Autor Thema: Abt. Der Preuße reguliert: Das Querfront-Theorem  (Gelesen 673 mal)

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Offline Pyromancer

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Antw:Abt. Der Preuße reguliert: Das Querfront-Theorem
« Antwort #30 am: 30. April 2018, 17:55:47 »
Kurz: Das tendenzielle Unverständnis zeigt mir, daß es ein neuer Gedanke ist. Später mehr.

Oder es ist so trivial und offensichtlich, dass wir einfach nicht verstehen, dass du so ein Bohei darum machst. So lange du es nicht besser erklärst werden wir das aber nicht wissen.

Offline Settembrini

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Antw:Abt. Der Preuße reguliert: Das Querfront-Theorem
« Antwort #31 am: 01. Mai 2018, 13:48:11 »
Zitat
@ Pyro und andere, ich versuch's mal so: Die einen sehen den eigenen Charakter als Vehikel, um das Abenteuer und die Welt zu erleben. Die anderen sehen das Abenteuer und die Welt als Vehikel, um den eigenen Charakter zu erleben.

Das ist schonmal ein großer Teil dessen, was ich beobachtet habe. Und eben abseits von SPielvorlieben. Und ich finde eben in der Realität ist das bei der gemeinsamen Systemwahl und Spielerretention ein größerer Faktor als irgendwelchen "Laws" oder Threefold-Dimensionen.

Ron Edwards selber hat ja ganz viele Sachen gespielt, aber was immer, immer immer wieder bei seinen Schilderungen rauskam: Er hat nie die Welt oder ein Abenteuer gepsielt oder geleitet, sondern egal ob RuneQuest, Palladium, Champions oder Spione: Es ging immer immer immer um seine aktuelle Personnage. Das war das Eigentliche.

Und das ist ja bei vielen anderen auch so, eben sogar bei nur D&D-Spielern.

Der neu ausgedrückte Gedanke ode rbesser Beobachtung ist eben, daß man rein pragmatisch viel mehr erreicht, wenn man danach unterscheidet, als nach dem ganzen Anderem.

Die Sollbruchstellen treten dann auch nur in bestimmten Konstellationen zutage. nicht wenn zuviel gekämoft wird oder so. Sondern wenn bei DSA jmd. Skelette beschwört. Das ist für manche ein sofortiges No-Go wenn jmd. mehr als eine Figur steuern darf.

Offline BoyScout

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Antw:Abt. Der Preuße reguliert: Das Querfront-Theorem
« Antwort #32 am: 01. Mai 2018, 14:49:20 »
gut, dann habe ich das richtig verstanden und zitiert.
Aber was genau ist eine "Spielvorliebe". Liest sich für mich alles ziemlich, wie Vorlieben.

Es ergibt schon Sinn, die Spielaufrichtung auch anhand dieser Vorlieben zu orientieren. Spieler, die ihren SP (Spieler-Personnage ;) ?) zur Spielrunde Gassi führen, sind ja oft auch die, die sich in Kämpfen langweilen (man kann nunmal 90 Sekunden Kampf, der sich in 90 min Spielzeit überträgt, nicht figurenzentriert spielen!).

Zum Glück kenne ich es so, dass Leute in Spielrunden zurücktreten, wenn sie ein bestimmter Aspekt nicht so interessiert. Daher waren unsere Runden immer recht bunt bei den Spielvorlieben.

