Autor Thema: Rom nach den Vandalen  (Gelesen 2735 mal)

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Offline Athair

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Antw:Rom nach den Vandalen
« Antwort #15 am: 23. Mai 2018, 19:45:01 »
... Monographien über bestimmte Personen sind auch immer recht hilfreich. Da werden die individuellen Kontexte abgebildet, die immer auch ein Spiegel der jeweiligen Gesellschaft sind (weil beides ja eng zusammen gehört). Ist mir jedenfalls beim Lesen von Dassmanns "Ambrosius von Mailand" (+ 397) aufgefallen.

Viele Bezüge und Zusammenhänge würde man - ohne das Exempel - gar nicht mitbekommen.

(Auf kirchlicher Seite war z.B. Rom, bzw. dessen Bischof lange Zeit nicht so bedeutsam. Die Kirchen Ostroms, Nordafrikas und für kürzere Zeit auch die iro-schottische Kirche waren erfolgreicher [Mission/Bildung/Theologie]. Der Aufstieg der römischen Kirche dauerte lang und endgültig durchgesetzt war er erst in der Frankenzeit, in der Karl der Große römisch-kirchliche Rechts- und Verwaltungs-Expertise zum Bau seines Reiches nutze.   - soweit aus dem Kopf und ohne geeignete Nachschlage-Literatur.)
... Antworten auf falsche Fragen sind sinnlos.


Zur ZauberFerne.

Offline tassander

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Antw:Rom nach den Vandalen
« Antwort #16 am: 24. Mai 2018, 11:35:44 »
Ich muss sagen,  dass mir ein Aspekt über die Gesellschaft im alten Rom bis jetzt immer unklar war: Kriminalität war Alltag, Polizei fand nur bei Verbrechen gegen den Staat statt, und wer ein persönliches Problem mit Dieben Mördern hatte,  musste sich selbst behelfen, und der Senat als Sammlung organisierter Krimineller (nach heutigen Begriffen). Die o.g. Banden wären nicht erst nach der Plünderung aufgetreten,  es gab sie in den Slums immer. Jedenfalls,  nach meiner derzeitigen Interpretation.

Wir reden noch immer über die Spätantike? Zunächst einmal, entgegen den Antworten auf reddit, die i.d.R. die Standardwerke (also hier tatsächlich v.a. Heather) zitieren: wir sind da  immer im Bereich der ForschungsDISKUSSION. Die im Bezug auf den Vandalensturm zeitgenössischen Schriftquellen habe ich dir weiter oben fast vollständig genannt. Alles darüber hinaus ist Interpretation unter Einbeziehung der historischen Hilfswissenschaften, wie Numismatik und Archäologie.

Bezüglich Recht und Kriminalität: wie kommst Du auf diese Einschätzung? Der corpus iuris civilis regelt das Privatrecht und das Strafrecht. Der ist etwas später als der Vandalensturm, ist aber im wesentlichen auch nur eine Sammlung bereits geltenden Rechts. Der Senat als Sammlung organisierter Krimineller... Hmm. Den Senat welchen Jahrhunderts meinst Du denn da?

Kurz gesagt: i.d.R. war man in Rom im Alltag vermutlich relativ sicher, egal ob 200 vor oder 400 nach Christus. Ob man sich das dann eher wie Berlin, Chicago oder Johannesburg vorzustellen hat, das kann man dann diskutieren.

Den Tip mit den Monographien von Athair finde ich übrigens sehr gut, da kannst Du Dir die Zeit vermutlich etwas besser vorstellen!

Edit:  nur um das klarzustellen: du hast natürlich recht, Polizei im modernen Sinne gab es keine. Aber für öffentliche Sicherheit wurde sehr wohl gesorgt.
« Letzte Änderung: 24. Mai 2018, 21:53:04 von tassander »

Online Der Oger

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Antw:Rom nach den Vandalen
« Antwort #17 am: 02. Juni 2018, 14:31:34 »
Erst mal Entschuldigung für die verspätete Antwort. Ursprünglich war das Ziel, mich auf eine Kampagne vorzubereiten, die das Label "Gangs of Rome" tragen sollte; der Zeitpunkt des Vandalensturms war deswegen gewählt, weil ich vermutete, das zentrale Strukturen der Stadt und des Reiches derart geschwächt waren, dass ich Anarchie und sich befehdende Warlords vermutete. Ich bin auch den meisten Links gefolgt und habe mich bei Wiki/Ask the Historians eingelesen. Also, nochmal danke dafür.

