Autor Thema: Banal, trivial, genial: Einfache Lösungen für einfache Probleme  (Gelesen 6340 mal)

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Offline Hasran

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... oder warum ich Leute nicht verstehe, die komplexe Iniative-Tracker(-Systeme) bauen...

Welche banalen Dinge, Werkzeuge, Methoden habt ihr euch angeeignet, die vor allem durch ihre Einfachheit und hohe Praxisrelevanz auffallen?

Konkret komme ich zu der Frage, weil ich in diversen englischsprachigen Foren immer wieder erstaunt darüber bin, was für komplexe "iniative tracker" von Leuten gebaut werden, mit Wäscheklammern oder handgedrechselten Charaktermodellen, um ein "Problem" zu lösen, das für meine Zwecke lediglich eines linierten College Blocks bedarf.

Grüße

Hasran

Offline BoyScout

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Antw:Banal, trivial, genial: Einfache Lösungen für einfache Probleme
« Antwort #1 am: 15. März 2019, 17:01:28 »
ich mach mir einfach Notizen. So mit Stift und Block. Da habe ich kein System, damit es maximal flexibel und effektiv ist.

Alles andere sind nur kleine Handkniffe, Strichlisten um bei D&D Turns nachzuhalten. NPC schreibe ich auf Karteikarten, damit sie nicht so viel Platz brauchen. Ich erlaube es, gewürfelte Attributwerte abzulehnen, nehme diese erst Blocks dann aber für die Verbündeten (spare mir das Würfeln). Sowas halt.

Leute, die solche Spielsysteme brauchen, schreiben auch Bullet Journals für ihre Einkaufslisten.

« Letzte Änderung: 15. März 2019, 17:10:38 von BoyScout »

Offline Der Oger

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Antw:Banal, trivial, genial: Einfache Lösungen für einfache Probleme
« Antwort #2 am: 15. März 2019, 18:34:06 »
Bei D&D erspare ich mir oft das Auswürfeln von Tp bei Begegnungen mit Wesen niedriger TW-Zahl,  sondern mach es allenfalls nach der Schadensbestimmung. Wenn es nicht mal ne Chance gibt, das es überlebt,  fällt das weg.

Ich bestimme zufällige Begegnungen vor einer Sitzung und arbeite sie vorher aus. So habe ich was zur Hand, wenn die Würfel sagen,  dass eine solche Begegnung stattfindet.

Wir haben bei D&D das absolut unkanonische Ritual,  dass Schätze durch die Spieler ausgewürfelt werden,  von Münzen über Edelsteine bis hin zu Magischen Gegenständen. (Letztere müssen natürlich immer noch identifiziert werden.) Das erspart mir hier auch das Auswürfeln.

Ich produziere viel an Ideen "auf Halde", die ich manchmal erst Jahre später verwende, wenn sie "passen".

Ich leite so,  dass meine Spieler am Tisch mehr denken/arbeiten müssen als ich.

Offline Hasran

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« Antwort #3 am: 15. März 2019, 20:14:46 »
Mit der Idee, die Spieler Schätze auswürfeln zu lassen, trage ich auch schon länger mit mir herum. Wird es dadurch nicht ein bisschen zu...Gamey?

Ich stelle mir diesen thread als so eine Art Austausch von best practices vor. Keine Tiefe und blabla, sondern pures Handwerk. ;)

Grüße

Hasran

Offline Settembrini

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« Antwort #4 am: 15. März 2019, 21:26:57 »
- Gruppeninitiative. Den Zirkus der Individualini mache ich seit Jahren nicht mehr mit. Es bringt auch wirklich nichts. Bei Millenium's End würde ich nochmal drüber nachdenken, ansonsten gilt das allgemein.

- TP werden gemittelt qua Erwartungswert, es sei denn ich sitze daheim und habe Bock zu würfeln. Aber bei Zufallsbegegnungen eher nicht. Auch nicht bei 350 Orks.

- Schätze würde ich nie die Spieler würfeln lassen, aber es gibt vorgewürfelte Listen, aus denen kann man aussuchen, was gut zum Hort der Gegner paßt

- Wenn die Spieler irgendwas machen, was ich nicht bedacht habe und dadurch "abkürzen", dann tun sie das. Auch wenn ich ne Woche dafür vorbereitet habe und sie das so in zwei Stunden fertigbekommen. Denn: Wenn die allen Content den ich in einer Woche gemacht (besser: erkundet) habe einzeln durchspielen, gehen auch gerne mal drei Monate ins Land. Wenn sie also schnell sind oder besser oder Superrätsellöser, dann bitte. Vorbereitung und Spielzeit sind nur im ganz großen Maßstab proportional, zeigt die Erfahrung.

- Bei sehr vielen Gegnern kann man auch mal einfach einen Wurf für N Gegner gelten lassen. Macht die Sache wieder spannend!

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Offline Settembrini

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« Antwort #5 am: 15. März 2019, 21:48:12 »
- wenn ich irgendwas nicht will, oder es ein heftiges Misverständnis bei der Interpretation der Spielwelt gibt, dann kläre ich das meta-mäßig einfach schnell auf. Auch wenn es unrealistisch ist und ich sowas früher habe frei laufen lassen. Es ist die Zeit nicht wert.
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« Antwort #6 am: 18. März 2019, 07:45:12 »
- Bauklötze anstatt Modellbau/Dwarven Forge, wenn es 3D sein muß. Ich empfehle Fröbel-Bausteine, Kapplas finde ich vom Format ungünstig; die Bunten Dinger konnte ich als Kind schon nicht leiden und sind volkommen abzulehnen.