Ich habe ja schließ auch Spieler erlebt, die man einen ganzen Abend beschäftigen kann, wenn die SPs einen (In-Game!) Geburstag vorbereiten, und sie einfach nur mit ihrem SPs spielen können.
Meine Beobachtung ist allerdings, dass sie auch mit den ANDEREN SPs spielen wollen, also auch "angepisst" sind - bzw. tolerant sein müssen - wenn diese nicht ähnlich gut ausgestaltet sind und gespielt werden.
Ich wiederum finde es total ätzend, wenn sich Spieler einen ganzen Abend lang um Trivialitäten anspielen, dann zwar "Rollenspiel" gemacht wird, ich aber trotzdem nicht das Gefühl habe, vorran gekommen zu sein. Da brauche ICH dann viel Toleranz und Geduld.
Beispiel:
SP 1 - wichtigtuerischer Anführer
SP 2 - sturer Einzelgänger
InGame-speak
SP 1 - Ich reiße die Tür auf und ihr stürmt die Wachstube.
SP 2 - Ohoo, nein, ICH trete die Tür ein und schüchtere sie dabei ein, Fürwahr!
SP 1 - Ich lernte in der Akademie, dass uns dies die Überraschung kosten kann, also...
SP 2 - aber werter Herr Anführer... blabla
15 min. später.
OT
SP BoyScout - Macht doch einfach die scheiß TÜR auf!

Wenn ich Ausspiele, dann möchte ich meistens was über die Spielwelt erfahren.
« Letzte Änderung: 01. Mai 2018, 14:52:23 von BoyScout »

Offline Athair

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Antw:Abt. Der Preuße reguliert: Das Querfront-Theorem
« Antwort #33 am: 01. Mai 2018, 16:06:20 »
@ Pyro und andere, ich versuch's mal so: Die einen sehen den eigenen Charakter als Vehikel, um das Abenteuer und die Welt zu erleben. Die anderen sehen das Abenteuer und die Welt als Vehikel, um den eigenen Charakter zu erleben.
Schöne Erklärung. Hatte ich gleich so verstanden. Wobei ich da noch ne Zuspitzung erforderlich finde (auch wenn sie sich erstmal überzogen lesen mag).

Der Unterschied zum Method Actor ist mMn:
Der MA will sich in eine Figur einfühlen, ihre Motivation ausprobieren, ... die Figur, die er erschaffen/erwürfelt hat erkunden, sie verkörpern. Es gibt ne Differenz zwischen Spielendem und Figur.

Beim Figurenzentrierten Spiel geht es um "Komplett-Identifikation". Die Figur ist ein "alternatives Ich". (Überspitzt gesagt. Dolche Interessen find ich grundsätzlich auch legitim.)

wichtiger Punkt: 'Möglichkeit des Wahlcharakters', der CharZentriker kann da
nicht drauf verzichten, der MethodActor nimmt, was ihm das Schicksal beschert.
Würde ich so unterschreiben.


Charakterzentrierung ist letztlich ein Rollenspielzugang, der sagt: Die Rollenspiel ist eine Bühne für den Ausdruck meiner Persönlichkeit, ich will meine (Spieler-)Facetten da erproben, darstellen, kennenlernen, ...
Abenteuerzentrierung sagt: Beim Rollenspiel geht es um Erfahrungsräume, um Handlungen, um "was wäre wenn", es gibt eine "vorgefundene" Spielwelt, die oft nicht bloß Bühne ist.

... charakterzentriertes Spiel kann man mMn auch in die Nähe von Selbstausduck und vielleicht auch Perfomance-Kunst rücken.
(An der Stelle machen Kunst-Diskussionen wie sie z.B. in Hogshead's Interactive Fantasy oder an vielen anderen Stellen diskutiert und besprochen wurden vielleicht auch sowas Ähnliches wie Sinn.)


Butt-Kicker, Powergamer, Taktiker, Method Actor ... oder welche Spielertypen-Einteilung man vornehmen will sind für die Unterscheidung genauso egal, wie die Entscheidung, ob Rollenspiel nun mehr als ergebnisoffenes Spiel oder als zu entfaltende Geschichte verstanden wird.


Das wäre jedenfalls meine Deutung.
« Letzte Änderung: 01. Mai 2018, 17:54:32 von Athair »
... Antworten auf falsche Fragen sind sinnlos.


Zur ZauberFerne.