Mittlerweile ist aus dem Fokus der betreffenden Runde eher eine Keep-on-the-Borderlands-Kampagne an den nördlichen Grenzen des Imperiums geworden, also Donau und jetzt bald Exkursionen in das, was der Bayrische Wald heute ist (suche noch nach einem lateinischen Namen für das Gebiet - Mons Batavis?). Geht auch insgesamt nicht mehr um eine historisch ganz genaue Kampagne, sondern ich verwende freimütig Magie und Monster, die es nie gab.

Offline tassander

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Antw:Rom nach den Vandalen
« Antwort #18 am: 02. Juni 2018, 17:54:31 »
Das klingt richtig, richtig cool!
Würde mich freuen, mehr darüber zu lesen, wenn Du mal Zeit hast!

Offline tassander

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Antw:Rom nach den Vandalen
« Antwort #19 am: 02. Juni 2018, 19:31:46 »
Gabreta Silva ist der lateinische Name, übrigens.

Online Der Oger

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Antw:Rom nach den Vandalen
« Antwort #20 am: 04. Juni 2018, 10:10:15 »
Das klingt richtig, richtig cool!
Würde mich freuen, mehr darüber zu lesen, wenn Du mal Zeit hast!

Das System ist Adventurer, Conqueror, King. Ausgangspunkt ist die Stadt und das Lager der dritten italischen Legion, Castra Regina (das heutige Regensburg).
Bisher gab es noch nicht viele Sitzungen:

Erste Sitzung: Man verdingte sich, gerade aus der dritten italischen Legion ausgeschieden, als Eskorte eines römischen Händlers, der nach Norden aufbrach. Relativ zügig wurde klar, dass sich eine Bande von marodierenden Goblins im Gebiet befand, als man die Überreste eines gerade geplünderten Dorfes fand. Nach dem Handel mit den Germanen und dem Umhören nach Gerüchten wurde man schließlich von dieser Bande auch gefunden, die eine 1:3 Übermacht hatte, aber desorganisiert vorrückte. Ein Hinterhalt wurde gelegt, und mit klugem Manövrieren und viel Würfelglück wurden die Goblins ausgelöscht, und auf der eigenen Seite ging nur ein Mann zu Boden - der nach dem Kampf jedoch erfolgreich versorgt werden konnte, und überlebte. Die Beute (zufällig bestimmt) bestand aus 8000 KM und einem Amulett des Schutzes gegen Auspähung und Entdeckung, das umgehend verhökert wurde (wodurch es unter die EP für Gold-Regelung fiel). Am Ende der Tour waren die Charaktere auf die dritte Stufe katapultiert.

Zweite Sitzung: Ein SC lernt bei einer Sauftour durch Castra Regina einen Zwerg kennen, der von den Schlägern und Dieben des örtlichen collegiums belästigt wurde. Zwerge haben ja bekanntlich IMMER Gold. Es kam zu einem sehr kurzen Kampf - der erste der Halsabschneider wurde durch einen geworfenen Stein getötet, die restlichen relativ schnell vom Zwerg und dem Spielercharakter gecleavt. Die Zwinge des Zwergs, in der Gabreta Silva (danke übrigens) gelegen, sei von Goblins genommen und der Zwerg heimatlos geworden (was nicht die ganze Wahrheit ist), und man nimmt sich vor, die Zwinge von diesen Tiermenschen zu befreien. Der Anwerbewurf ergibt dass der Zwerg dem entsprechenden SC fanatisch ergeben ist.