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« Antwort #7 am: 19. März 2019, 12:02:42 »
[member=533]Settembrini[/member]

Hast du zufällig mal Anschauungsmaterial fotografiert? Was hast du mit den Klötzen schon alles dargestellt?

Wie stellt ihr auf euren Battle maps fliegende Kreature dar? Ich nehme meist dünne Gläser (Kölschgläser eignen sich sehr gut).

Grüße

Hasran

Offline Settembrini

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« Antwort #8 am: 20. März 2019, 07:25:15 »
schon dargestellt: Tempel, Brücken (Abt. Kämpfe unter der Brücke im Flußbett), Keller, Grazzts Thronsaal. Fotos, muß ich mal nach gucken.

Flugkreaturen haben wir bislang vor allem mit dem durchsichtigen Teil der Chessex-Würfelbehälter (Quader) dargestellt. Aus welch sinistren Gründen man Kölschgläser im Haus haben sollte, ist mir nicht ganz klar... 8)
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« Antwort #9 am: 20. März 2019, 07:27:49 »
Einfaches Problem: Die Spieler haben einen total anderen Weg eingeschlagen als ich antizipiert hatte und aus der letzten Strategiesitzung erahnen konnt/hatte. Haben zwei verschiedene Parteien aufeinandergehetzt um einen Orkstamm auszulöschen, so halb unabsichtlich.
Einfache Lösung: Früher Schluß gemacht um die weitreichenden Konsequenzen erstmal auszubaldowern.
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« Antwort #10 am: 20. März 2019, 14:12:47 »
Einfaches Problem: Die Spieler haben einen total anderen Weg eingeschlagen als ich antizipiert hatte und aus der letzten Strategiesitzung erahnen konnt/hatte. Haben zwei verschiedene Parteien aufeinandergehetzt um einen Orkstamm auszulöschen, so halb unabsichtlich.
Einfache Lösung: Früher Schluß gemacht um die weitreichenden Konsequenzen erstmal auszubaldowern.

Generell, Pausen! Wie in der Musik, sehr wichtig!
Bislang habe ich bei solchen Situationen zumindest eine 20-minütige Pause anberaunt, um meine Pläne zu überdenken.

Grüße

Hasran

P.S.: Und was waren in der beschriebenen Situationen die Konsequenzen?

Offline Settembrini

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« Antwort #11 am: 20. März 2019, 14:35:51 »
Ich baldowere noch, ist gestern passiert;-)
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« Antwort #12 am: 20. März 2019, 15:30:03 »
Ich baldowere noch, ist gestern passiert;-)

Geh bloggen! ;)

Grüße

Hasran

Offline Hasran

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« Antwort #13 am: 06. Juni 2019, 17:30:18 »
Der Guardian hat eine herrliche ...Obduktion des Staatsbesuches durch President Trump vollzogen. Darin schreibt die Kolumnistin u.a.

Zitat
In Ma’am Darling, Craig Brown’s brilliantly naughty book about Princess Margaret, the author marvels at the fist-gnawingly dull ways in which the royals are covered. Passages from various royal biographies are quoted, including one describing in remorseless detail the manner in which the Queen and Prince Philip would make their regular short journey between Windsor Castle and the Guards Polo Club, also in Windsor. “Sometimes,” this ran, “instead of changing into polo gear at the castle, Prince Philip was seen changing, quite uncomfortably, in his automobile, sitting sideways, the door open, pulling his breeches on. Then he would stand up to fasten the belt…”

...was mich daran erinnert hat, dass ich in letzter Zeit recht gerne Vorlese-Texte vorbereite, die möglichst viel "spielbares" bieten sollen. Oft sind das Übersetzungen aus dem Englischen. Früher fand ich geskriptete Beschreibungen doof, aber heutzutage nutze ich sie, um schlicht nichts zu vergessen, habe jetzt aber Sorge meine Spieler zu langweilen. Nicht weger der Oration, das flektiert und enunziert sich alles ganz ordentlich, sondern wegen der Balance zwischen "spielbarer" Umgebung und "Szenerie um der Atmosphäre" willen. Im schlimmsten Fall hört sich dann nämlich so an wie die Beschreibung von Prince Philipp und seinem Hosenwechsel.

Konkret gefragt: Wie handhabt ihr die Erst-Beschreibung eines Raums, einer Situation etc. bei euch im Spiel? Stichworte? Ganze Texte? Pantomime?

Grüße

Hasran

Offline Blechpirat

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« Antwort #14 am: 06. Juni 2019, 20:21:31 »
Der Guardian hat eine herrliche ...Obduktion des Staatsbesuches durch President Trump vollzogen. Darin schreibt die Kolumnistin u.a.

Genialer Text, den las ich eben. Aber ich fand das hier die beste Stelle: 

Zitat
It is finally over, then, the state visit during which US President Donald Trump treated Britain like a Moscow hotel mattress. God, we deserved it.