Offline Lord Verminaard

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Antw:Abt. Der Preuße reguliert: Das Querfront-Theorem
« Antwort #34 am: 02. Mai 2018, 09:34:37 »
Weiß nicht ob es die Trennlinie ist, aber ist auf jeden Fall eine, und ein nützlicher Blickwinkel. Spannend finde ich auch, dass es überhaupt als Querfront erscheint, was ja nur daran liegt, dass sich Spielstil als Synonym mit GNS(-ish) anscheinend etabliert hat, was den Blick auf andere Dinge verstellen kann. Ich fand ja die Querfront Kampagne / One-Shot auch sehr wichtig, aber ok, One-Shots zählen für dich ja eh nicht. Eine weitere Querfront verläuft z.B. zwischen high-power-fetzig und low-power-geerdet.

Offline Settembrini

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« Antwort #35 am: 02. Mai 2018, 12:05:59 »
Ist low-power geerdet vs high-power wirklich bei Spielern festgelegt? Also, gibt es so viele, die nicht doch beides abkönnen? Nur vlt. nicht im selben System?
Ich kenne knallharte Midgard-Hart-hausmacherwurstler, die mit Rifts kein Problem haben.
Mmm....wobei, die Aussage: "nein, alles außer DSA ist mir nicht geerdet genug" habe ich in Westdeutschland schon 4 mal in RL gehört. Meinst Du das?

Kampagne-One-Shot habe ich noch gar nicht verstanden, deswegen reite ich nicht drauf rum, weil ich nur den Kampagnenwinkel überhaupt anerkenne. Die One-Shoterei nehme ich also nur als fehlbehaftete Schwundform war, da kann man kein Koordinatensystem draus machen. Wer mal diesen Blickwinkel als gleichberechtigten Punkt vorstellen mag, dem sei meine Aufmekrsamkeit gewiß.

Offline Lord Verminaard

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« Antwort #36 am: 02. Mai 2018, 13:38:20 »
Naja dass es auch immer Grenzgänger gibt, ist klar. Es geht aber auch nicht nur ums Powerlevel (das ja bei (nicht-4E) D&D z.B. niedrig anfängt und hoch aufhört), sondern eben auch ums fetzig vs. geerdet, also etwa: schnelles Spiel, schnelle Regelanwendung, diverse Failsaves gegen Scheitern/Charaktertod, vs. langsameres Spiel, genauere Regelanwendung, kein Netz oder doppelter Boden; muss nicht korrellieren, tut es aber häufig, meiner Erfahrung nach. Schnittmenge von FATE und Savage Worlds, usw.

One Shots sind nur dann eine Schwundform der Kampagne, wenn man sie genauso zu spielen versucht, wie die erste Sitzung einer Kampagne. Das fängt bei der Systemwahl an, geht bei der Gruppenzusammenführung weiter und hört da nicht auf. Wir haben ja für die Tanelorn-Treffen aus der Notwendigkeit heraus die Kunst des One-Shottierens perfektioniert. Kann man schon extrem coole Sachen mit machen, mit der Form, seien es nun Pyromancers semi-gelarpte War-Room-Simulationen, skurriles Zeug wie ein Detektiv-Abenteuer in der Blood Bowl Welt, die diversen Drama-Kammerspiele von GoT bis völlig mondän, die Psycho/Horror-Sachen aller Couleur, oder eben auch die besseren Indies. One-Shot ist halt künstlich zugespitzt, Kampagne ist organisch entwickelt. Kampagne hat mehr Gewicht und Tiefe, aber der One-Shot kann eine höhere Intensität für die gesamte Dauer aufrecht erhalten. One-Shot verträgt aber z.B. auch mal Klamauk, ich kann mich an zwei erinnern, bei denen ich so gelacht habe, dass mir das ganze Gesicht wehtat.
« Letzte Änderung: 02. Mai 2018, 13:40:29 von Lord Verminaard »

Offline Settembrini

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« Antwort #37 am: 02. Mai 2018, 14:14:56 »
Daß Con-Sitzungen Spaß machen können und ein eigenes Genre sind, volle Zustimmung.