Dritte Sitzung: Man bricht in Richtung der Gabreta Silva auf, der Magier der Gruppe hat einen germanischen Pfadfinder als Gefolgsmann aufgetan. Bei Sorviodurum wollte man eigentlich nur einen kurzen Zwischenstopp machen, erfuhr aber, dass die Holzfällersklaven sich weigerten, in die Wälder zu gehen weil dort eine Bestie herrsche. Der Gutsverwalter erwägte schon die Dezimation, da boten sich die SC als Problemlöser an. Man fand die Überreste der Holzfäller, folgte den Spuren, und geriet erst an einen, dann zwei weitere Eulenbären (den Trefferpunkten nach: Eine sehr starke Mutter, und zwei Junge, die gerade erst erwachsen geworden waren). Der Kampf war recht hart, der Zwerg ging zu Boden, aber wieder überlebten alle. Das Lager der Eulenbärin - eigentlich ein Nest aus Knochen und Überresten ihrer Beute - barg einen Torso mit einem Beutel Edelsteine, den Kopf eines Elfen mit einem Diadem, und eine Hand mit einem Ring der Unsichtbarkeit, sowie drei Eier. Alles bis auf den Ring wurde verhökert, und man war auf der 4. Stufe.

Fäden denen (bisher) noch nicht nachgegangen wurde, sind Gerüchten über Flusspiraten und Legenden über punischen Zauberern, die vor hunderten von Jahren  aus Hannibals Heer desertiert sein sollen.

Offline ghoul

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Antw:Rom nach den Vandalen
« Antwort #21 am: 04. Juni 2018, 10:29:11 »
 8)

Offline viral

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Antw:Rom nach den Vandalen
« Antwort #22 am: 04. Juni 2018, 15:38:36 »
Evtl. relevant für die Gegend
https://de.wikipedia.org/wiki/Kastell_Eining
“The worthy GM never purposely kills players’ PCs. He presents opportunities for the rash and unthinking players to do that all on their own.”

— Gary Gygax

Offline Settembrini

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Antw:Rom nach den Vandalen
« Antwort #23 am: 04. Juni 2018, 20:52:37 »
Nice!

Offline ghoul

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Antw:Rom nach den Vandalen
« Antwort #24 am: 05. Juni 2018, 11:05:45 »
Evtl. relevant für die Gegend
https://de.wikipedia.org/wiki/Kastell_Eining

Wer dort vorbei kommt, sollte unbedingt vorher eine Führung über die Touristen-Info buchen. Lohnt sich, kostet nur wenige Euro.
Im August gibt es dort auch ein Abusina-Fest, welches ziemlich gut sein soll.

Offline viral

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Antw:Rom nach den Vandalen
« Antwort #25 am: 05. Juni 2018, 11:18:08 »
Evtl. relevant für die Gegend
https://de.wikipedia.org/wiki/Kastell_Eining

Wer dort vorbei kommt, sollte unbedingt vorher eine Führung über die Touristen-Info buchen. Lohnt sich, kostet nur wenige Euro.
Im August gibt es dort auch ein Abusina-Fest, welches ziemlich gut sein soll.

Ja ist es, wenn man sich für Römer und deren Kultur interessiert. Es gibt natürlich auch populärwissenschaftliche Unterhaltung (Gladiatorenkämpfe mit authentischer Ausrüstung die dem Pöbel durch fachkundiges Personal erläutert wird)
“The worthy GM never purposely kills players’ PCs. He presents opportunities for the rash and unthinking players to do that all on their own.”

