelsrouten, gewinnen keine Stellung in Adelshäusern oder kartieren nicht die magischen Dimensionen des Marvel-Universums - und wenn sie es tun ist es bedeutungslos, da die Spielwelt nur eine mit dünner Tünche bestrichene Mattékulisse ist, die sich beliebig mit Fatepunkten austauschen und ummodellieren lässt.
Chonefn Fraxter senior der 62-jährige arrivierte Handelsfürst, der dank seiner Entscheidungen und Erfolge eine ganze Handelsflotte kommandiert die ihm Credits in den Kontor spült, hat in FATE genau die gleichen Möglichkeiten und genau den gleichen Einfluss auf die Handlung wie Chonefn Fraxter junior der 42-jährige abgewrackte Freihändler-Jungspund, der mit einem noch nicht mal abbezahlten 200-Tonnen-Schiff zweifelhafte Kontrabande und Passagiere von Parsec zu Parsec transportiert um den gerade so den Kopf über Wasser zu halten.

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« Antwort #58 am: 18. März 2018, 11:11:30 »
d.h. man muss was nur als Geschmack deklarieren und schon darf man alle möglichen Behauptungen in den Raum stellen.
Na, wer drauf reinfällt...

Klar, niemand wird gezwungen sich mit Argumenten zu verteidigen. Aber dann spielt man bei dem Thema eben keine Rolle.

zumal das doch hier keiner nötig hat.
« Letzte Änderung: 18. März 2018, 11:13:28 von BoyScout »

Offline Blechpirat

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« Antwort #59 am: 18. März 2018, 16:26:09 »
aber für langjährige Kampagnen ist es nicht gedacht und wird es auch von niemandem benutzt. Mechanisch gibt es kaum Spielraum für Charakterentwicklung - und im Gegensatz z.B. zu Traveller oder Marvel Super Heroes, die auch wenig bis keine mechanische Charakterentwicklung bieten, findet auch keine Entwicklung über die Einbettung der Charaktere in der Spielwelt statt. FATE-Charaktere erschließen keine neuen Handelsrouten, gewinnen keine Stellung in Adelshäusern oder kartieren nicht die magischen Dimensionen des Marvel-Universums - und wenn sie es tun ist es bedeutungslos, da die Spielwelt nur eine mit dünner Tünche bestrichene Mattékulisse ist, die sich beliebig mit Fatepunkten austauschen und ummodellieren lässt.
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"niemand" ist gefährlich, weil alleine meine 5jährige Dresden Files Kampagne reicht, um dass zu wiederlegen. Auch der Rest ist Quatsch.
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