Aber die Heim-OneShot-Spieler lassen mich doch stark verrätselt zurück. So wie 1of3, der nie mehr als 13 Sitzungen an irgendwas gespielt hat, nach eigenen Aussagen.

Offline Lord Verminaard

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« Antwort #38 am: 02. Mai 2018, 14:24:34 »
Ach so, das meinst du. Ja, weiß auch nicht. Ich meinte das andere. ;D

Offline Settembrini

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« Antwort #39 am: 02. Mai 2018, 16:32:56 »
Zitat
One Shots sind nur dann eine Schwundform der Kampagne, wenn man sie genauso zu spielen versucht, wie die erste Sitzung einer Kampagne.

Das finde ich ganz toll formuliert, wenn man sich schlechte Con-Runden in Erinnerung ruft.

Offline Der Oger

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« Antwort #40 am: 07. Mai 2018, 12:58:49 »
Ich dachte, dass wäre irgendwie schon klar gewesen. Systeme, Spieler und Spielleiter beeinflussen sich alle gegenseitig. Leute werden von unterschiedlichen Dingen angezogen.

Ein Beispiel: Es dauert eeewig, bei SR einen Charakter zu bauen, Ausrüstungslisten und so. D&D 3 hatte das selbe mit Feats und Prestigeklassen. Das führt zu einem höheren sozialen Druck auf den Sl, Charaktere überleben zu lassen, weswegen er vielleicht eher geneigt ist, zu schummeln und nicht taktisch alles auszureizen, damit die SC es in jedem Falle schaffen. Dadurch werden die Spieler passiv und unkreativ, so dass manche SL auf den Gedanken kommen, dass mehr desselben gut sei und Eisenbahnschienen verlegen. Die Industrie bekommt den Trend mit und publiziert Dinge, die diesen Trend unterstützen.

Ich glaube mittlerweile, eine Grundeigenschaft, die man als Sl frühzeitig erwerben muss, ist, am Spieltisch einem diskutierenden Spieler in die Augen zu gucken und zu sagen: Dein Zwerg ist tot.

Offline Lord Verminaard

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« Antwort #41 am: 07. Mai 2018, 14:51:18 »
Das ist ja so ein Ding, was man auch noch mal betrachten könnte.

Bei mir wäre dieser Satz ganz klar: "DU bist tot."

Habe gerade in einer Spielrunde einen Mitspieler, der von seinem Charakter in der 3. Person spricht, bin ich sonst echt gar nicht gewohnt. Und "mein Zwerg" ist dann ja noch mal die Steigerung davon.

Die Frage wäre, ob das reine Semantik ist oder ob das irgendwas aussagt. Gerade in Bezug auf das Thema von dem Thread hier. (Ich bin ja, falls das unklar war, figurenzentriert im Sinne des OP.)

Offline Der Oger

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« Antwort #42 am: 07. Mai 2018, 15:50:27 »
Die Frage wäre, ob das reine Semantik ist oder ob das irgendwas aussagt. Gerade in Bezug auf das Thema von dem Thread hier. (Ich bin ja, falls das unklar war, figurenzentriert im Sinne des OP.)
Ich glaube schon, dass das was bedeuten kann. Zum einen: Es kann einIndikator für Nähe/Distanzverhalten, Sozialisation etc von vielen sein. Ich Zb spreche meist von Ich, weil ich kein großes Problem mit Selbstoffenbarung am Spieltisch habe, mir ist es etwas unangenehm, zusehr in den Wohlfuehlbereich anderer einzudringen. Ich glaub aber,  dass es nicht gut ist, da auf bestimmte Formen zu bestehen, das geht dann ins therapeutische, das will ich am Tisch nicht. Es ist besser, finde ich,, Leute so zu akzeptieren, wie sie sind.