— Gary Gygax

Online Der Oger

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Antw:Rom nach den Vandalen
« Antwort #26 am: 05. Juni 2018, 15:57:56 »
Evtl. relevant für die Gegend
https://de.wikipedia.org/wiki/Kastell_Eining
Jau, ist auch schon auf der Karte  :)

Heute Sitzung vier. Erst, Umbau des ehemaligen Eulenbärenlagers (einer zu großen Teilen eingestürzten ehemaligen Zwergenmine) zu einem Basislager (wofür die Holzfäller aus der vorigen Episode abgeworben wurden, und Geld für die Einrichtung ausgegeben wurde), dann Erkundung der näheren Umgebung. Keine zufälligen Begegnungen, dafür stolperte man erst über ein isolationistisches und römerfeindliches Germanendorf (Lockungen, man sei der große Goblin- und Monstervernichter, waren aus u.g. Grund fehlgeschlagen, die Bewohner präsentierten sich als "große Krieger"), dann ein abgebranntes Dorf mit einem Turm römischer Bauart, dann später eine Hütte in der Nähe der Donau. Nach dem Durchqueren des fallenübersäten Vorgartens Einbruch in die Hütte, Nutzung als Nachtlager. In einer Kiste: 1500 Elektrum, plus die Rüstung und das Schwert eines Centurio. In der Nacht Ankunft einer kleinen Karawane von Schmugglern, rasche Geiselnahme des Anführers, kurze Verhandlungen bzw. Einschüchterungen (ich nehme an, wenn sich die Zahl der Gegner schlagartig verdoppelt, macht das Eindruck), lange Erwägung, ob man (wegen der durchaus kostbaren Handelsgüter der Schmuggler) zum Angriff übergehen oder mit ihnen einen Deal machen sollte. Schließlich einigte man sich auf die Schutzgeldzahlung von 1000 Elektrum, und handelte aus, die "Kollegen" später beim Handel mit selbst erbeuteten Juwelen oder magischen Gegenständen mit einzubeziehen. Ein wenig Austausch von Gerüchten; die Flusspiraten nutzen wohl Castra Batavia (Passau) als Umschlagplatz und haben bei den näheren Flussläufen eine Basis, verfügen über einige der Patrouillienboote der Römer. Das zuvor gefundene, niedergebrannte Dorf sei die Heimstadt römerfreundlicher Germanen und eines Philosophen gewesen und sei zwei Jahre zuvor niedergebrannt worden.Der Centurio sei im Auftrage eines Dritten "in ein fernes Land gebracht" worden. Heimkehr zur Heimatbasis, danach Kontaktaufnahme mit den Holzfällern, man unterhält sich über die wunderlichen Isolationisten und erfährt, dass diese sich unter dem Schutz der Götter des Waldes stehen sehen; man sucht diese erneut auf und rennt in eine Patrouillie der Elfen, welche die SC umzingelt, und aus dem Gebiet vertreiben will - man wolle hier keine Römer. Die Gruppe kann die Elfen überzeugen, dass dieses Attribut nicht auf sie zutrifft, und die Wege trennen sich. Ende der Sitzung.

Könnte sein, das dies erst mal die letzte Sitzung in näherer Zeit ist.

Offline ghoul

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« Antwort #27 am: 05. Juni 2018, 21:01:51 »
Das wäre ausgesprochen schade.

Online Der Oger

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Antw:Rom nach den Vandalen
« Antwort #28 am: 06. Juni 2018, 09:42:41 »
Das wäre ausgesprochen schade.

Nächste Zeit = 2-3 Monate. Ist beruflich und familiär bedingt, und hat auch durchaus freudige Aspekte. UND: Ich habe ein wenig mehr Zeit, um vorzubereiten, im Moment ist mir alles noch zu skizzenhaft.

Wir haben durchaus vor, nachher auf den höheren Ebenen die Endgame-Sachen zu veranstalten (Festungsbau, Kriegsmaschinerie, Monsterzucht), daher glaube ich, dass das danach nicht im Sande verläuft. Vielleicht schaffen wir vor der Pause noch eine Sitzung, aber ich wollte vorwarnen.

Offline tassander

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Antw:Rom nach den Vandalen
« Antwort #29 am: 06. August 2018, 17:08:37 »
Ich fand die Idee vom Oger so toll, dass ich sie geklaut habe. Um das durchzuziehen habe ich eine Hexmap von Regensburg bis Passau angefertigt, 6 Meilen (eher km) pro Hex - hier zu finden: https://tassander.wordpress.com/2018/08/06/hexmap-des-antiken-bayerischen-waldes-add-tauglich/